Das war Operation Karriere 2016 in Frankfurt

Die Fragen von Studierenden sowie jungen Ärztinnen und Ärzten zur Aus- und Weiterbildung zu beantworten, war Ziel des diesjährigen regionalen Nachwuchskongresses „Operation Karriere“ des Deutschen Ärzte-Verlages am 13. Februar in Frankfurt am Main.

Zahlreiche Vorträge, Workshops und Podiumsdiskussionen informierten knapp 400 Nachwuchsärzte auf dem Campus Westend der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität über Berufsaussichten sowie Trends und Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt. Dabei wurden berufsspezifische Tätigkeitsfelder und Weiterbildungsmöglichkeiten aufgezeigt. Mitarbeiter der Landesärztekammer und der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen sowie zahlreiche Vertreter von Krankenhäusern und Gesundheitsunternehmen beantworteten zudem im Rahmen der begleitenden Karrieremesse den Nachwuchsärzten Fragen zum Berufsstart.

Nina Walter, Ärztliche Leiterin der Stabsstelle Qualitätssicherung und stellvertretende ärztliche Geschäftsführerin der Landesärztekammer Hessen, würdigte die hohe Motivation, mit der sich Medizinstudierende ihrem künftigen Beruf widmeten. Diese belegten auch die Befragungen der hessischen Medizinabsolventen, die seit Herbst 2009 zweimal jährlich nach Beendigung der ärztlichen Prüfung durch die Kammer durchgeführt werden. Die Medizin habe im Vergleich zu anderen Studienrichtungen die geringste Absprungrate.

Dr. med. Eva Richter-Kuhlmann (Redakteurin Deutsches Ärzteblatt)

Sie finden hier die Nachberichterstattung in Form von Artikeln und Bildergalerien rund um den Operation Karriere Kongress in Frankfurt/Main, der am 13. Februar 2016 im Casino-Gebäude der Goethe-Universität Frankfurt stattfand.


Impressionen vom Operation Karriere Kongress 2016 in Frankfurt

Am 13. Februar 2016 fand zum siebten Mal der Operation Karriere Kongress in Frankfurt/Main statt. Hier einige Impressionen vom Kongress, den Teilnehmerinnen und Teilnehmern sowie den Referentinnen und Referenten.

Michael Laschewski

Tanja Schepp

Michael Laschewski eröffnete den Kongress und überbrachte Grußworte im Namen des Deutscher Ärzte-Verlags.

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Arbeitsmedizin – Eckpfeiler der Prävention

Warum die Arbeitsmedizin einen wichtigen Eckpfeiler bei der Prävention darstellt, erläuterte Dr. Neda Geroyan, Assistenzärztin am B·A·D Zentrum, beim Operation Karriere Kongress 2016 in Frankfurt/Main.

Dr. Neda Geroyan

Dr. Neda Geroyan, Assistenzärztin am B·A·D Zentrum, während ihres Vortrags beim Operation Karriere Kongress 2016 in Frankfurt. | dd

Der Unterschied zu anderen Fachrichtungen sei in der Arbeitsmedizin, dass man es dort mit Probanden und nicht mit Patienten zu tun habe. „Das klingt zunächst merkwürdig, aber es ist schön, weil man durch Präventionsmaßnahmen Menschen gesund und arbeitsfähig hält“, erklärte Dr. Neda Geroyan, Assistenzärztin in Weiterbildung am B·A·D Zentrum, B·A·D Gesundheitsvorsorge und Sicherheitstechnik GmbH, Frankfurt.

Hauptvorteil sei neben den geregelten Arbeitszeiten auch die Arbeit im Team, so Geroyan. Durch die Arbeitsmedizin würden Fehlzeiten am Arbeitsplatz durch Verletzungen und Krankheit nachweislich reduziert. Dies erreiche man durch die Beratung gesunder Menschen, um sie dabei zu unterstützen, gesund zu bleiben und weiter arbeiten zu können.

Wichtig hierbei sei die Unterweisung von Mitarbeitern eines Betriebes. Dabei gehe es um die Beantwortung von Fragen wie „Warum muss ich mich impfen lassen?“ oder auch „Welche Schutzkleidung ist für meine Arbeit wichtig?“  

 

Überblick:

 

Facharzt/Fachärztin für Arbeitsmedizin (Arbeitsmediziner/Arbeitsmedizinerin)

 

Weiterbildungsziel:

Ziel der Weiterbildung im Gebiet Arbeitsmedizin ist die Erlangung der Facharztkompetenz nach Ableistung der vorgeschriebenen Weiterbildungszeit und Weiterbildungsinhalte sowie des Weiterbildungskurses.

 

Weiterbildungszeit:

60 Monate bei einem Weiterbildungsbefugten an einer Weiterbildungsstätte gemäß § 5 Abs. 1 Satz 1, davon:

  • 24 Monate im Gebiet Innere Medizin und/oder in Allgemeinmedizin
  • 36 Monate Arbeitsmedizin, davon können bis zu
  • 12 Monate in anderen Gebieten angerechnet werden

360 Stunden Kurs-Weiterbildung gemäß § 4 Abs. 8 in Arbeitsmedizin, die während der 60 Monate Weiterbildung erfolgen sollen

 

Weiterbildungsinhalt:

Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in

 

  • der Prävention arbeitsbedingter Gesundheitsstörungen und Berufskrankheiten sowie der auslösenden Noxen
  • Arbeitsplatzbeurteilung/Gefährdungsbeurteilung
  • Epidemiologie, Statistik und Dokumentation
  • der Gesundheitsberatung
  • der betrieblichen Gesundheitsförderung einschließlich der individuellen und gruppenbezogenen Schulung
  • der Beratung und Planung in Fragen des technischen, organisatorischen und personenbezogenen Arbeits- und Gesundheitsschutzes
  • der Unfallverhütung und Arbeitssicherheit
  • der Organisation und Sicherstellung der Ersten Hilfe und notfallmedizinischen Versorgung am Arbeitsplatz
  • der Mitwirkung bei medizinischer, beruflicher und sozialer Rehabilitation
  • der betrieblichen Wiedereingliederung und dem Einsatz chronisch Kranker und schutzbedürftiger Personen am Arbeitsplatz
  • der Bewertung von Leistungsfähigkeit, Arbeits- und Beschäftigungsfähigkeit, Belastbarkeit und Einsatzfähigkeit einschließlich der Arbeitsphysiologie und Ergonomie
  • der Arbeits- und Umwelthygiene einschließlich der arbeitsmedizinischen und umweltmedizinischen Toxikologie
  • der Arbeits- und Organisationspsychologie einschließlich psychosozialer Aspekte
  • der arbeitsmedizinischen Bewertung psychischer Belastung und Beanspruchung
  • arbeitsmedizinischen Vorsorge-, Tauglichkeits- und Eignungsuntersuchungen einschließlich verkehrsmedizinischen Fragestellungen
  • den Grundlagen hereditärer Krankheitsbilder einschließlich der Indikationsstellung für eine humangenetische Beratung
  • der Indikationsstellung, sachgerechten Probengewinnung und -behandlung für Laboruntersuchungen einschließlich des Biomonitorings und der arbeitsmedizinischen Bewertung der Ergebnisse
  • der ärztlichen Begutachtung bei arbeitsbedingten Erkrankungen und Berufskrankheiten, der Beurteilung von Arbeits-, Berufs- und Erwerbsfähigkeit einschließlich Fragen eines Arbeitsplatzwechsels
  • der arbeitsmedizinischen Erfassung von Umweltfaktoren sowie deren Bewertung hinsichtlich ihrer gesundheitlichen Relevanz
  • der Entwicklung betrieblicher Präventionskonzepte

Definierte Untersuchungs- und Behandlungsverfahren:

  • arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen nach Rechtsvorschriften
  • Arbeitsplatzbeurteilungen und Gefährdungsanalysen
  • Beratungen zur ergonomischen Arbeitsgestaltung
  • Ergometrie
  • Lungenfunktionsprüfungen
  • Beurteilung des Hör- und Sehvermögens mittels einfacher apparativer Techniken
  • arbeitsmedizinische Bewertung von Messergebnissen verschiedener Arbeitsumgebungsfaktoren, z. B. Lärm, Klimagrößen, Beleuchtung, Gefahrstoffe
  • Biomonitoring am Arbeitsplatz

 

Quellen: Operation Karriere Kongress 2016 in Frankfurt/Main. Vortrag „Arbeitsmedizin – Eckpfeiler der Prävention“, Referentin:  Dr. Neda Geroyan, Assistenzärztin am B·A·D Zentrum, B·A·D Gesundheitsvorsorge und Sicherheitstechnik GmbH, Frankfurt; Musterweiterbildungsordnung der Bundesärztekammer.

Kommunikation für Ärzte - Tipps für den Berufsstart

Als Berufseinsteiger trifft man im "System Klinik" auf viele Mitstreiter und Bedürfnisse. Eine gute Selbstorganisation bildet eine solide Grundlage für den Erfolg bei der Arbeit. Was nötig ist, um sich zurechtzufinden, erläuterte Dr. med. Ulrike Schlein beim Operation Karriere Kongress 2016 in Frankfurt.

Dr. Ulrike Schlein

Referentin Dr. Ulrike Schlein während ihres Vortrags auf dem Operation Karriere Kongress 2016 in Frankfurt/Main.

Was ist nötig, um sich als Neuling im Klinikalltag zurechtzufinden? Fachwissen und -kompetenz, Arbeitserfahrung sowie handwerkliche und wissenschaftliche Fähigkeiten. „Das ist die Basis, die sich jeder erarbeiten muss, aber auch andere, fachunabhängige Aspekte müssen beachtet werden“, so Dr. med. Ulrike Schlein, Geschäftsführung, Organisations- und Personalentwicklung im Gesundheitsbereich, Bad Wildungen. In ihrem Vortrag „Kommunikation für Ärzte – Tipps für den erfolgreichen Start in den Beruf“ beim Operation Karriere-Kongress Mitte Februar in Frankfurt spielte sie vor allem auf die Selbstorganisation der jungen Kollegen an. Viele Berufseinsteiger hätten im PJ und in Famulaturen wenig strukturierte Gelegenheit, selbst kleine Verantwortungsbereiche zu übernehmen, so Schlein. Leider bleibe eine gute Einführung durch die erfahrenen ärztlichen Kollegen nicht selten aus.

Wie schaffe ich den richtigen Einstieg?

Wie kann man dennoch als Berufsanfänger erfolgreich und handlungsfähig sein? „Zunächst sollten Sie keine Rezepte suchen, sondern um eine reflektierte Haltung und Klarheit in der beruflichen Rolle ringen. Zweitens: Bringen Sie die Fähigkeit und die Bereitschaft zum Perspektivwechsel mit. Zudem verlieren Sie das eigene Ziel nicht aus den Augen, berücksichtigen aber auch die Interessen des Gegenübers und des Systems, wie zum Beispiel der Klinik“, erklärte Schlein.

Wer bin ich als junger Assistenzarzt im System Klinik?

In Krankenhäusern treffen laut Schlein unterschiedliche Rollenpartner aufeinander, die sehr verschiedene Erwartungen aneinander haben als Arbeitskollegen und auch als nachgeordnete Mitarbeiter bzw. Führungskräfte. Diese Erwartungen richteten sich dabei weniger an die Persönlichkeit des Einzelnen als viel mehr an seine Position und die damit verbundenen Aufgaben, etwa in einer Klinikabteilung. Ein Beispiel: Ein junger Assistenzarzt ist vor allem in der ersten Zeit seiner Ausbildung jemand, der lernen muss, wie eine Station zu führen ist. Den Kontakt mit Patienten und Angehörigen sinnvoll zu gestalten, die Zusammenarbeit mit den Pflegekräften besonders an den Schnittstellen abzustimmen, sich wechselseitig zu informieren, Prioritäten im Arbeitsablauf zu setzen, Notfallsituationen als solche zu erkennen und so weiter. Gleichzeitig hat der junge Assistenzarzt natürlich auch ein Interesse an seiner medizinischen Weiterentwicklung und möchte gern mehr Zeit im OP, in der Diagnostik oder anderen Positionen eingesetzt werden.

„Das heißt, dass sein Selbstverständnis in der beruflichen Rolle nicht unbedingt kongruent ist mit den Vorstellungen seiner Gegenüber. Wenn er sich die Frage stellt:  „Wer bin ich im System?“, so lautet die Antwort: „Weiterbildungsassistent und Mitarbeiter“, so Schlein. Er ist also quasi in einer Doppel-Rolle unterwegs. „Hier muss man stets einen guten Mittelweg finden, um einen Ausgleich zu schaffen und somit sowohl dem Wunsch nach dem eigenen Fortkommen als auch den systemimmanenten Interessen gerecht zu werden“, sagte Schlein.

„Bereitschaft zum Perspektivwechsel mitbringen"

Ein häufiges Konfliktfeld ist die Zusammenarbeit mit den Pflegekräften auf den Stationen oder im Funktionsbereich. Schlein empfiehlt eine möglichst große Offenheit und ein wertschätzendes Interesse gegenüber der Arbeit der anderen Berufsgruppe „Welche besonderen Schwerpunkte legen die Pflegekräfte auf unserer Station? Wie sind ihre spezifischen Zeitabläufe, wie kann ich als Arzt versuchen, mich darauf einzustellen? Wann und mit welcher Fragestellung darf ich z.B. die Übergabe der Pflegekräfte stören? Welche Informationen benötigen die Krankenschwestern von mir, welche kann ich von ihnen gut gebrauchen?“. Jeder müsse seinen eigenen Beitrag zur Klärung von Wünschen und Erwartungen zur Zusammenarbeit leisten. Durch eine Herangehensweise z.B. mit der Frage „Wie können wir miteinander umgehen? Was brauchen Sie von mir? Was ich von Ihnen?“ finde eine Interessenverhandlung statt, bei der jeder die Bereitschaft zum Perspektivwechsel mitbringen müsse. Beziehe man sich auf die berufliche Rolle und nicht auf die Persönlichkeit des Gegenübers, so seien mögliche Interessenskonflikte mit deutlich weniger Emotionen zu führen. Das erleichtere vieles!

Lernwilligkeit signalisieren

Oberärzten und auch erfahrenen Kollegen solle man beispielsweise signalisieren, dass man lernen und verstehen wolle, Erwartungen in der Zusammenarbeit sollten bei passender Gelegenheit geklärt werden. „Bei welchen Fragestellungen oder Situationen im Nachtdienst möchten Sie von mir als jungem Assistenten informiert werden, wie wünschen Sie sich die Aufbereitung der Informationen, was ist für Sie wichtig?“ und umgekehrt natürlich auch: „Was wünsche ich mir z.B. in den Nachtdiensten von meinem Oberarzt?“ – Verbindlichkeit untereinander durch Handlung zum Ausdruck bringen. „Das hilft“, riet Schlein.

Für Patienten können auch Berufseinsteiger eine „Lotsen-Funktion“ während des stationären Aufenthaltes übernehmen. „Man muss noch nicht alles wissen, aber die Fragestellung oder das Anliegen eines Patienten durch aktives Zuhören erfassen, die Fachleute befragen und als verlässliche Ansprechpartner dem Patient und seinen Angehörigen die Informationen erklären, ihnen Orientierung geben, auch hier Verbindlichkeit zeigen. Das unterstützt eine positive Autorität in der Rolle, obwohl jemand noch jung an Jahren ist.“ Als erfahrene Fachärztin für Chirurgie möchte Frau Dr. Schlein für eine strukturierte Entwicklung in der Rolle werben und behandelt dieses Thema auch sehr intensiv in den Workshops, die sie bei den Kongressen und auch in Kliniken durchführt.

Quelle: Operation Karriere Kongress 2016, Frankfurt/Main, Vortrag „Kommunikation für Ärzte - Tipps für den erfolgreichen Start in den Beruf", Referentin: Dr. med. Ulrike Schlein, Geschäftsführung, Organisations- und Personalentwicklung im Gesundheitsbereich, Bad Wildungen, www.dr-schlein.de

Facharzt für Allgemeinmedizin - Einer für alle Fälle

Catharina Reitz, Fachärztin für Allgemeinmedizin, hat den Schritt in die Selbständigkeit gewagt und eine eigene Praxis im hessischen Butzbach eröffnet. Ihre Beweggründe dafür und was die Niederlassung mit sich bringt, erläuterte sie auf dem Operation Karriere Kongress 2016 in Frankfurt.

Catharina Reitz

Catharina Reitz, Fachärztin für Allgemeinmedizin, hat den Schritt in die Selbständigkeit gewagt und eine eigene Praxis im hessischen Butzbach eröffnet. | dd

Am 1. Oktober 2015 eröffnete Reitz ihre Praxis für Allgemeinmedizin in der 25.000-Einwohner-Stadt im hessischen Wetteraukreis. Dabei kam die Allgemeinmedizin für sie während des Studiums zunächst überhaupt nicht infrage. Ein Blockpraktikum in der inneren Medizin brachte dann die Wendung.

Nach ihrer Facharztausbildung in der Allgemeinmedizin arbeitete sie ein knappes halbes Jahr als angestellte Ärztin. Darauf folgte der Schritt in die Selbsständigkeit.

Reitz führte mehrere Punkt an, die ihrer Meinung nach für die ärztliche Niederlassung sprechen:

So ist laut Reiz eine freie Gestaltung des eigenen Arbeitsumfeldes möglich. Dies schließt auch ein:

  • Auswahl des Standortes der Niederlassung
  • Freie Entscheidung bei der Zusammenstellung des Praxis-Teams

Der Arbeitsalltag gestaltet sich laut Reitz sehr abwechslungsreich, es gebe sowohl Behandlungen chronischer als auch akuter Erkrankungen in Notfall-, Akut- und Langzeitversorgung. Dabei habe sie als Hausärztin auch eine wichtige Mittlerfunktion wenn es um die Weiterbehandlung bei Ärzten aus anderen Fachrichtungen gehe.

Auch die langjährige Bindung vieler Patienten hob Reitz als positiv hervor. Dadurch ergebe sich ein breites Spektrum, was das Alter der zu Versorgenden anbelange. Ihre älteste Patientin sei über 90 Jahre, ihr jüngster Patient wenige Woche alt. Außerdem erlebe man die Entwicklung von Patienten und deren Lebensläufe über Jahre oder gar Jahrzehnte hinweg.

Quelle: Catharina Reitz, Fachärztin für Allgemeinmedizin, Vortrag "Einer für alle Fälle? – Facharzt für Allgemeinmedizin", Operation Karriere Kongress 2016, Frankfurt/Main.

Beruf und Karriere – Was junge Ärzte wirklich wollen

Was wollen angehende und junge Ärzte? Für welchen Karriereweg entscheiden sie sich und wann legen sie sich darauf fest? Antworten darauf lieferte Nina Walter, stellvertretende Geschäftsführerin der Landesärztekammer Hessen (LÄKH), auf dem Operation Karriere Kongress 2016 in Frankfurt.

Nina Walter

Nina Walter, Leiterin Stabsstelle Qualitätssicherung und stellvertretende ärztliche Geschäftsführerin, Landesärztekammer Hessen. | Tanja Schepp

Fast jeden Tag werde in den Zeitungen über den Medizinernachwuchs berichtet, so Walter. Die Aussagen entsprächen allerdings nicht in jedem Fall der Realität. Um tatsächliche valide Fakten vorlegen zu können, führt die LÄKH daher seit über einem Jahrzehnt Befragungsprojekte bei Medizinstudierenden durch, bei denen angehende Ärzte in verschiedenen Stufen ihres Studiums zu ihren persönlichen Daten und Aspekten der Ausbildung befragt werden.  

Seit 2009 werden gezielt Absolventinnen und Absolventen der Ärztlichen Prüfung befragt. Als Erhebungsinstrument dient dabei ein teilstandardisierter Fragebogen, der kontinuierlich weiterentwickelt wird. Die Zielgruppe der seit Herbst 2009 laufenden Befragungen sind alle Absolventen der ärztlichen Prüfung der drei medizinischen Fakultäten in Hessen. Zusammen mit ihren Examensergebnissen erhalten sie den Fragebogen und schicken diesen ausgefüllt zurück und werden ausgewertet. Aus dieser Längsschnittstudie konnten bisher Daten von rund 2300 Absolventen der Ärztlichen Prüfung ausgewertet werden. Walter stellte in ihrem Vortrag einige interessante Fakten vor. 

Fast zwei Drittel der Medizinstudierenden sind Frauen

Der Studie zufolge sind mittlerweile 64 Prozent der Medizinstudierenden weiblich und dementsprechend 36 Prozent männlich. Die Nationalitäten verteilen sich wie folgt: 95,5 Prozent der Studierenden stammen aus Deutschland, 1,9 Prozent aus dem EU-Ausland und 2,6 Prozent Nicht-EU-Ausland. 

Zu Beginn des Studiums streben rund 39 Prozent der Studierenden eine Anstellung in der Klinik an, 25 Prozent haben noch keine konkreten Pläne, 21,9 Prozent wollen sich als Facharzt niederlassen, 8,8 Prozent als Hausarzt und 1,9 Prozent wünschen sich eine Beschäftigung im nicht-kurativen Bereich. Unmittelbar nach Abschluss des Studiums sehen die jungen Ärzte ihre berufliche Perspektive eher in der stationären Versorgung (42%), als im ambulanten Bereich (39%). Von denen, die eine ambulante Tätigkeit anstreben, wollen mehr fachärztlich (28%) als hausärztlich (11%) tätig werden. Der Anteil der Frauen, die im ambulanten Bereich im Rahmen eines Angestelltenverhältnisses tätig werden wollen, ist um ein Vielfaches höher als bei den Männern. Nur wenige der hessischen Absolventen wollen dauerhaft im Ausland tätig werden (4%).

Warum Medizin studieren?

Warum haben Sie sich für das Medizinstudium entschieden? Auf diese Frage antworteten 64 Prozent mit wissenschaftlichem oder medizinischem Interesse, 61 Prozent halten die Medizin für eine interessante und vielseitige Tätigkeit, 55,7 Prozent schätzen den Umgang mit Menschen und 32 Prozent wollen gerne helfen (Mehrfachnennungen waren möglich). Materielle Gründe spielten bei den Angaben der Befragten als Motivationsgrund eine untergeordnete Rolle.

 

Ein Drittel will Karriere an Klinik machen

Als langfristiges Ziel strebt ein Drittel der Befragten eine Position als Oberarzt an, 21 Prozent wollen fachärztlich selbstständig werden und lediglich 5 Prozent möchten Chefarzt oder Chefärztin werden. Dazu Walter: „Den ganz großen Stress wollen sich die meisten nicht unbedingt antun.“

Innere Medizin, Chirurgie und Anästhesie ganz oben

Auf der Wunschliste der Facharztausbildung nach dem Studium stehe bei  Medizinstudium die Innere Medizin (20 Prozent) ganz oben, gefolgt von der Chirurgie (16 Prozent)  und der Anästhesiologie (10 Prozent), so Walter. Dabei mache es kaum einen Unterschied, ob es sich bei den Befragten um Studierende zu Beginn des Studiums handle oder um Studierende in höheren Semestern, die den Abschluss bereits vor Augen hätten. Die Zahlen blieben bis auf kleinere Abweichungen konstant.

 

Studium mit geringer Absprungrate

Das Fach Humanmedizin habe im Vergleich zu Studiengängen wie BWL oder Jura die geringste Absprungrate und die meisten Absolventen, die nach ihrem Abschluss auch ihren Beruf ausüben wollen (98 Prozent).  So liege die Abbruchquote bei Humanmedizin bei rund acht Prozent. Demgegenüber stünde das Fach  Rechtswissenschaften mit einer Abbruchquote von rund 26 Prozent.  Danach befragt, ob sie sich rückblickend betrachtet noch einmal für ein Medizinstudium entscheiden würden, gaben 87 Prozent der an der Befragung teilnehmenden Absolventen an, dies wieder zu tun.  Das Studium der Medizin dauere durchschnittlich 13 Semester, der durchschnittliche Absolvent des Medizinstudiums sei 27 Jahre alt. Das im Vergleich zu Absolventen anderer Studienrichtungen hohe Durchschnittsalter sei mitunter auf die langen Wartezeiten auf einen Studienplatz zurückzuführen, so Walter. Hierbei bestehe noch Optimierungsbedarf.

Quelle: Operation Karriere Kongress Frankfurt/Main  2016, Eröffnungsvortrag „Beruf und Karriere – Was junge Mediziner wirklich wollen“, Nina Walter, Leiterin Stabsstelle Qualitätssicherung und stellvertretende ärztliche Geschäftsführerin, Landesärztekammer Hessen.

Wie ist die rechtliche Stellung im PJ?

Wie ist meine rechtliche Stellung im Praktischen Jahr? Gelte ich als Studierender, Praktikant, Arbeitnehmer? Und welche Rechte und Pflichten ergeben sich daraus? Antworten von Lukas Käsmann, Medizinstudent und Univertreter der Studierenden des Hartmannbundes an der Universität zu Lübeck.

Lukas Käsmann

Lukas Käsmann bei seinem Vortrag auf dem Operation Karriere Kongress 2016 in Frankfurt/Main. | Tanja Schepp

Man müsse sich klar darüber sein, so Käsmann, der sich gerade selbst auf sein bevorstehendes Praktisches Jahr vorbereitet, dass man als PJler zu 100 Prozent Studierender sei  - und das unter ärztlicher Betreuung.

Welchen Status hat der PJ´ler?

Der PJ´ler = Student, der ein Praktisches Jahr (PJ) absolviert = sog. Pflichtpraktikant, so die Formel von Käsmann. Doch welche Konsequenzen hat das auf die rechtliche Stellung des PJ´lers? Als Pflichtpraktikanten unterliegen PJler grundsätzlich nicht dem Arbeitsrecht (ArbR). 

Das bedeute im Klartext:

=> kein ArbeitzeitG

=> kein EntgeltfortzahlungsG

=> kein BundesurlaubsG

=> kein KündigungsschutzG

=> kein MutterschutzG

=> kein BerufsbildungsgesetzG

Daraus ergibt sich, so Käsmann, keine bindende, einheitliche Regel zu Arbeitszeiten.  In § 3 Abs. 4 S. 4 der Approbationsordnung für Ärzte (ÄApprO)  finde sich der folgende Passus zur Arbeitszeitregelung: „[…] Sie sollen in der Regel ganztägig an allen Wochenarbeitstagen im Krankenhaus anwesend sein. […]“.

Konkret leite sich daraus ab: Ausbildungszeit = ärztliche Dienstzeit = Nacht-, Wochenend- und Spätdienst ist möglich. Viele PJ-Ordnungen regelten die Arbeits- und Studienzeiten, meist seien diese von Montag bis Freitag je acht Stunden. Leider handele es sich fast immer um  „Soll oder  Kann-Regel“ – Bestimmungen.

Rechte und Pflichten: Was muss ich machen? 

Aus § 3 Abs. 4 ÄApprO  lasse sich das Folgende ableiten so Käsmann. PJler „müssen nicht, sondern sollen wollen!“

Ziel des PJ sei die Vertiefung und Erweiterung der im vorangegangenen Studium erworbenen ärztlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten auf den einzelnen Krankheitsfall anwenden zu können. Im Mittelpunkt stehe dabei die Ausbildung am Patienten. Entsprechend dem Ausbildungsstand sollten PJler ihnen zugewiesene ärztliche Verrichtungen durchführen, jedoch leine Tätigkeiten, die die Ausbildung nicht förderten.

Welche Tätigkeiten können an mich delegiert werden? 

An PJler delegiert werden können laut Käsmann folgende Tätigkeiten:

- Vorbereitende Anamnese mit anschließender Überprüfung im Gespräch 

- Kapilläre/venöse Blutabnahmen, subkutane und intramuskuläre Injektionen einschließlich Impfungen 

- Intravenöse Applikationen (außer Erstapplikationen) 

- Zweite oder dritte OP-Assistenz 

- Versorgung unkomplizierter Wunden bzw. regelmäßige Kontrolle durch Arzt

So die Empfehlungen von Bundesärztekammer und Kassenärztlicher Bundesvereinigung.

Welche Tätigkeiten dürfen nicht an mich delegiert werden? 

Gleichzeitig gebe es Tätigkeiten, so Käsmann, die man Empfehlungen von Bundesärztekammer und Kassenärztlicher Bundesvereinigung zufolge als PJler nicht eigenständig durchführen solle:

- Anamnese 

- Indikationsstellung 

- Untersuchung des Patienten einschließlich invasiver diagnostischer Leistungen 

- Stellen der Diagnose 

- Aufklärung und Beratung des Patienten 

- Entscheidung über die Therapie 

- Durchführung invasiver Therapien 

- Anlage zentralvenöser Zugänge, Thoraxdrainagen 

 

Dürfen PJ-Studierende die ärztliche Aufklärung übernehmen?

Hier gelte, so Käsmann: Die ärztliche Aufgabe der Eingriffs- und Risikoaufklärung ist Aufgabe des Arztes. Sie kann nur dann einem Medizinstudenten im praktischen Jahr übertragen werden, wenn sie seinem theoretischen und praktischen Ausbildungsstand entspricht und unter Anleitung, Aufsicht und Verantwortung des ausbildenden Arztes stattfindet. Die durchgehende Anwesenheit des Arztes ist nicht erforderlich.  Dies gehe aus einem aktuellen Urteil des Oberlandesgerichtes Karlsruhe hervor.

Junge Assistenzärzte

Jeder fünfte Assistenzarzt in einer Klinik arbeitet mehr als 60 Stunden pro Woche. Dabei übernehmen junge Assistenzärzte auch Aufgaben, denen sie noch nicht gewachsen sind. Das berichtet das Magazin "Kontraste".

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Wer ist mein Chef im PJ? 

Hierzu sagt § 3 Abs. 4 S. 3 ÄApprO:  […] unter Anleitung, Aufsicht und Verantwortung des ausbildenden Arztes … zugewiesene ärztliche Verrichtung […]

Das bedeutet:  Alle Ärzte, insbesondere der zugeteilte Ausbildungsarzt, z.B. der Chefarzt. Das Weisungsrecht gelte hier nur in Bezug auf ärztliche Tätigkeiten, alle anderen Belange seien nicht geregelt, so Käsmann.

Auf Seite 2: Habe ich einen Anspruch auf Vergütung? Und wie sieht es mit Urlaub aus? -->

Welche Möglichkeiten bietet das PJ? Wird ein Auslandsaufenthalt anerkannt? Wie ist die rechtliche Situation, welche Tätigkeiten dürfen ausgeübt werden, welche nicht? Gibt es einen Anspruch auf Vergütung und Urlaub? Erfahren Sie es hier.

Facebook, Webauftritt und Co. – Worauf Ärzte bei Social Media achten sollten

Warum auch Ärzte eine Webseite und App zur Patientengewinnung und -bindung nutzen sollten, warum auch Social Media dabei eine Rolle spielt und worauf dabei zu achten ist, erläuterte Michael G.F. Mögling, Marketingberater bei Medicus-Digital.de, auf dem Operation Karriere Kongress 2016 in Frankfurt/Main.

Michael G. F. Mögling

Michael G.F. Mögling, Marketingberater bei Medicus-Digital.de, auf dem Operation Karriere Kongress 2016 in Frankfurt/Main.

Die Bedeutung von Google und Bewertungsseiten wie Jameda habe für Ärzte in den vergangenen Jahren immer mehr an Bedeutung gewonnen, so Mögling.  Laut einer Hochrechnung der AGOF digital facts hätten rund 52,86 Millionen Personen ab 14 Jahren in Deutschland innerhalb eines Zeitraumes von drei Monaten stationäre und/oder mobile Angebote im Internet genutzt. Zugenommen habe auch die Nutzungsintensität: 63 Prozent der Bevölkerung gingen inzwischen täglich ins Netz, erklärte Mögling. Dies seien im Jahr 2015 rund 3,5 Millionen Personen (+8,5 %) mehr als noch im Jahr davor.

In der Altersgruppe der ab 70-Jährigen gab es einen Zuwachs von 0,8 Millionen täglichen Internetnutzern. Die bloße Zahl sei weniger beeindrucken als vielmehr der prozentuale Zuwachs innerhalb dieser Altersgruppe.  Hier liege der Zuwachs bei stolzen 44 Prozent. Der demografische Wandel mache sich auch bei der Internetnutzung bemerkbar: In Zukunft werde es die Generation ab 60 Jahren sein, die das Nutzungsverhalten insgesamt mit prägen werde, also auch potenzielle Patienten.  Die ab 60-Jährigen verwendeten die zweitmeiste Zeit mit der Informationssuche und Recherche. 

Verbraucher und Patientenverhalten online

Bereits rund 40 Millionen Deutsche nutzten über mehr als 8.000 verschiedene Webdienste und Apps zu Gesundheitsthemen im Internet, so Mögling. Eine Studie der Website epatient.com beschreibe, wohin die Reise gehe. Die Studie beleuchte nicht nur, wer welche Portale nutze, sondern frage auch die Auswirkungen der Recherche auf Therapie und Verhalten der Betroffenen ab.

Das Ergebnis der Auswertung: Es sind nicht nur die jungen Menschen, die das Internet als Informationsquelle für Gesundheitsfragen nutzen: 55 Jahre beträgt das Durchschnittsalter der Teilnehmer der Studie, zwei Drittel von ihnen sind Frauen. 77 Prozent suchen nach Informationen für sich selbst, 23 Prozent surfen im Wesentlichen für Familie oder Freunde. 

Zu den von den Teilnehmern meistgenannten Krankheiten gehören laut der Auswertung: 

- Herz-/Herzkreislauf und Gefäßerkrankungen (z.B. Bluthochdruck, Herzinfarkt) 

- Probleme mit dem Bewegungsapparat (z.B. Arthrose, Rheuma)

- Stoffwechselerkrankungen (z.B. Diabetes, Übergewicht)

Welche Dienste werden verwendet?

- 51 % geben an, dass sie Webseiten besuchen, die allgemein über gesunde Lebensweisen informieren.

- 38 % bestellen Medikamente, Nahrungsergänzungsmitteln oder andere Gesundheitsprodukte. 

- Bereits 20 % verfügen über Apps in Kombination mit einem Messgerät 

- 10 % nutzen Online-Kurse, Webinare oder Online-Coaches geholt. Allerdings haben viele derjenigen, die im Netz nach Gesundheitsinformationen suchen, auch weiterhin großes Vertrauen zu ihrem Arzt.

- So wünschen sich 57 Prozent, Informationen von ihrem Arzt zu bekommen, 38 Prozent von ihrer Krankenkasse. 

Viele Teilnehmer gaben laut der Erhebung an, welche Anwendungen für sie hilfreich wären: z.B. Informationen zu Vor- und Nachteilen oder Alternativen zu einer bevorstehenden Behandlung oder OP, Online-Dienste zur Vereinbarung von Arzt-Terminen, und eine Passwort geschützte Online Gesundheitsakte mit Behandlungsdaten einschließlich Röntgenbildern, Arztbriefen und Medikamenten. 

Figure 1

Figure 1 - das Instagram für Mediziner. Das Diagnose-Netzwerk, 2013 in den USA und Kanada gestartet, gibt es seit Ende 2014 auch in Deutschland. Erklärtes Ziel: Die weltweite Mediziner-Community zu vernetzen. App-interne Tools sollen den Datenschutz der Patienten sicherstellen.

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Digitalisierung im Patientenkontakt nimmt zu

In Kanada und Australien liefen Konsultationen mit dem Spezialisten seit mehreren Jahren oft schon digital ab, so Mögling. Klar, wenn der nächste Arzt, der sich mit einer seltenen Erkrankung auskenne, eine Tagesfahrt mit dem Auto entfernt lebe. Dann sei es gut, einander per Videoanruf auf dem Laufenden zu halten. 

Auch in Deutschland existierten dazu schon mehr als 200 Projekte. „Obwohl es hier kein Outback gibt wie in Australien, leben doch viele Patienten sehr weit weg von der nächsten Spezialklinik.“, beschrieb Mögling die Situation. Da sei es gut, wenn sie ab und zu beim Facharzt per Video Anruf Rat suchen könnten.  Das Schlüsselwort heiße “BIG DATA”:  „Schon jetzt verfüttern viele eifrig die Werte ihres Körpers an Smartphone, Tablet oder Smartwatch. Die Geräte merken sich, wie fit ihre Nutzer sind, wie ihr Herz schlägt, wie sie vergangene Nacht geschlafen haben.“, so Mögling. 

Website und App: Wichtig für Arzt und Patient

„Wie ich vorher bereits ausgeführt habe, suchen immer mehr Patienten auch zu Ihrer Gesundheit erste Informationen im Internet, aber erwarten auch von ihrem Arzt neben dem persönlichen Kontakt möglichst viele Informationen.“, so Mögling.  Denn auf die im Internet und vielen Gesundheit-Apps angebotenen Informationen müsse nicht immer Verlass sein.  Darüber hinaus verstärke eine Website auch die Patientenbindung.  „ Denn ein weiterer Aspekt ist, dass durch Jobwechsel, Umzug, Trennungen, verstärkte berufliche Reisetätigkeit, aber auch durch den immer größer werdenden Zustrom von ausländischen Besuchern und Mitbürgern eine immer größere Fluktuation, aber auch neuer Patientenzulauf entsteht.“, führte Mögling aus.

Auf Seite 2: Was sollte eine gute Ärzte-Website beinhalten und wie wichtig sind Mediziner-Apps? -->

Operation Karriere Kongress 2016 Frankfurt: Grußwort Landesärztekammerpräsident von Knoblauch zu Hatzbach

Anlässlich des Operation Karriere Kongresses 2016 in Frankfurt/Main richtete Dr. med. Gottfried von Knoblauch zu Hatzbach, Präsident der Landesärztekammer Hessen, Grußworte an alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

Dr. med. Gottfried von Knoblauch zu Hatzbach

Dr. med. Gottfried von Knoblauch zu Hatzbach, Präsidenten der Landesärztekammer Hessen, richtete Grußworte an alle Teilnehmer. | Landesärztekammer Hessen

Das Grußwort des Präsidenten der Landesärztekammer Hessen im Originalwortlaut: 

Man muss jung sein, um große Dinge zu tun!

Dieses Wort Goethes gilt nach wie vor: Es gibt keinen Fortgang ohne die Beteiligung, das Interesse und den Input des Nachwuchses, wie wir es heute sagen würden. Die Förderung, Weiter- und Fortbildung junger Ärztinnen und Ärzte ist der Landesärztekammer Hessen und auch mir persönlich ein ganz besonderes Anliegen. Deshalb beteiligen wir uns seit Jahren aktiv am Nachwuchskongress „Operation Karriere“ des Deutschen Ärzteverlages in Frankfurt. An unserem Informationsstand finden Sie Informationen zu Fragen der Weiterbildung sowie zu speziellen Angeboten unserer Akademie für ärztliche Fort- und Weiterbildung für junge Ärztinnen und Ärzte, aber auch für berufliche „Wiedereinsteiger“.

Schon seit einigen Jahren befragen wir mit Unterstützung des hessischen Landesprüfungsamtes (HLPUG) regelmäßig anonym und schriftlich alle Absolventen der Ärztlichen Prüfung in Hessen zu ihren Gründen für die Wahl des Medizinstudiums, zum Verlauf des Studiums und vor allem zu ihren aktuellen Berufswünschen und -plänen. Im Rahmen der „Operation Karriere“ in Frankfurt am 13.02.2016 werden wir auch dieses Jahr wieder über aktuelle Ergebnisse dieses wichtigen Projektes berichten. 

Seit 2013 bauen wir in Hessen ein systematisches Weiterbildungsregister auf. Alle Weiterbildungsbefugten der Landesärztekammer Hessen werden periodisch gebeten, der Kammer alle bei ihnen gegenwärtig in Weiterbildung befindlichen Ärztinnen und Ärzte zu melden. So bahnen wir es an, die Kolleginnen und Kollegen in Weiterbildung für unsere Untersuchungen zu Verlauf, Qualität und auch Problemen der Weiterbildung unmittelbar und diskret anzusprechen, Zeitreihen und Längsschnittanalysen zur Veränderung der Berufspläne sowie Trendanalysen und Prognosen zur qualitativen und quantitativen Nachwuchsentwicklung zu entwickeln. Diese Erkenntnisse sollen dazu beitragen, die Zukunft am Bedarf und an den Werten der jungen Generation weiter zu entwickeln.

Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, besuchen Sie uns am 13.02. bei der „Operation Karriere“ auf dem Campus Westend. 

Wir freuen uns auf interessante Gespräche mit Ihnen!

Dr. med. Gottfried von Knoblauch zu Hatzbach 

Präsident der Landesärztekammer Hessen