Das war Operation Karriere 2017 in Köln

Sie finden an dieser Stelle die Nachberichterstattung in Wort und Bild rund um den Operation Karriere-Kongress in Köln, der am 2. Dezember 2017 im Komed Konferenzbereich im Mediapark stattfand. 


Operation Karriere in Köln – Bilder vom Kongress

Am 2. Dezember ging der sechste und letzte Operation Karriere Kongress diesen Jahres erfolgreich über die Bühne. Mehr als 300 Teilnehmer und 160 Fachbesucher fanden den Weg in den Kölner MediaPark, wo der Kongress stattfand.

Operation Karriere Kongress Köln

Alex Muchnik

Die Besucherinnen und Besucher freuten sich über ein vollgepacktes Tagesprogramm mit spannenden Referenten, interessanten Workshops und Vorträgen zu vielen verschiedenen Themen. 

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Neuer PhD-Promotionsstudiengang überzeugt mit Internationalität

Dr. Nicole Jankovic stellte auf dem Operation Karriere Kongress Köln einen neuen PhD-Promotionsstudiengang zum Thema Epidemiologie vor. Studiert wird an den Universitäten Essen, Bochum und Dortmund.

Dr. Nikola Jankovic

Dr. Nikola Jankovic ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Zentrum für Klinische Epidemiologie des Universitätsklinikums Essen. | Teichert

Das neue PhD-Programm ist eine Kooperation der Universitäten Essen, Bochum und Dortmund. Dr. Nicole Jankovic nutzte den Operation Karriere Kongress in Köln, um den Promotionsstudiengang näher vorzustellen und mögliche Interessenten zu erreichen. Das dreijährige Programm am Standort Essen umfasst die Einbindung in ein eigenes Forschungsprojekt und ein auf zwei Jahre ausgelegtes Begleitprogramm. Die jährlichen Summer School-Angebote, bei denen Gastdozentinnen und Gastdozenten Themen aus den Bereichen Epidemiologie und Klinische Forschung anbieten, unterstreichen zudem die Internationalität, auf die der englischsprachige Studiengang angelegt ist. 

Die Kernmodule des Programms sind neben der Epidemiologie auch Biometrische Statistik und Statistische Analyseprogramme (SAS) – auch für Nichtmediziner sei der Studiengang durchaus belegbar, sagte Jankovic. Sie unterstrich die Wichtigkeit des interdisziplinären Austauschs. Im Rahmen der Dissertation sind die Studierenden aktiv in die Wissenschaft eingebunden. Die Doktorandinnen und Doktoranden sollen am Ende der Dissertation eigenständig epidemiologische Studien unter Berücksichtigung guter epidemiologischer Praxis initiieren und durchführen können.

Jankovic weckte mit ihrem Vortrag Interesse. In der Pause suchten einige Besucher das Gespräch mit der Referentin und stellten weitere Fragen zum Programm. 

Quelle: Dr. Nicole Jankovic, Msc, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Zentrum für Klinische Epidemiologie c/o IMIBE Universitätsklinikum Essen: "Neuer PhD-Promotionsstudiengang – Epidemiology and Clinical Research", Operation Karriere Kongress Köln, 02.12.2017.

Mit der Zeit gehen: Social Media hat die Arztpraxen längst erreicht

Die Sozialen Medien werden natürlich auch für Mediziner immer wichtiger. Michael G.F. Mögling spezialisiert sich mit seiner Agentur auf Ärzte und deren Praxen. Beim Operation Karriere Kongress in Köln verriet er, was es zu beachten gilt.

Michael G.F. Mögling

"Die Zukunft gehört den Apps!" Michael G.F. Mögling stellte klar, wie wichtig die Sozialen Netzwerke für Ärzte sind. | Teichert

Big Data! Ein Schlüsselbegriff, welchen Michael G.F. Mögling, Marketingberater bei Medicus-Digital.de, nicht energisch genug betonen konnte. In den Zeiten der Digitalisierung ist auch eine Entwicklung der „digitalen Medizin“ vonnöten und gilt als unabdingbar für jede Praxis. Schon seit einigen Jahren spezialisiert sich Mögling mit seiner Agentur auf Ärzte und deren Web-Auftritte.

Wie soll eine gute Ärzte-Webseite aussehen und was ist überhaupt alles möglich? Mit dieser Frage beschäftigt sich Mögling schon seit Jahren, gerade die älteren Generationen mussten sich in den vergangenen Jahren den vielen neuen Gegebenheiten anpassen und ihr digitales Konzept umstrukturieren. Diverse Social-Media-Kanäle, Blogeinträge oder Interaktive Praxisführungen – alles Aspekte, die es zu berücksichtigen gilt!

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Ein Screenshot der Übersichtsseite der App Lass mal kreuzenEin Screenshot einer Lernseite der App Lass mal kreuzenEin Screenshot der Prometheus-App mit Bildern der Anatomie des Kopfes

Von ganz besonderer Wichtigkeit sei die Technik des Responsive Webdesigns. Sie ermöglicht das einheitliche Erscheinungsbild von Webseiten auf den verschiedenen Geräten. So nutzen immer mehr User auch ihr Smartphone oder Tablet, um Informationen über Arztpraxen zu erlangen. „Das ist ein absolutes Muss“, so Mögling während seines Vortrags.

SEO-Optimierung gehöre ebenfalls zu den wichtigen Themen – heutzutage spielen Google-Algorithmen eine große Rolle, für viele Laien ein Buch mit sieben Siegeln. Agenturen, wie die von Mögling, sorgen in so einem Fall für Abhilfe und kennen die richtigen Kniffe, um einer Webseite eine möglichst hohe Reichweite zu geben. 

„Die Zukunft gehört den Apps“, machte Mögling im weiteren Verlauf klar. Schon bald sollen Gesundheits-Apps den Arztbesuch ersetzen – im ständigen Austausch mit dem behandelnden Arzt bekommt der Patient alle nötigen Informationen dann direkt auf sein Smartphone. 

Quelle: Michael G.F. Mögling, Marketingdirektor, MGFM-Media, Köln: "Facebook, Werbeauftritt und Co. - Worauf Ärzte bei Social Media achten sollten", Operation Karriere Kongress Köln, 02.12.2017.

Weiterbildungen nicht mehr als Problem sehen

Als erfahrener Internist und Pneumologe weiß Dr. Dietrich Rohde, dass gerade zu Beginn der Arztkarriere die Weiterbildungsfragen aufkommen und oftmals für Zweifel sorgen. Beim Operation Karriere-Kongress in Köln sprach er über Verbundweiterbildungsmöglichkeiten.

Dr. med. Dietrich Rohde

Dr. med. Dietrich Rohde | Teichert

Die Frage nach Weiterbildungsmöglichkeiten wird sich jeder Absolvent irgendwann einmal stellen. Als sehr sinnvoll erachtet Rohde die fachübergreifende Weiterbildung. Untersuchungen, die in der Praxis regelmäßig durchgeführt werden, aber in der Klinik gar nicht oder nicht mit ausreichendem Tiefgang gelehrt werden, delegiert die Uniklinik an Partnerpraxen.

In diesem Zusammenhang erklärte Rohde das „Modell Wuppertal“: Der Weiterbildungsassistent bleibt arbeitsrechtlich Angestellter der Klinik. Ein halbes Jahr lang wird an den Nachmittagen von Montag bis Donnerstag für je vier Stunden weitergebildet, Personalkosten werden geteilt. Dieses Konzept wurde mit der Ärztekammer Nordrhein abgestimmt und gilt als erste fachärztliche Verbundweiterbildung neben der Allgemeinmedizin.


So sei der Weg zum Allgemeinmediziner strukturierter und durchdachter. Zuvor galt dieser Karriereweg als durchaus kompliziert – zwischen stationärem und ambulantem Teil herrschte eine große Dissonanz. Zudem fühlt sich der Absolvent mit der Rückendeckung der Ärztekammer sowie von den Kassenvereinigungen deutlich sicherer.

Quelle: Dr. med. Dietrich Rohde, Internist und Pneumologe, Ehrenvorsitzender des Bundesverbandes der Pneumologen, Mühlheim: "Verbundweiterbildung - Facharztweiterbildung in allen notwendigen Abschnitten", Operation Karriere Kongress Köln, 02.12.2017.

Die Richtlinien der Weiterbildungsordnung können ganz schön verwirrend sein. Wie lange dauert die jeweilige Weiterbildung? Welche Inhalte gibt es? Welche Anlaufstellen kann man bei Fragen kontaktieren? Alle Antworten finden Sie hier.

Chirurg werden: Mehr Handwerker als Künstler

Unter dem Titel "Chirurg werden – Künstler mit Skalpell" stellte Prof. Dr. Wolfgang Schwenk das Berufsbild des Chirurgen vor. Das "Künstler-Bild" wies er jedoch schnell zurück – viel mehr sei man in dieser Fachrichtung ein Handwerker.

Prof. Dr. med. Wolfgang Schwenk

Stellte das Berufsbild des Chirurgen vor: Prof. Dr. Wolfgang Schwenk | Teichert

Im kulturellen Umfeld werde der Chirurg nicht selten als „Gott in Weiß“ bezeichnet. Diese Heroisierung ist natürlich nicht mehr zeitgemäß – in der heutigen Welt ist Teamwork das A und O in jedem Krankenhaus. Dennoch ist der Beruf des Chirurgen nach wie vor sehr beliebt, kein Wunder also, dass der Vortrag von Prof. Dr. Wolfgang Schwenk außerordentlich gut besucht wurde.

Zu Beginn wagte Schwenk einen kleinen historischen Exkurs: Mit dem 16. Oktober 1846 (Ether Day) verfügt die moderne Anästhesie über ein offizielles Geburtsdatum. Erstmals gelang damals dem Zahnarzt William Thomas Green Morton eine erfolgreiche Äthernarkose an einem Patienten mit einer Geschwulst am Hals.

Im weiteren Verlauf seines Vortrags zeigte Schwenk ein paar Bilder aus dem OP und führte ein paar Anekdoten aus seiner jahrelangen Berufserfahrung an. Das Bild des Chirurgen als Künstler wies er entschieden ab, vielmehr müsse der Chirurg als Handwerker gesehen werden. „Chirurgie ist mehr als Operieren“, fügte er noch hinzu und verwies nochmals auf die Wichtigkeit der Zusammenarbeit mit dem ganzen Team.

Letztlich wagte Schwenk noch einen Blick in die chirurgische Zukunft und prognostizierte einige große Änderungen in den kommenden Jahren. Vor allem die Robotertechnologie sei immer mehr im Kommen und werde zukünftig eine immer größere Rolle in allen chirurgischen Vorgängen spielen.

Quelle: Prof. Dr. med. Wolfgang Schwenk FACS, Chefarzt Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Städtisches Klinikum Solingen gGmbH, Solingen: "Chirurg werden - Künstler mit Skalpelle", Operation Karriere Kongress Köln, 02.12.2017.

Der erste Dienst: Tipps und Tricks für die Kommunikation

Kommunikationsfähigkeiten sind extrem wichtig, vor allem für junge Ärzte, die den ersten Dienst antreten. Dr. Stefan Beyerlein setzte sich auf dem Operation Karriere Kongress in Köln mit diesem Thema auseinander.

Dr. Stefan Beyerlein

Eine richtige Kommunikationsführung ist im Arztalltag unbedingt nötig: Dr. Stefan Beyerlein | Teichert

Einen Einblick in die Welt der Kommunikation gab Dr. Stefan Beyerlein auf dem Operation Karriere Kongress in Köln. Neben all den fachlichen Kenntnissen, die ein Arzt ohne Frage besitzen muss, dürfen auch die Kommunikationsfähigkeiten nicht zu kurz kommen. Durch den ständigen Kontakt mit dem Patienten, ist eine gute Kommunikationsführung unbedingt nötig.

Beyerlein selber beschäftigt sich schon seit einigen Jahren mit diesem Thema und wendet seine eigenen Ratschläge bei der Arbeit in der DRK-Kinderklinik in Siegen an. Um die Kommunikationsfähigkeiten zu steigern, muss man erstmal verstehen, wie Kommunikation überhaupt funktioniert.

Gehirn funktioniert wie ein Filter

Gesprächsführung bestehe aus verschiedenen Wahrnehmungen, 80 Prozent aller Kommunikation zum Beispiel aus nonverbaler Kommunikation – umso wichtiger sei gerade im Gespräch mit dem Patienten die Körperhaltung und die Gestik. Das menschliche Gehirn funktioniere wie ein Filter, jeder Gesprächspartner nehme verschiedene Informationen unterschiedlich auf.

Beyerlein verwies hier vor allem auf die berühmten Kommunikationsmodelle des Kommunikationswissenschaftlers Friedemann Schulz von Thun. Das Vier-Seiten-Modell (auch Nachrichtenquadrat, Kommunikationsquadrat oder Vier-Ohren-Modell) der Kommunikationspsychologie, mit dem eine Nachricht unter vier Aspekten oder Ebenen beschrieben wird: Sachinhalt, Selbstoffenbarung, Beziehung und Appell. Anhand von konkreten Beispielen ging Beyerlein auf die verschiedenen Aspekte ein.

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NiereninsuffizienzSchmerzfreier IleusDarmpolypen

 

Im Gespräch mit dem Patienten solle sich der behandelnde Arzt immer Vorab-Überlegungen machen: Warum führe ich das Gespräch? Was will ich auf der Sachebene sagen? Was ist das minimale/maximale Gesprächsziel? Gibt es Alternativen?

In der Interaktion mit den Teilnehmern ging Beyerlein einige praktische Beispiele durch. Die Aufmerksamkeit der jungen Mediziner für dieses Thema hatte Beyerlein mit seinen hilfreichen Tipps und Tricks in jedem Fall geweckt.

Quelle: Dr. Stefan Beyerlein (FEAPU), Chefarzt der Klinik für Kinderchirurgie, Kinderurologie und Kinderorthopädie und Stellvertretender Ärztlicher Direktor der DRK-Kinderklinik Siegen gGmbH: "Gesprächsführung in der Ambulanz & Notfallsituation", Operation Karriere Kongress Köln, 02.12.2017.

Technik und Medizin: Im Labor genau richtig aufgehoben

Eine hohe Technikaffinität ist in vielen Bereichen der Medizin hilfreich. Wer sich für die Arbeit im Labor entscheidet, kommt um exzellente Kenntnisse auf diesem Gebiet nicht herum.

PD Dr. med. Olav A. Gressner

Auf dem Operation Karriere Kongress in Köln stellte PD Dr. Olav A. Gressner den Beruf des Facharztes für Laboratoriumsmedizin vor. | Teichert

Was genau macht eigentlich der Laborarzt? Mit dieser Frage startete PD Dr. Olav A. Gressner in seinen Vortrag und erntete – wie zu erwarten war – erstmal fragende Gesichter. Viele Leute wüssten gar nicht genau, wer eigentlich ihr Laborarzt ist, geschweige denn was er überhaupt macht.

Gressner setzte sich zum Ziel, die „Wertigkeit des Faches“ herauszuarbeiten und so mögliche Interessenten zu gewinnen. Laut der Definition der Ärztekammer unterscheidet sich der Job des Laborarztes kaum von dem des Radiologen. In beiden Bereichen liegt der Fokus in der Erkennung und Einschätzung von Krankheiten – nur die Diagnostik unterscheidet sich. Während der Radiologe Strahlenverfahren zu Hilfe zieht, nutzt der Laborarzt chemische, physikalische, immunologische, biochemische, molekularbiologische und mikrobiologische Untersuchungsverfahren.

Mit dem Vorurteil, dass Laboratoriumsmediziner „keine echten Ärzte“ seien, räumte Gressner also schleunigst auf. Auf dem Karriereweg sei auch eine Spezialisierung in verschiedene Teilbereiche möglich und durchaus erstrebenswert. So könne sich der Arzt unter anderem in den Bereichen Toxikologie, Hämatologie oder auch Molekulardiagnostik spezialisieren.

 

Auch eine Facharztweiterbildung sei möglich. Mikroskopie und Färbeverfahren, klinisch-chemische Basisanalytik, Softwareanalytik oder Urindiagnostik – alles mögliche Fachrichtungen. Unter der Berücksichtigung neuester pathobiochemischer Erkenntnisse, werden auch in dieser Richtung in den kommenden Jahren einige Spezialisierungen denkbar sein.

Quelle: PD Dr. med. Olav A. Gressner, Facharzt für Laboratoriumsmedizin, anerkannter Klinischer Chemiker (DGKL), Labor Dr. Wisplinghoff, Köln: "Medizin im Labor - Mehr als modernste Analytik", Operation Karriere Kongress Köln, 02.12.2017.

Anästhesie: Spannedes Berufsfeld mit chancenreicher Zukunft

Kaum einer anderen Facharztgruppe wird vom Patienten so viel Vertrauen entgegen gebracht wie den Anästhesisten. Generell bringt diese Arbeit sehr viel Verantwortung mit. Auf dem Operation Karriere Kongress in Köln stellte Dr. Enrico Monaca seine Arbeit etwas genauer vor.

Dr. med. Enrico Monaca

Anästhesie kann auch spannend sein: Dr. Enrico Monaca sprach über das Berufsbild des Anästhesisten. | Teichert

Die Anästhesie – für viele eine eher unspektakuläre Fachrichtung, das Bild des tiefenentspannten Kaffeetrinkers an seinem Monitor wird immer wieder scherzhaft aufgegriffen. Doch Dr. Enrico Monaca zeigte in seinem Vortrag, wie vielschichtig und spannend das Feld des Anästhesisten tatsächlich sein kann. Immerhin muss der Patient keinem anderen Arzt so viel Vertrauen entgegenbringen, wie dem Anästhesisten. Letztlich ist dieser dafür verantwortlich, den Patienten in einen so tiefen Schlaf zu versetzten, dass die komplette Wahrnehmung ausgeschaltet wird. Die Arbeit birgt also ein hohes Maß an Verantwortung und erfordert fundierte Kenntnisse in verschiedenen Bereichen.

In diesem Zusammenhang nannte Monaca die vier Säulen der Anästhesiologie. Neben der Anästhesie gehören auch die Intensivmedizin, die Notfallmedizin und die Schmerztherapie dazu. Die zu erlangenden Kenntnisse finden sich in der Anatomie, in der Pathologie/Physiologie, in der Inneren Medizin, in der Neurologie, in der Pharmakologie, sowie in der Technik. Außerdem muss ein Überblick über sämtliche operative Verfahren vorhanden sein.

Kontakte an jeder Ecke

Neben dem Kontakt mit dem Patienten in Vor- und Nachgesprächen, bei denen der Anästhesist auch mal zum Psychologen werden kann und mögliche Ängste bereinigen muss, ist er auch mit diversen Experten aus allen anderen Fachbereichen in ständiger Interaktion, um sich Patienteninformationen einzuholen. Immer modernere Anästhesieformen sorgen zudem auch für eine chancenreiche Zukunft – auch in der Anästhesie machen technische Fortschritte natürlich keinen Halt. So schaffte Monaca es, mit seinem sehr ansprechenden Vortrag, viele Interessenten zu erreichen.


Quelle: Dr. med. Enrico Monaca, Sektionsleiter der Intensivmedizin, Agaplesion Bethesda Krankenhaus, Wuppertal: "Anästhesie und Intensivmedizin - Am Puls der Zeit", Operation Karriere Kongress Köln, 02.12.2017.

Ärzte ohne Grenzen: Immer auf der Suche nach neuen Mitgliedern

Während der Schlacht um Mossul im Nordirak zwischen Herbst 2016 und Sommer 2017 war Dr. Nazek Raouf für die Ärzte ohne Grenzen vor Ort. Auf dem Operation Karriere Kongress in Köln berichtete sie nun von ihrer Arbeit und sensibilisierte die Teilnehmer für das Thema.

Dr. med. Nazek Raouf

Beeindruckender Vortrag von Dr. Nazek Raouf zu den Ärzten ohne Grenzen | Teichert

Besonders große Aufmerksamkeit erlangte der Vortrag von Dr. Nazek Raouf zum Thema „Humanitäre Hilfe – Einsatz bei Ärzte ohne Grenzen.“ Der Vortragsraum füllte sich bis auf den letzten Sitzplatz, viele Zuhörer mussten stehen. Das zeigte, wie groß das Interesse an diesem Thema war.
Raouf sprachüber ihre eigenen Erfahrungen bei der internationalen Organisation für medizinische Nothilfe – das Publikum hörte gebannt zu, man hätte eine Stecknadel fallen hören können. Mit Bildern und Impressionen von ihrem Einsatz in der nordirakischen Stadt Mossul 2017, lieferte sie effektvolle Eindrücke.

Tankred Stöbe

Tankred Stöbe ist Internist, Rettungsmediziner und überzeugter Notfallmediziner für Ärzte ohne Grenzen. Im Interview sagt er, wie ein Einsatz abläuft und verrät, warum seine Frau mit seinem vorgeschlagenen Auslandsziel "Afghanistan" letztlich überaus einverstanden war.

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Die Prinzipien von Ärzten ohne Grenzen seien vor allem die Unabhängigkeit und die Unparteilichkeit. „Wir haben eine neutrale Position in Krisengebieten“, so Raouf. Insgesamt gibt es 34.000 Mitarbeiter bei Ärzte ohne Grenzen, 60 Prozent davon sind ausgebildete Mediziner. Die basismedizinische Versorgung sowie verschiedene Ernährungsprogramme stehen im Vordergrund der Arbeit. Als aktuelles Beispiel nannte Raouf die Cholera-Epidemie im Jemen, welche eine umfassende Versorgung nötig macht.

Gesucht werden vor allem Allgemeinmediziner, aber auch über Fachärzte jeglicher Art ist die Organisation dankbar. Als eine „ganz besondere Herausforderung“ bezeichnete Raouf die Arbeit, Schwierigkeiten wie Logistikprobleme und Personalmangel seien Alltag und machten jeden Arbeitstag zu einem neuen Abenteuer.

Quelle: Dr. med. Nazek Raouf, Ärzte ohne Grenzen: "Humanitäre Hilfe - Einsatz bei Ärzte ohne Grenzen", Operation Karriere Kongress Köln, 02.12.2017.