Überblick: Weiterbildung Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie

Wie wird man Fachärztin oder Facharzt für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie? Hier sind alle Inhalte der Weiterbildungsordnung gelistet.

Plastische und Ästhetische Chirurgie

Die Lidstraffung ist der am häufigsten durchgeführte rekonstruktive Eingriff in Deutschland.

Auf einen Blick: Facharzt-Weiterbildung Thoraxchirurgie

Definition: Das Fachgebiet der Thoraxchirurgie beschäftigt sich mit chirurgisch zu versorgende Erkrankungen, Verletzungen und Fehlbildungen im Bereich des Brustraums. Dazu gehört das Brustfell (Pleura), die Lunge, die Luftröhre und die Bronchien, das Zwerchfell und die Thoraxwand.

Dauer: Die Facharzt-Weiterbildung in der Thoraxchirurgie dauert 72 Monate. Davon müssen 48 Monate in der Thoraxchirurgie und jeweils 6 Monate in der Notfallaufnahme und in der Intensivmedizin abgeleistet werden. 12 Monate können in anderen Fachgebieten erfolgen.

Anzahl der Fachärzte: In Deutschland gibt es 385 Fachärzte für Thoraxchirurgie. Davon sind 370 berufstätig. Nur 7 davon arbeiten ambulant, 351 stationär in einer Klinik.

Das Wort "Thorax" stammt aus dem Altgriechischen und bezeichnet den Brustkorb. Damit ist schon grob abgesteckt, womit sich Thoraxchirurgen beschäftigen: Nämlich mit der Diagnostik und chirurgischen Therapie von Organen, die im Brustbereich liegen. Dazu gehören alle Erkrankungen der Lunge, des Brustmittelraums (Mediastinum), des Brustfells (Pleura), des Zwerchfells (Diaphragma), der Luftröhre (Trachea) sowie des Brustkorbs selbst. Das Herz und die Hauptschlagader allerdings gehören nicht in diesen Bereich, sondern zum Fachgebiet der Herzchirurgie. 

Fachärztinnen und Fachärzte für Thoraxchirurgie operieren vor allem onkologische Erkrankungen. Ein Schwerpunkt liegt hier bei der Behandlung von Patienten mit Lungenkarzinom. Dabei arbeiten Thoraxchirurgen interdisziplinär eng mit Ärzten anderer Fachrichtungen, wie beispielsweise Pneumologen, und Onkologen zusammen.

Da es durch die moderne Bildgebung möglich geworden ist, Lungenkrebs auch schon in einem Frühstadium zu diagnostizieren, können Ärzte auch immer kleinere Tumore erkennen und operieren. Wie auch in anderen Fachgebieten kommen auch bei der Thoraxchirurgie immer häufiger minimalinvasive Methoden zum Einsatz. Seit den 1990-Jahren gehört beispielsweise die Video-assistierte Thorakoskopie (VATS) zum Spektrum des Fachs und gilt inzwischen als Standard.

Wie auch in den anderen chirurgischen Fachgebieten besteht die Facharzt-Weiterbildung im Bereich Thoraxchirurgie in den ersten beiden Jahren aus dem so genannten "Common Trunk". Hier lernen Assistenzärztinnen und Assistenzärzte zunächst die basischirurgischen Grundlagen: Es werden akute Notfälle erkannt und behandelt, einschließlich lebensrettender Maßnahmen. Chirurgische Erkrankungen und Verletzungen werden klassifiziert und diagnostiziert sowie Prinzipien der perioperativen Diagnostik und Therapie behandelt. Die vierjährige Spezialisierung in der Thoraxchirurgie folgt dann im zweiten Teil der Weiterbildung.

Insgesamt arbeiten in Deutschland 370 Thoraxchirurgen und Thoraxchirurginnen. Dabei gilt auch hier wie in anderen chirurgischen Fächern: In diesem Fachgebiet arbeiten immer noch überwiegend Männer. Dabei sind die meisten von ihnen in einer Klinik angestellt. Einige wenige Thoraxchirurgen arbeiten in einem MVZ oder sind Sanitärsoffiziere bei der Bundeswehr.

Die Weiterbildung Thoraxchirurgie im Überblick

Dauer der Weiterbildung

Die Weiterbildungszeit in der Plastischen und Ästhetischen Chirurgie beträgt 72 Monate bei einem Weiterbildungsbefugten in einer Weiterbildungsstätte, davon

  • müssen 48 Monate in Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie abgeleistet werden
  • müssen 6 Monate in der Notfallaufnahme abgeleistet werden
  • müssen 6 Monate in der Intensivmedizin abgeleistet werden
  • können zum Kompetenzerwerb bis zu 12 Monate Weiterbildung in anderen Gebieten erfolgen

Inhalte der Weiterbildung

Übergreifende Inhalte

  • Wesentliche Gesetze, Verordnungen und Richtlinien
  • Chirurgische Techniken und Instrumentengebrauch, insbesondere Inzision, Präparation, Retraktion, Naht- und Knotentechniken einschließlich Laseranwendung unter Berücksichtigung der verschiedenen Gewebestrukturen
  • Chirurgische perioperative Behandlung einschließlich Vorbereitung, Lagerungstechniken, Nachsorge und Komplikationsmanagement sowie Indikationsstellung zu weiterführenden Maßnahmen
  • Techniken der temporären Ruhigstellung und Fixationsverbände
  • Prophylaxe, Diagnostik und Therapie von Thrombosen
  • Wundheilung und Narbenbildung
  • Wundmanagement und stadiengerechte Wundtherapie sowie Verbandslehre einschließlich verschiedene Wundauflagen, Unterdruck- und Kompressionstherapie
  • Defektdeckung bei akuten und chronischen Wunden
  • Grundlagen der medikamentösen Tumortherapie
  • Basisbehandlung palliativmedizinisch zu versorgender Patienten
  • Scoresysteme und Risikoeinschätzung

Lokalanästhesie und Schmerztherapie

  • Lokal- und Regionalanästhesien
  • Abklärung peri- und postoperativer Schmerzzustände
  • Diagnostik und Therapie nach dokumentierten Schmerztherapieplänen
  • Behandlung von Patienten mit komplexen Schmerzzuständen
  • Injektionen und Punktionen

Notfall- und Intensivmedizin

  • Erkennung und Behandlung akuter Notfälle einschließlich lebensrettender Maßnahmen
  • Kardiopulmonale Reanimation
  • Pathophysiologie von schweren Verletzungen, des Polytraumas und deren Folgen
  • Indikationsstellung zur Notfall-Laparotomie und Thorakotomie
  • Überwachung, Monitoring, Dokumentation und Betreuung von intensivmedizinischen Patienten
  • Differenzierte Beatmungstechniken
  • Atemunterstützende Maßnahmen bei intubierten und nicht-intubierten Patienten
  • Beatmungsentwöhnung bei langzeitbeatmeten Patienten
  • Mitbehandlung bei septischen Krankheitsbildern
  • Pharmakologie der Herz-Kreislauf-Unterstützung
  • Infusions-, Transfusions- und Blutersatztherapie, enterale und parenterale Ernährung
  • Zentralvenöse Zugänge (Richtzahl: 20)
  • Arterielle Kanülierung und Punktionen
  • Thorax-Drainage
  • Legen eines transurethralen und/oder suprapubischen Katheters

Die Richtlinien der Weiterbildungsordnung können ganz schön verwirrend sein. Wie lange dauert die jeweilige Weiterbildung? Welche Inhalte gibt es? Welche Anlaufstellen kann man bei Fragen kontaktieren? Alle Antworten findest du hier.