Berufsbild Chirurg: Teil 8 - Weiterbildung Viszeralchirurgie

In dieser Serie stellen wir verschiedene Weiterbildungsmöglichkeiten in der Chirurgie vor. Welche Fertigkeiten werden erlernt, wie lange dauert die Spezialisierung und welche Untersuchungs- und Behandlungsverfahren sind Gegenstand der Weiterbildung? Teil 8: Die Viszeralchirurgie.

Teil 8: Viszeralchirurgie

Teil 8 unserer Serie "Berufsbild Chirurg": Die Viszeralchirurgie. | Foto: Koszivu/Fotolia.com

Die operative Behandlung innerer Organe ist das Aufgabengebiet der Viszeralchirurgie – insbesondere bei gastroenterologischen, endokrinen oder onkologischen Erkrankungen. Schwerpunkte bilden die große onkologische Chirurgie des Gastrointestinaltraktes, die minimal-invasive Chirurgie des Abdominalraums, die Koloproktologie und die endokrine Chirurgie. Wichtige viszeralchirurgische Untersuchungen sind z.B. die Sonographie und die Endoskopie.

Auf der Homepage des Berufsverbandes der Deutschen Chirurgen (BDC) erklären Ärzte, warum sie sich für ihr Fachgebiet entschieden haben. Hier geht es zur Viszeralchirurgie.

Viszeralchirurgie: Fakten zur Weiterbildung

Die Dauer der Weiterbildung

 

Die Weiterbildungszeit in der Allgemeinchirurgie beträgt 72 Monate bei einem Weiterbildungsbefugten an einer Weiterbildungsstätte, davon

  • 24 Monate Basisweiterbildung im Gebiet Chirurgie
  • 48 Monate Weiterbildung zum Facharzt für Viszeralchirurgie (davon sind bis zu 12 Monate in einer der anderen Facharztweiterbildungen der Chirurgie, in Anästhesiologie, Anatomie, Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Innere Medizin und Gastroenterologie, Innere Medizin und Hämatologie und Onkologie, Pathologie und/oder Urologie möglich. Außerdem können bis zu 12 Monate im ambulanten Bereich abgeleistet werden.)

Werden im Gebiet Chirurgie zwei Facharztkompetenzen erworben, so beträgt die gesamte Weiterbildungszeit mindestens neun Jahre.

 

Der Inhalt der Weiterbildung

 

Die Weiterbildung Viszeralchirurgie sieht den Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in

  • der Vorbeugung, Erkennung, Behandlung, Nachbehandlung und Rehabilitation von Erkrankungen, Verletzungen, Infektionen, Fehlbildungen innerer Organe insbesondere der gastroenterologischen, endokrinen und onkologischen Chirurgie der Organe und Weichteile
  • der operativen und nichtoperativen Grund- und Notfallversorgung bei viszeralchirurgischen Erkrankungen (einschließlich koloproktologisch), Verletzungen, Fehlbildungen und Infektionen
  • der Indikationsstellung zur operativen und konservativen Behandlung einschließlich der Risikoeinschätzung und prognostischen Beurteilung
  • endoskopischen, laparoskopischen und minimal-invasiven Operationsverfahren
  • der Erhebung einer intraoperativen radiologischen Befundkontrolle unter Berücksichtigung des Strahlenschutzes
  • instrumentellen und funktionellen Untersuchungsmethoden

vor.

Die definierten Untersuchungs- und Behandlungsverfahren sind:

  • sonographische Untersuchungen des Abdomens, des Retroperitoneums und der Urogenitalorgane
  • Durchführung und Befundung von Rekto-/Sigmoidoskopien
  • konventionelle, minimal-invasive und endoskopische operative Eingriffe an Kopf- und Hals einschließlich Tracheotomie, Thorakotomie, Thoraxdrainagen, Oesophagus, Magen, Leber, Gallenwege, Pankreas, Milz, Dünndarm, Dickdarm, Rektum, Anus, Bauchhöhle, Retroperitoneum, Bauchwand

Quellen: Berufsverband der Deutschen Chirurgen e.V. (BDC), www.chirurg-werden.de und Musterweiterbildungsordnung 2013 der Bundesärztekammer

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