Berufsbild Chirurg: Teil 3 - Weiterbildung Herzchirurgie

In dieser Serie stellen wir die verschiedenen Weiterbildungsmöglichkeiten in der Chirurgie vor. Welche Fertigkeiten werden erlernt, wie lange dauert die Spezialisierung und welche Untersuchungs- und Behandlungsverfahren sind Gegenstand der Weiterbildung? Teil 3: Die Herzchirurgie.

Teil 3: Weiterbildung Herzchirurgie

Der dritte Teil unserer Serie "Berufsbild Chirurg" befasst sich mit der Herzchirurgie | Foto: Tomasz Zajda/Fotolia.com

Herzklappe, Bypass, Transplantation und Einsatz von künstlichen Organen und Schrittmachern sowie gezüchtetem Gewebe – das alles macht der Herzchirurg. Er ist ebenso aktiv in der Vorbeugung und Erkennung von Erkrankungen und Verletzungen von Herz und herznahen Organen sowie den dazugehörigen Gefäßstrukturen. In den kritischen Tagen nach einer schwierigen Operation auf höchstem Niveau, begleitet er seine Patienten zusätzlich als Intensivmediziner.

Auf der Homepage des Berufsverbandes der Deutschen Chirurge (BDC) erklären Ärzte, warum sie sich für ihr Fachgebiet entschieden haben. Hier geht es zur Herzchirurgie.

Fakten zur Weiterbildung

Die Dauer der Weiterbildung

Die Weiterbildungszeit in der Herzchirurgie beträgt 72 Monate bei einem Weiterbildungsbefugten an einer Weiterbildungsstätte, davon

  • 24 Monate Basisweiterbildung im Gebiet Chirurgie
  • 48 Monate Weiterbildung zum Facharzt für Herzchirurgie (davon sind bis zu 12 Monate in einer anderen Facharztweiterbildungen des Gebietes Chirurgie, in Innere Medizin und Kardiologie und/oder Kinder- und Jugendmedizin/Kinder-Kardiologie möglich, auch im ambulanten Bereich)

Werden im Gebiet Chirurgie zwei Facharztkompetenzen erworben, so beträgt die gesamte Weiterbildungszeit mindestens neun Jahre.

Der Inhalt der Weiterbildung

Die Weiterbildung Herzchirurgie sieht den Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fähigkeiten in

  • der Vorbeugung, Erkennung, operativen und postoperativen Behandlung und Rehabilitation von Erkrankungen, Verletzungen und Verletzungsfolgen, Fehlbildungen des Herzens, der herznahen Gefäße sowie des Mediastinums und der Lunge im Zusammenhang mit herzchirurgischen Eingriffen
  • Maßnahmen der Nachsorge nach operativer Behandlung einschließlich Immunsuppression und Organabstoßungsbehandlung bei Transplantationen
  • der Indikationsstellung zur operativen und konservativen Behandlung einschließlich der Risikoeinschätzung und prognostischen Beurteilung
  • den Grundlagen minimal-invasiver Therapie
  • der Erhebung einer intraoperativen radiologischen Befundkontrolle unter Berücksichtigung des Strahlenschutzes
  • den Grundlagen der Diagnostik und Behandlung angeborener Herzerkrankungen sowie terminaler Erkrankungen von Herz und Lunge
  • der Anwendung von Kreislaufassistenzsystemen
  • der Indikationsstellung zur Herz-, Lungen- und Herz-Lungen-Transplantation einschließlich technischer Grundlagen von Herzassistenzsystemen

vor.

Die definierten Untersuchungs- und Behandlungsverfahren sind

  • Elektrokardiogramm
  • sonographische Untersuchungen der Thoraxorgane einschließlich Doppler-/Duplex-Untersuchungen des Herzens und der großen Gefäße
  • Echokardiographie
  • Operationen mit Hilfe oder in Bereitschaft der extrakorporalen Zirkulation (an Koronargefäßen, an der Mitralklappe einschließlich Rekonstruktion, an der Aortenklappe und/oder Aorta aszendens/Mitralklappe/Koronargefäß sowie bei angeborenen Herzfehlern)
  • Operationen ohne Einsatz der extrakorporalen Zirkulation (Anastomosen und Rekonstruktionen an den thorakalen Gefäßen einschließlich Aortenaneurysmen, transvenöse Schrittmacherimplantationen/ Defibrilatoren (AICD), Operationen am Thorax in Zusammenhang mit herzchirurgischen Eingriffen [z.B. Brustwandresektion, Thoraxstabilisierung, Exstirpation von Fremdkörpern, Operationen bei Thoraxverletzungen], Operationen an der Lunge und am angrenzenden Mediastinum in Zusammenhang mit herchirurgischen Eingriffen, Operationen an peripheren Gefäßen im Zusammenhang mit herzchirurgischen Eingriffen, z.B. Rekonstruktion peripherer Gefäße nach Einsatz von Kreislaufassistenzsystemen und der extrakorporalen Zirkulation

Quellen: Berufsverband der Deutschen Chirurgen e.V. (BDC), www.chirurg-werden.de und Musterweiterbildungsordnung 2013 der Bundesärztekammer

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