Die optimale Weiterbildung

Worauf muss man bei der Facharztweiterbildung achten? Zu diesem Thema gab Johannes Knaack vom Dezernat für Ärztliche Aus-, Fort- und Weiterbildung der Bundesärztekammer den Teilnehmern des Operation Karriere Kongresses in Berlin wertvolle Tipps.

Johannes Knaack

Johannes Knaack referierte darüber, wie man die Weiterbildung selbst planen und beeinflussen kann. | DÄV/Görtz

Nach der Approbation folgt die Facharztweiterbildung, danach kann ein Schwerpunkt gewählt werden und Zusatzweiterbildungen können absolviert werden. Die Rechtsgrundlage hierfür bilden die Heilberufe- und Kammergesetze, die Berufsordnung, die Weiterbildungsordnung und viele weitere fachspezifische Verordnungen wie die Röntgenverordnung oder das Gendiagnostikgesetz. All diese verschiedenen Verordnungen und Gesetze können für den Berufseinstieg sehr undurchsichtig sein. Vor allem, da sich die Weiterbildungsverordnungen auf Landesebene unterscheiden können. In seinem Vortrag gab Johannes Knaack vom Dezernat für Ärztliche Aus-, Fort- und Weiterbildung der Bundesärztekammer Berlin den Teilnehmern des Operation Karriere Kongresses in Berlin daher Tipps für eine strukturierte und gut geplante Weiterbildung.

Studentin

Es ist eine Entscheidung, die einen das gesamte Leben lang begleitet: In welchem medizinischen Fachgebiet möchte man arbeiten? Hier einige Fragen, die man sich im Entscheidungsprozess stellen kann.

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Bevor man einen Vertrag für die Facharztausbildung unterschreibt, sollte man sich immer erkundigen, welche Befugnis der Chef- bzw. Oberarzt zur Weiterbildung besitzt. Diese Information erhält man auf den Webseiten der einzelnen Landesärztekammern, wo sie immer aktuell sind. Hat der Chefarzt außerdem die Befugnis Zusatzweiterbildungen durchzuführen, kann man dort auch nach dem Facharzt noch Spezialisierungen wahrnehmen.
Während des Facharztes habe man ein Anrecht auf ein Weiterbildungscurriculum, so Knaack. Auch wenn manche Kliniken keines vorlegen, könne und solle man es einfordern. So behalte man einfacher den Überblick darüber, was man können muss und was man bisher schon gelernt hat.

Die Weiterbildung - einige zentrale Punkte:

  • alle vorgeschriebenen Vorgaben finden sich in den Weiterbildungsordnungen (Satzungen) der Landesärztekammern
  • es gibt (Mindest-)Weiterbildungszeiten und (Mindest-)Weiterbildungsinhalte
  • nur befugte/ermächtigte Ärzte und Ärztinnen dürfen anleiten (auch Teilbefugnis)
  • eine Weiterbildungsstätte muss anerkannt/zugelassen sein (Auskunft gibt die Landesärztekammer)
  • man kann eine Weiterbildung in Vollzeit oder Teilzeit absolvieren
  • in öffentlichen Kliniken wird man nach Tarif bezahlt
  • im Logbuch dokumentiert man die absolvierten Module/Leistungen
  • die Weiterbildung endet mit einer mündlichen Prüfung vor der Ärztekammer

Vor allem die Führung eines Logbuches solle man nicht hinauszögern und mindestens einmal jährlich ein Gespräch mit dem Weiterbildungsbefugten führen. Zur Dokumentation der Weiterbildung gehöre auch ein Zeugnis nach jedem Weiterbildungsabschnitt, das man sich regelmäßig aushändigen lassen sollte.

Als Tipp nannte er das Clinical Scientist Program, ein Forschungsprogramm der Charité mit verschiedenen Partnern, welches man sich teilweise an die Weiterbildung anrechnen lassen kann. Bei Weiterbildungen im Ausland sollte man jedoch vorsichtig sein und diese vorher mit der Ärztekammer klären. Die Anerkennung von Weiterbildungen innerhalb der EU sei dabei weniger ein Problem als eine in Drittstaaten absolvierte Weiterbildung.