Alternative Karrierewege: Arbeiten in der Pharma-Branche

Wenn es um die Arbeit als Mediziner geht, stellt sich für die meisten die Frage: Klinik oder Praxis? Doch daneben gibt es auch noch andere Möglichkeiten: zum Beispiel einen Job in der pharmazeutischen Industrie.

Dr. Dina Domrös-Zoungrana arbeitet als Trainee bei Berlin-Chemie. Beim Operation Karriere-Kongress in Berlin beschrieb sie die Beschäftigungsmöglichkeiten, die es für Mediziner in der Pharma-Branche gibt. | Hanke

Das Medizinstudium bietet eine große Bandbreite an späteren Beschäftigungsmöglichkeiten außerhalb von Klinik und Praxis. Neben der Forschung an einer Universität, der Arbeit in einer Unternehmensberatung, dem Medizinjournalismus und dem medizinischen Dienst der Krankenkassen ist auch die Arbeit in einem Pharmaunternehmen eine Option.

Hier gibt es viele Jobs für verschiedene Karrierestufen – also sowohl für junge Mediziner, die direkt von der Uni kommen, als auch für Fachärzte und Spezialisten mit Berufserfahrung. In ihrem Vortrag beim Operation Karriere-Kongress in Berlin stellte Dr. Dina Domrös-Zoungrana, Trainee Medizin bei Berlin-Chemie, verschiedene Tätigkeitsfelder für Ärzte in der Pharmabranche vor.

Manager für wissenschaftliche Kommunikation (Berufseinsteiger)

Wer die Pharmabranche kennenlernen möchte, findet hier eine sinnvolle Einstiegsposition. Manager für wissenschaftliche Kommunikation beantworten vor allem Fragen von Ärzten, Apothekern und Patienten zu bestimmten Medikamenten. Außerdem gehören zu ihren Aufgaben:

  • Schulung von Außendienstlern
  • Organisation von Fortbildungs-Veranstaltungen und Kommunikation mit den Referenten
  • Zusammenarbeit mit Fachreferenten
  • Mitarbeit in der Local Drug Safety Unit (LDSU) und im Marketing
  • Marktanalyse und Literaturrecherche

Traineeprogramm für Mediziner (Berufseinsteiger)

Das Traineeprogramm bei Berlin Chemie ist beispielsweise auf zwei Jahre angelegt. In dieser Zeit rotieren die Trainees durch die wichtigsten Abteilungen und haben die Möglichkeit, sich gut in den verschiedenen Bereichen zu vernetzen, z.B.:

  • Gesundheitsmanagement
  • Arzneimittelsicherheit
  • Marktforschung
  • Arzneimittelzulassung

Dem stressigen Klinikalltag entfliehen, das wünscht man sich manchmal als Arzt. Carolin Grob hat ihre Facharztweiterbildung in der Radiologie abgebrochen und arbeitet jetzt als „Clinical Research Physician“ bei Boehringer Ingelheim.

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Um in das Traineeprogramm aufgenommen zu werden, ist eine Promotion vorteilhaft. Pflicht ist sie aber nicht. Und man sollte sich nicht von dem Begriff "Trainee" abschrecken lassen: Dabei handelt es sich um ein Programm, dessen Anspruch durchaus mit einer Facharztweiterbildung vergleichbar sei, erklärte Domrös-Zoungrana, die selbst ein Traineeprogramm absolviert.

Medical Advisor (Mediziner mit Berufserfahrung)

Für die Arbeit als Medical Advisor ist Berufserfahrung wichtig: Dieser Job ist sehr anspruchsvoll und kommt vor allem für fertig ausgebildete Fachärzte in Frage. Dabei braucht jedes Medikament einen Medical Advisor, der das Produkt medizinisch-wissenschaftlich betreut. Dazu gehören unter anderem folgende Aufgaben:

  • Konzeption, Organisation, Auswertung und Veröffentlichung von Studien
  • Planung und Betreuung von Fortbildungsveranstaltungen, Betreuung der Referenten
  • Erstellung und Prüfung von Materialien für Ärzte, Patienten, Apotheken und Außendienst
  • Durchführung von Schulungen
  • Beantworten von medizinischen Fragestellungen für Ärzte, Patienten, Apotheken und Außendienst

Wer erstmal nur in die Pharma-Branche hineinschnuppern möchte, kann das übrigens auch gern schon während des Studiums tun: Die Unternehmen bieten unter anderem Jobs für Werkstudenten an, aber auch die Möglichkeit, mal für einen oder mehrere Tage unverbindlich zu hospitieren.

Quelle: Operation Karriere-Kongress Berlin, 30.11.2019, Vortrag: "Alternative Karrierewege – Ärztliche Tätigkeit in der pharmazeutischen Industrie", Dr. med. Dina Domrös-Zoungrana, Trainee Medizin bei Berlin-Chemie, Berlin