Ärztinnen im Fokus bei Operation Karriere in Hamburg

Die Medizin wird weiblich – dies zeigte sich auch beim Regionalkongress „Operation Karriere“ des Deutschen Ärzte-Verlags am 30. Mai in Hamburg, der zum siebten Mal am Universitätsklinikum Eppendorf (UKE) stattfand. Viele der etwa 300 Teilnehmer waren Medizinstudentinnen sowie Ärztinnen in Weiterbildung.

Dr. med. Christiane Groß, Präsidentin des Deutschen Ärztinnenbundes, forderte während der Podiumsdiskussion einen Abbau struktureller und mentaler Barrieren sowie berufliche Chancengleichheit für Studienanfängerinnen im Fach Humanmedizin, deren Anteil derzeit bei 63 Prozent liegt. Außerdem müsse man ihnen den Weg in die berufspolitischen Gremien ebnen.

Künftig sei sowohl in der Krankenversorgung als auch in der Forschung eine stärkere Auseinandersetzung mit dem traditionellen männlichen und weiblichen Rollenbildern notwendig, betonten zwei der Hochschullehrerinnen am UKE, Prof. Dr. med. Ania Muntau (Leiterin der Universitäts-Kinderklinik) sowie Prof. Dr. med. Gabriele M. Rune (Direktorin des Instituts für Neuroanatomie). Sie ermutigten die jungen Kollegen, konsequent an ihren Wunschkarrieren festzuhalten. Dr. med. Katrin Schaudig, niedergelassene Gynäkologin, wies auf die Möglichkeiten im ambulanten Bereich hin, familien- und frauenfreundliche Arbeitsbedingungen umzusetzen.

„Operation Karriere“ bot einen Überblick über den ärztlichen Arbeitsmarkt und regionale Weiterbildungsmöglichkeiten. Weitere Kongresse für Medizinstudierende finden am 20. Juni in München, am 14. November in Berlin und am 05. Dezember in Köln statt.

Dr. med. Eva Richter-Kuhlmann (Redakteurin Deutsches Ärzteblatt)