Die Arbeitsgruppe YoungDGP – Pneumologischer Nachwuchs in Deutschland

Die AG YoungDGP will die Belange angehender Pneumologinnen und Pneumologen innerhalb der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e.V. (DGP) vertreten. Im Beitrag stellt die Arbeitsgruppe sich und ihre Anliegen vor.

Videokonferenz der AG YoungDGP in Covid-19-Zeiten (von oben links nach unten rechts: Espen Groth, Prof. Dr. Thomas Bahmer, Dr. Myriam Koch, Dr. Julia Wälscher, Dr. Tina Schreiber, Dr. Christoph Fisser) | AG YoungDGP

Demographischer Wandel, rascher medizinischer Fortschritt, zunehmende Prozesse der Ökonomisierung und Digitalisierung im Gesundheitswesen, sowie die Veränderung gesellschaftlicher Normen in Bezug auf die Arbeitsplatzgestaltung und das Verhältnis von Beruf und Familie bzw. Freizeit wirken sich in unterschiedlicher Weise auf die Arbeits- und Weiterbildungsbedingungen des ärztlichen Nachwuchses aus. Gerade für den Arztberuf bedeutet der demographische Wandel nicht nur eine steigende Anzahl chronisch kranker, älterer Patienten, die versorgt und behandelt werden müssen, sondern auch einen unmittelbar bevorstehenden Generationswechsel innerhalb der Ärzteschaft.

Auf den Prozess des demographischen Wandels lässt sich nur wenig Einfluss nehmen. Umso wichtiger ist es, junge Ärztinnen und Ärzte dauerhaft für die Tätigkeit in der direkten Patientenversorgung zu begeistern. Gute Arbeits- und Weiterbildungsbedingungen können verhindern, dass Ärzte in alternative Betätigungsfelder fern der Patientenversorgung "verloren gehen" oder Deutschlandverlassen. Eine gute Vereinbarkeit von Familie und Beruf scheint dabei ein elementarer Baustein zu sein, um dem weiter steigenden Anteil an Frauen in der Medizin, sowie den generell veränderten Familien- und Lebenskonzepten zu begegnen. Die Facharztqualifikation ist sowohl im Krankenhaus als auch im ambulanten Sektor eine notwendige Voraussetzung, um sich beruflich weiterzuentwickeln oder sich um eine Niederlassung in selbstständiger, kassenärztlicher Tätigkeit bewerben zu können. Vor einer möglichen selbstständigen, aber in jedem Fall selbstverantwortlichen Tätigkeit steht eine Phase des fundierten Wissenserwerbs innerhalb der Facharztweiterbildung. Eine gut strukturierte Organisation der jeweiligen Weiterbildungsabschnitte, sowie regelmäßige Evaluation des persönlichen Fortschritts in Bezug auf Fähigkeiten, Fertigkeiten und Kenntnisse der Weiterzubildenden sind ist eine notwendige und elementare Voraussetzung, um die jeweilige Weiterbildung in einer langfristig zufriedenstellenden Qualität zu absolvieren.

Wichtigste Anliegen der AG YoungDGP

  • bestmögliche ärztliche Aus-, Weiterbildungs- und Arbeitsbedingungen
  • Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses
  • enger Austausch mit anderen nationalen und internationalen Nachwuchsgruppen
  • Vertretung des Nachwuchses gegenüber dem Vorstand der DGP, in den Sektionen und Arbeitsgruppen und anderen Projekten mit Nachwuchsbezug

Die AG YoungDGP hat sich in der Folge des 60. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e.V. (DGP) 2019 in München erstmals formiert, um die Belange angehender Pneumologinnen und Pneumologen innerhalb der Fachgesellschaft zu vertreten. Die AG YoungDGP setzt sich ein für bestmögliche ärztliche Aus-, Weiterbildungs- und Arbeitsbedingungen, für eine Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses, sowie für einen engen Austausch mit anderen nationalen und internationalen Nachwuchsgruppen. Die AG vertritt den Nachwuchs gegenüber dem Vorstand der DGP, in den Sektionen und Arbeitsgruppen, sowie bei Projekten, die einen Bezug zum Nachwuchs haben.

Als Internist hat man die Möglichkeit, sich zu spezialisieren: zum Beispiel im Bereich der Lungenheilkunde (Pneumologie). Welche Fähigkeiten muss man nachweisen, um zum Facharzt für Innere Medizin und Pneumologie zu werden?

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Eines unserer Ziele ist es, die Weiterbildungsqualität und -zufriedenheit der angehenden Pneumologinnen und Pneumologen in Deutschland strukturiert zu erfassen und darauf aufbauend gemeinsam mit den Weiterbildungsbefugten, sowie Standesvertretern und Entscheidern im Gesundheitswesen die Qualität zu verbessern, bzw. an die sich in Veränderung befindlichen Rahmenbedingungen anzupassen. Mit Unterstützung der DGP und des Berufsverbands der Pneumologen, Schlaf- und Beatmungsmediziner in Deutschland (BdP) wurde eine Umfrage erstellt, die sich insbesondere an Ärztinnen und Ärzte in der Weiterbildung zum Facharzt für Innere Medizin, hier v.a. mit dem Schwerpunkt Pneumologie, richtet. Die Umfrage erfolgte von September bis November 2019 anonymisiert, internetbasiert und beleuchtete fünf übergeordnete Themenfelder:

  • Arbeitsbedingungen im Berufsalltag,
  • Organisation der ärztlichen Fort- und Weiterbildung,
  • Vereinbarkeit von Beruf und Familie bzw. Freizeit,
  • Einfluss ökonomischer Erwägungen auf ärztliches Handeln,
  • sowie Vereinbarkeit von klinischem Arbeitsalltag mit Forschung und Wissenschaft.

Darüber hinaus wurde mit dem «Modell beruflicher Gratifikationskrisen "ein standardisiertes Messinstrument zur Erfassung der psychosozialen Arbeitsbelastung verwendet. Insgesamt konnten Fragebögen von 224 Weiterbildungsassistentinnen und -assistenten (w/m 54,5 Prozent/45,5 Prozent) ausgewertet werden, die sich im Schnitt in ihrem 5. Weiterbildungsjahr befanden und in 46,4 Prozent direkt den Facharzt (FA) für Innere Medizin und Pneumologie anstrebten, während 12,5 Prozent zunächst den FA für Allgemeine Innere Medizin anstrebten und 35,7 Prozent sich aktuell in der Weiterbildung zum FA für Pneumologie (zusätzlich zum FA für Innere Medizin) befanden. Die umfassenden Ergebnisse der Umfrage wurden erstmals auf dem Europäischen pneumologischen Kongress (ERS) im September 2020 digital vorgestellt.

Die AG YoungDGP freut sich über Interesse an ihrer Arbeit, eine Kontaktaufnahme ist unter youngdgp@pneumologie.de jederzeit unverbindlich und unkompliziert möglich!

Die Autoren:

Dr. Julia Wälscher, Dr. Christoph Fisser, Dr. Tina Schreiber, Dr. Myriam Koch, Dr. Matthias Raspe, Prof. Dr. Thomas Bahmer


Quelle: Kompass Pneumol 2020;8:268–271, Original-Beitrag zum Download (pdf)

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