Das war Operation Karriere 2015 in Berlin

Sich trotz einer momentan günstigen Arbeitsmarktsituation für Ärzte aktiv um die eigene Aus- und Weiterbildung zu kümmern, riet der Präsident der Ärztekammer Berlin, Dr. med. Günther Jonitz, zur Eröffnung des Kongresses „Operation Karriere“ des Deutschen Ärzte-Verlages den Teilnehmern, die am 14. November in die European School of Management and Technology in Berlin gekommen waren. Dabei gratulierte er ihnen zu ihrer Berufswahl. „Sie haben momentan eine nahezu grenzenlose Auswahl an Arbeitsmöglichkeiten. Nutzen und hinterfragen Sie diese“, sagte Jonitz. Sollte es Probleme geben, ermutigte er die Nachwuchsärzte, sich an ihre Ärztekammer zu wenden: „Denn auch wenn die Krankenhäuser den Nachwuchs umwerben und beste Arbeitsbedingungen anpreisen, gibt es noch Defizite.“

Auf dem Kongress konnten sich die Medizinstudierenden und jungen Ärztinnen und Ärzte während zahlreicher Vorträge, Workshops, Podiumsdiskussionen und einer Open-Space-Veranstaltung über Studium, Karriereplanung, Bewerbung und die Weiterbildungs- und auch Niederlassungsmöglichkeiten informieren und diese diskutieren. Zudem boten ihnen bei der begleitenden Karrieremesse Verbände, Kliniken und Unternehmen einen Überblick über den Arbeitsmarkt.

Dr. med. Eva Richter-Kuhlmann (Redakteurin Deutsches Ärzteblatt)


Sie finden hier die Nachberichterstattung in Form von Artikeln, Videos und Bildergalerien rund um den Operation Karriere Kongress in Berlin, der am 14. November 2015 in der European School of Management and Technology stattfand.


Operation Karriere in Berlin 2015: Das war unser Kongress in der Hauptstadt

Zum neunten Mal fand der Operation Karriere-Kongress in Berlin statt. Knapp 250 Teilnehmer fanden den Weg in die European School of Management and Technology, um sich in Vorträgen und Workshops umfassend über die Themen Studium und ärztliche Weiterbildung zu informieren. Hier einige Eindrücke.

ESMT Berlin-Mitte

Peter Himsel

Am 14. November 2015 war der Operation Karriere-Kongress zum neunten Mal in Berlin zu Gast. Die European School of Management and Technology (ESMT) auf der Museumsinsel in Berlin-Mitte war der Schauplatz.

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Promotion im Medizinstudium: Experimentelle oder klinische Doktorarbeit?

Wie bereite ich mich am besten auf die Doktorarbeit vor? Und entscheide ich mich für eine experimentelle oder eine klinische Studie? Medizinstudierende geben Antworten.

Was muss man bei dem Verfassen einer Doktorarbeit beachten? Welche Hilfsmittel gibt es? Wie haushaltet man am besten mit seiner Zeit und seiner Energie? Ist eine Promotion in Zeiten des Ärztemangels überhaupt noch notwendig? Hier gibt es alle Artikel zur Promotion.

Famulatur oder PJ im Ausland - Was bringt mir das?

Was bringt ein Auslandsaufenthalt für Medizinstudierende? Für welches Land entscheidet man sich und wie organisiert man den Aufenthalt? Und: Welche Bedeutung hat diese Erfahrung für die eigene Karriere? Medizinstudierende geben Antworten.

Welche Möglichkeiten bietet das PJ? Wird ein Auslandsaufenthalt anerkannt? Wie ist die rechtliche Situation, welche Tätigkeiten dürfen ausgeübt werden, welche nicht? Gibt es einen Anspruch auf Vergütung und Urlaub? Erfahren Sie es hier.

Arbeiten in der Rehabilitation: Tipps von Dr. Ulrich Keßler

Dr. med. Ulrich Keßler, Reha Zentrum Seehof, Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV), stellt den Fachbereich der Rehabilitation vor und erörtert die Vorteile der Reha gegenüber der Kuration.

Dr. med. Branko Trebar: Experten-Tipps zur Niederlassung

Was gibt es bei einer geplanten Niederlassung zu beachten? Wertvolle Tipps zur Niederlassung für junge und angehende Mediziner von Dr. med. Branko Trebar, Abteilungsleiter Versorgungsstruktur von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung.

Der Weg in die Selbständigkeit: News, Tipps und rechtliche Rahmenbedingungen rund um das Thema Ärztliche Niederlassung finden Sie rubrikübergreifend hier.

Medizinstudium: Welche Art der Studienplatzvergabe ist sinnvoll?

Wie bekomme ich einen Medizinstudienplatz? Über den NC, Wartesemester oder ein Auswahlverfahren der Uni? Welche Art der Studienplatzvergabe ist die richtige? Medizinstudierende und ihre Sicht darauf.

Nachgefragt: Sollte das PJ in Quartale aufgeteilt werden?

Welche Vor- und Nachteile würde es mit sich bringen, wenn das Praktische Jahr statt in Tertiale zukünftig in Quartale aufgeteilt werden würde? Angehende Ärzte geben Antworten.

Welche Möglichkeiten bietet das PJ? Wird ein Auslandsaufenthalt anerkannt? Wie ist die rechtliche Situation, welche Tätigkeiten dürfen ausgeübt werden, welche nicht? Gibt es einen Anspruch auf Vergütung und Urlaub? Erfahren Sie es hier.

KBV-Experte: Karriere-Strategien für Mediziner

Dr. med. Branko Trebar von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) erläutert im Interview, wann man als angehender Arzt eine Karriere-Strategie entwickeln sollte und wie man für sich herausfinden kann, ob man später eine Beschäftigung in der Klinik oder eine Niederlassung anstreben möchte.

Gibt es Vorbilder für Mediziner? Angehende Ärzte geben Antworten

Vorbilder dienen der Orientierung und können aus allen Bereichen des Lebens kommen. Welche Vorbilder haben Menschen in ihrer medizinischen Karrierelaufbahn? Angehende Ärzte geben Antworten.

Worauf müssen Sie jetzt als Erstsemester achten? Worum müssen Sie sich direkt bei Semesterbeginn kümmern? Welche Hürden gibt es zu umschiffen? Wo findet man zum Studienbeginn die richtigen Ansprechpartner?

Operation Karriere Kongress: Eindrücke der Besucher

Mit dem Kongress-Doppel im Herbst in Berlin und Köln schloss das Kongress-Jahr 2015 von Operation Karriere. Wir haben Besucher in Berlin befragt, welche Eindrücke sie auf dem Kongress und unserer Karrieremesse gesammelt haben.

Gefäße im Fokus – Einblicke in die Facharztweiterbildung Gefäßchirurgie

Was ist Gefäßchirurgie und was macht sie aus? Dazu gab Assistenzärztin Carola M. Wieker Einblicke auf dem Operation Karriere-Kongress 2015 in Berlin.

Carolina M. Wieker

Carola M. Wieker stellte auf dem Operation Karriere-Kongress 2015 in Berlin die Gefäßchirurgie vor. | Martin Reinhart

„Die Gefäßchirurgie unterteilt sich in drei verschiedene Ansätze: konservativ, operativ und endovaskulär. Sie ist ein interdisziplinäres Fach, der Gefäßchirurg kann aber auch unabhängig von anderen Fachbereichen arbeiten. Die Gefäßchirurgie kann jede Stelle des Körpers betreffen, was eine umfangreiche Kenntnis des  menschlichen Körpers verlangt. Die Ausübung kann in der Klinik, aber auch ambulant erfolgen“, führte Carola M. Wieker, Assistenzärztin an der Klinik für Gefäßchirurgie und endovaskuläre Chirurgie des Universitätsklinikums Heidelberg, auf. Diese Kriterien zusammen machen die Gefäßchirurgie aus.

Wieker ist zudem Sprecherin des Jungen Forums der Deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin. Daher ist es ihr ein Anliegen, jungen Medizinern und Medizinstudenten einen Einblick in das Fach der Gefäßchirurgie zu geben.

Die verschiedenen Bereiche: Konservativ, operativ, endovaskulär

Zur konservativen Gefäßchirurgie gehören die konservativen Therapiekonzepte und Leitlinien, die medikamentöse Behandlung und die apparative Diagnostik. „Der Gefäßchirurg befundet seine CTs und MRTs selbst“, informierte Wieker.

Unter den Bereich operative Gefäßchirurgie fallen laut Wieker die Halsschlagader (Behandlung und Prophylaxe von Schlaganfällen), die periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK), Aortenerkrankungen, Shuntchirurgie, Venenchirurgie und Mikrochirurgie. Als Beispiel zeigte Wieker ein infrarenales Aortenaneurysma, bei welchem akute Lebensgefahr besteht.

Als Endovakuläre Revolution betitelte Wieker die Optionen, die durch den ersten Endograft im Jahr 1991 ermöglicht wurden. „Durch EVAR (endovascular aneursym repair) können nun auch 95-jährige Patienten behandelt werden, da kein Bauchschnitt mehr notwendig ist“. Das Aneurysma kann durch die endovaskuläre Chirurgie auch minimal-invasiv ausgeschaltet werden. Als Innovation führte Wieker die fenestrierten Endoprothesen auf. Diese mit Fenstern versehene Prothesen wurden für spezielle Einsätze entwickelt, bei denen ein normaler Stent nicht geeignet ist.

Vita Carolina M. Wieker

aktuell:

Strebt Habilitation an;

Sprecherin und Vorsitzende Junges Forum Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin der DDG

Seit August 2011:

54 Monate Weiterbildung Gefäßchirurgie: Assistenzärztin Klinik für Gefäßchirurgie und Endovaskuläre Chirurgie, Chirurgische Klinik Universitätsklinik Heidelberg

2009 – 2011

18 Monate Weiterbildung im Common Trunk Chirurgie: Assistenzärztin Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie des Universitätsklinikums der RWTH Aachen

2012

Promotion

2002-2008

Studium der Humanmedizin - RWTH Aachen

Quelle: Carola M. Wieker, „Gefäße im Fokus – Einblicke in die Facharztweiterbildung Gefäßchirurgie“, Operation Karriere-Kongress Berlin, 14. November 2015.

Finden Sie hier Informationen, Interviews, News und Videobeiträge rund um das Facharztgebiet Chirurgie und ihre unterschiedlichen Fachrichtungen.

Pathologie: Wichtige Arbeit im Hintergrund

Viele Außenstehende sind sich der Vielfalt und der Wichtigkeit der Arbeit von Pathologen für die tägliche Arbeit im Klinikbetrieb nicht bewusst. Auf dem Operation Karriere-Kongress 2015 in Berlin brachte Dr. Katrin Schierle Licht ins Dunkel.

Dr. Katrin Schierle, Berlin

Dr. Katrin Schierle stellte auf dem Operation Karriere-Kongress in Berlin die Vielfalt der Tätigkeit eines Pathologen vor. | Foto: Martin Reinhart

"Alle Befunde, die Chirurgen, Internisten und viele mehr mit ihren Patienten besprechen, sind vorher die Arbeit der Pathologen", erklärte Dr. Katrin Schierle (Foto), Oberärztin am Institut für Pathologie, Universitätsklinikum Leipzig, Vorstandsmitglied des Bundesverband Deutscher Pathologen e.V. und Vorsitzende der AG-Junge PathologInnen "Man sieht sie nur nicht."

Dabei umfasse die Arbeit der Pathologen unter anderem auch die Forschung, um das Verständnis von Krankheiten zu verbessern sowie die Teilnahme an Tumorkonferenzen, um die bestmögliche individuelle Therapie für jeden Patienten zu finden. Die Obduktion sei ein wichtiges Mittel der Qualitätssicherung nach dem Tod. Die gesamte Krankengeschichte werde aufgerollt und im Endeffekt könne nur der Pathologe die tatsächliche Todesursache eines Menschen bestimmen, da nur er in den Menschen hineinschauen kann. "Außerdem können Pathologen bei der Obduktion herausfinden, ob angewendete Therapien einen Effekt hatten oder nicht", so Schierle.

Makroskopie und intraoperativer Schnellschnitt

Bei der Makroskopie, dem Ausgangspunkt der Untersuchungen, wird das eingesendete gewebliche Untersuchungsmaterial mit dem bloßen Auge untersucht und beschrieben. Beim sogenannten Schnellschnitt handelt es sich um eine intraoperative Diagnose, bei der beispielsweise Tumorzellen bewertet werden. Spätestens 20 Minuten nach dem Eingang der Probe im Labor muss der Operateur im OP-Saal informiert werden, um eine Entscheidung für den Fortgang der Operation zu treffen. "Dies ist eine extrem verantwortungsvolle Aufgabe. Die Kollegen in der Pathologie überprüfen sich hier auch immer gegenseitig", erklärte Schierle.

Prof. Dr. med Schmidmaier

Im Interview verrät Univ.-Prof. Dr. med. Gerhard Schmidmaier, Leiter Unfall- und Wiederherstellungschirurgie der Universitätsklinik Heidelberg, worauf es bei der Facharztausbildung zum Unfallchirurgen ankommt und gibt einen Ausblick auf die Entwicklung der Orthopädie.

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Ein Pathologe müsse ein sehr optisch orientierter Mensch sein und mit Mustern umgehen können. Die Molekularpathologe sei wiederum mit viel Technik verbunden, hier besteht eine enge Zusammenarbeit mit Bioinformatikern. Die lange Weiterbildungszeit von sechs Jahren gründet sich auf die Berührungspunkte der Pathologie mit jedem Fachgebiet.

"Ganz wichtig bei dieser Arbeit sind auch Kommunikation und Struktur", betonte Schierle. Ein Pathologe sitze nicht nur alleine im Labor, ständige Gespräche mit Kollegen aus allen Fachrichtungen seien an der Tagesordnung.

Quelle: Dr. Katrin Schierle: "Dem Leben verpflichtet - Facharzt für Pathologie", Operation Karriere-Kongress Berlin, 14. November 2015.

Dr. Eric Hilf: Internistische Weiterbildung – Wege und Möglichkeiten

Welche Möglichkeiten die Weiterbildung zum Internisten bietet und welche Fragen man sich zu Beginn dringend stellen sollte, erläuterte Dr. med. Eric Hilf auf dem Operation Karriere-Kongress 2015 in Berlin.

Dr. med. Eric Hilf

Dr. med. Eric Hilf stellte die internistische Weiterbildung vor. | Martin Reinhart

Die "Spielregeln" für die Weiterbildung sind in der Weiterbildungsordnung des jeweiligen Bundeslandes festgehalten. Sie bietet eine erste Orientierung bezüglich der Inhalte und der Pflichten des Faches. Das hielt Dr. med. Eric Hilf (Foto), Chefarzt der Klinik für Innere Medizin III: Geriatrie, am Sana Klinikum Lichtenberg in Berlin zu Beginn seines Vortrages fest.

Die genaue Durchführung der Ausbildung sei in jedem Krankenhaus individuell geregelt. Die Ärzte in Weiterbildung wechseln zwischen den unterschiedlichen internistischen Abteilungen und verbringen dort jeweils einige Monate, um kennen zu lernen, wie die jeweiligen Abteilungen arbeiten. Es gibt neun verschiedene Schwerpunkt-Möglichkeiten, "ein schönes Spektrum", findet Hilf.

 Neun Optionen: Die Fachrichtungen innerhalb der Inneren Medizin

  1. Facharzt für Innere Medizin
  2. Facharzt für Innere Medizin und Angiologie
  3. Facharzt für Innere Medizin und Endokrinologie und Diabetologie
  4. Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie
  5. Facharzt für Innere Medizin und Hämatologie und Onkologie
  6. Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie
  7. Facharzt für Innere Medizin und Nephrologie
  8. Facharzt für Innere Medizin und Pneumologie
  9. Facharzt für Innere Medizin und Rheumatologie

Wo will ich hin? Was ist mein Ziel?

Einige wichtige Frage zu Beginn: Will ich eigentlich Internist werden, oder mache ich direkt einen Schwerpunkt? Welche Szenarien kann ich mir für meine Zukunft vorstellen? Bin ich eher ein Krankenhaus-Typ oder kommt eher die Niederlassung infrage? "Das Krankenhaus ist durchaus ein Ort, an dem man länger bleiben kann", empfahl Hilf.

Dr. Günther Jonitz

Dr. Günther Jonitz, Präsident der Ärztekammer Berlin und Mitglied im Vorstand der Bundesärztekammer, spricht über die Veränderung der Karriereplanung junger Ärzte im Wandel des Gesundheitswesens.

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Die Ärzte in Weiterbildung sollten sich zudem zu Beginn fragen, wie weit es auf der Karriereleiter nach oben gehen soll. Kann ich mir vorstellen, einmal Chefarzt zu werden? Welche Interessen habe ich, die über die in der WBO festgeschriebenen Ziele hinausgehen? Zusätzliche Spezialisierungen können nicht schaden, je größer der Überblick, desto besser. Bei vielen Kandidaten gibt es laut Hilf ein Knick nach dem geschafften Facharzt. Wie geht es nun weiter? Je früher man sich mit dieser Frage beschäftigt, umso zielstrebiger kann man nach dem erfolgten Abschluss weitermachen.

Quelle: Dr. med Eric Hilf, "Nachwuchs mit Spürsinn - Internistische Weiterbildung", Operation Karriere-Kongress Berlin, 14. November 2015.

Innere Medizin - Informationen, Interviews, News und Videobeiträge rund um das facettenreiche Facharztgebiet mit zahlreichen Fachbereichen.

Dr. Günther Jonitz: Karriereplanung junger Ärzte im Wandel des Gesundheitswesens

Dr. Günther Jonitz, Präsident der Ärztekammer Berlin und Mitglied im Vorstand der Bundesärztekammer, spricht über die Veränderung der Karriereplanung junger Ärzte im Wandel des Gesundheitswesens.

Beatrice Brülke: Bedeutung der Arzt-Patienten-Kommunikation

Beatrice Brülke, Kommunikationsmanagerin bei "Was hab' ich?", spricht im Video über die Bedeutung der Arzt-Patienten-Kommunikation.

Niederlassung oder Klinik - Welche Weiterbildung passt zu mir?

Viele verschiedene Fachbereiche und viele verschiedene Arbeitgeber. Welche Weiterbildung passt zu mir? Soll ich mich niederlassen, an die Uniklinik gehen, oder doch an ein kleines Krankenhaus?

Podiumsdiskussion Operation Karriere Berlin

Podiumsdiskussion: Welche Weiterbildung passt zu mir und was muss ich zu Beginn beachten? | Peter Heimsel

Experten teilten ihre Erfahrungen zur Weiterbildung bei der Podiumsdiskussion des Operation Karriere-Kongresses 2015 in Berlin. Die Experten aus verschiedenen Kliniktypen und Privatpraxen gingen ausführlich auf die Vorbereitung zur und den Ablauf der Ärztlichen Weiterbildung ein. Gleichzeitig zeichneten sie ein Bild ihrer jeweiligen Einrichtung und deren Besonderheiten.

Was wird von Bewerbern erwartet- worauf ist zu achten?

Dr. Annette Güntert, stellvertretende Hauptgeschäftsführerin der Bundesärztekammer und Leiterin des Dezernats Ärztliche Aus- und Weiterbildung, Berlin:

"Die Medizin ist ein Erfahrungsfach. Es ist in Ordnung, erst einmal ein bis zwei Jahre in eine Fachrichtung hineinzuschnuppern. Über 80 Prozent sind woanders gelandet, als sie es vorher geplant hatten. Man muss den Zufall zulassen!

Zu Beginn sollte man sich die Bestimmungen in der Weiterbildungsordnung anschauen, um rechtzeitig alle notwendigen OPs bzw. Untersuchungen und Pflichtzeiten zu absolvieren. Aber: man sollte nicht zu "deutsch" herangehen, sondern auch links und rechts schauen, ein halbes Jahr hier und da in einer anderen Disziplin Erfahrungen sammeln.

Die Weiterbildungsordnung der jeweiligen Landesärztekammer gilt, ohne die gelisteten Zeiten und Untersuchungen ist die Anmeldung zur Prüfung nicht möglich. Fordern Sie ein volles Akademikergehalt ein! Dieses wird nicht immer tarifgerecht gezahlt. Stehen Sie für sich selbst ein, selbstbewusste Menschen sind beliebt bei den Chefs. Wer für das eigene Recht kämpft, der kann auch für andere kämpfen."

Der erste Eindruck des Bewerbers ist enorm wichtig. Fordern sie nicht ausschließlich: 'Was können Sie mir bieten?' Falls sich die Beteiligten auf Sonderregelungen einigen können, sollte diese unbedingt schriftlich im Vertrag festgehalten werden.

Allgemeinmediziner müssen alle neuen Erkenntnisse der Medizin kennen, um die richtigen Diagnosen stellen zu können und ggf. zum Spezialisten zu überweisen. Das Grundrüstzeug müssen sie dazu ordentlich beherrschen, über alles Weitere zumindest auch grundsätzlich Bescheid wissen.

Die Koordinierungsstellen Allgemeinmedizin helfen bei allem weiter."

Dr. med. Eric Hilf, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin III: Geriatrie, Sana Klinikum Lichtenberg, Berlin:

"Bewerber aus anderen Bereichen als für die ausgeschrieben Stelle sind durchaus willkommen, der Lebenslauf muss nicht von A - Z auf eine bestimmte Fachrichtung hinauslaufen. Der Schwerpunkt in den meisten Job-Gesprächen ist mittlerweile die Weiterbildung. Bei diesem Punkt werden alle Beteiligten aktiv und wach.

Was ist der größte Unterschied zwischen einem Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung und einer Uniklinik? Das Sammeln von Erfahrung bei der Diagnostik und Ultraschall-Untersuchungen etc. dauert in großen Häusern länger, bei weniger Personal ist es leichter, bei entsprechender Eigeninitiative relativ früh Untersuchungen durchzuführen."

"Stichwort Vereinbarkeit von Beruf und Familie: Viele Krankenhäuser haben Programme dafür, sie kommen mittlerweile gar nicht mehr drum herum. Fragen Sie konkret nach im Bewerbungsgespräch. Wie sieht es mit Überstunden und Diensten aus?"

Dr. med. Rupert Fischer-Lampsatis, Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Klinik für Innere Medizin und Geriatrie, Alexianer Krankenhaus Hedwigshöhe, Berlin:

"Bei der Vorstellung sollten die Bewerber einen ganzen Tag in der Klinik hospitieren. So kann man den Alltag in der Klinik erleben und den Umgang der Mitarbeiter untereinander kennen lernen.

"Die Rolle des konfessionellen Krankenhauses von den anderen abzugrenzen, ist schwierig. An erster Stelle steht das Ziel der Krankenbehandlung, die wertebetont erfolgt. Der Patient steht immer im Fokus, nicht die finanziellen Interessen des Krankenhauses.

Die Mitarbeiter sind nicht konfessionell gebunden, aber alle haben das gleiche Wertesystem. Auch im Bezug auf die Patienten spielen die soziale und persönliche Situation eine Rolle, in gewissem Maße auch die spirituelle Komponente. Der größte Unterschied für die Angestellten in einem spirituellen Krankenhaus besteht wohl im Gefühl des 'Aufgehobenseins."

Dr. med Wolfgang Blank, Facharzt für Innere Medizin und Allgemeinmedizin, Gemeinschaftspraxis im Bayerwald, Kirchberg im Wald:

"Ich spreche zu Ihnen als das unbekannte Wesen niedergelassener Arzt. Im Studium wird diese Möglichkeit nicht wirklich abgedeckt. Es ist Ihre Pflicht, sich zu erkundigen: Was gibt es alles im niedergelassenen Bereich? Um einen schnellen Einblick zu erlangen, kann man zum Beispiel bei niedergelassenen Kollegen, die man kennt, ein Praktikum absolvieren.

Serie Berufsstart

In unserer Serie zum Thema Berufsstart geben wir wertvolle Tipps zu allen Schritten von der Stellensuche über die Bewerbung und das Vorstellungsgespräch bis zum Arbeitsbeginn in der Klinik. Teil 8: Wie finde ich eine gute Weiterbildungsstätte?

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Es ist die eigene Verantwortung des Arztes in Weiterbildung, in den fünf Jahren dafür zu sorgen, dass man einen Plan hat und weiß, was man innerhalb dieses Zeitraumes lernen will. Man muss eine Ahnung entwickeln, was sowohl in der Klinik als auch in der Praxis passiert."

Der Weg in die Selbständigkeit: News, Tipps und rechtliche Rahmenbedingungen rund um das Thema Ärztliche Niederlassung finden Sie rubrikübergreifend hier.

Tipps zur Weiterbildung von Dr. Annette Güntert

Dr. Annette Güntert, stellvertretende Hauptgeschäftsführerin der Bundesärztekammer und Leiterin des Dezernats Ärztliche Aus- und Weiterbildung, gibt jungen Ärzten und Medizinstudenten Tipps zur Weiterbildung.

Berliner Kammerpräsident Jonitz: Das macht den Arztberuf aus

Dr. Günter Jonitz ist der Präsident der Ärztekammer Berlin und Mitglied im Vorstand der Bundesärztekammer. Was den Arztberuf ausmacht und worauf sich zukünftige Kollegen einstellen müssen, erklärte er beim Auftaktvortrag des Operation Karriere-Kongresses 2015 in Berlin.

Dr. med. Günter Jonitz

"Dem Arzt muss es selbst gut gehen, damit er anderen helfen kann" - Dr. med. Günter Jonitz | Peter Himsel

"Es geht hier um ein spannendes Thema - es geht um die Zukunft, Ihre Zukunft." So begann Jonitz seinen Vortrag. Die Arbeit als Arzt hält Jonitz für den schönsten Beruf, denn der Arzt stehe dem Patienten nahe, im Leben und im Tod. "Sie müssen eine große Offenheit mitbringen und zeigen: die Nähe zu den Patienten ist das größte Privileg", sagte Jonitz. Der Arztberuf habe das größte Spektrum, man könne alles machen.

Bei der täglichen Arbeit ginge es immer nur um die Frage "Was hat der Patient davon?" Dies sei die Maxime bei jeder Handlung. Der Arzt sehe sich auch einer gigantischen Rollenerwartung gegenüber. Können, Erfahrung, Einfühlungsvermögen, Verantwortungsbereitschaft, Verfügbarkeit und Fehlerlosigkeit setzten die Patienten voraus. "Ohne Empathie bringt Fachwissen gar nichts", sagte Jonitz.

Auch das eigene Empfinden zählt

Es müsse dem Arzt selbst auch gut gehen mit seinem Job und seinem Leben, denn sonst könne dieser auch niemandem helfen. Die Belohnung für die vielen Anforderungen, die an diesen Beruf gestellt werden, sei das hohe Ansehen. "Der Arzt ist der wichtigste Mensch im Leben eines Kranken, die einzige Variable", so Jonitz. Ärzte sitzen laut Jonitz auch zuweilen in der "Fortschrittsfalle". Die Leistungsfähigkeit der Medizin habe sich so sehr gesteigert, so etwa bei der Tumorbehandlung, dass es immer mehr Patienten gebe und immer mehr Kosten verursacht würden. Jonitz' Empfehlung: "Ziehen Sie in regelmäßigen Abständen Bilanz und machen Sie sich die Dinge bewusst, die gut gelaufen sind."

Serie Berufsstart: Teil 7 - Facharztgebiete

In unserer Serie zum Thema Berufsstart geben wir wertvolle Tipps zu allen Schritten von der Stellensuche über die Bewerbung und das Vorstellungsgespräch bis zum Arbeitsbeginn in der Klinik. Teil 7: Die Facharztgebiete.

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Was hat sich im Laufe der Zeit geändert? Die Gesundheitsbranche bewege sich momentan in einer schwierigen Phase. Durch die Multimorbidität der Patienten und den demografischen Wandel haben wir eine "Gesellschaft des langen Lebens". Es herrsche eine externe und eine interne Krise, die von der Finanzkrise und der Ressourcenknappheit bestimmt wird. Das Organisationsmuster habe sich jedoch nicht verändert. Die Gesundheitsbranche arbeitet im Fließbandprinzip: die Politik bestimmt, die Kassen zahlen, die Ärzte behandeln die Patienten. "Diese Player arbeiten nicht zusammen, sondern gegeneinander. Machen Sie sich darauf gefasst, dass immer Sie Schuld sind, wenn es Probleme gibt", warnte Jonitz. Die Systeme seien jedoch im Umbruch. Jonitz: "Es ist ein Start unter schwierigen Umständen, es lohnt sich aber trotzdem!"

Jonitz: "Arbeit muss in persönlichen Lebensplan passen"

Eine entscheidende Sache habe sich auch geändert: Die Arbeit müsse in den eigenen Lebensplan passen, nicht mehr anders herum. Jonitz legte den Teilnehmern nahe, nach spätestens ein oder zwei Jahren an der Klinik ein Fazit zu ziehen und sich die Frage zu stellen: Wie geht es mir?  - Je nachdem, wie diese Bewertung ausfiele, müsse die Entscheidung getroffen werden, ob man bleibe, oder sich nach etwas anderem umschaue.

Weitere Tipps von Günter Jonitz

  • Weiterbildungsordnung von der zuständigen Kammer besorgen
  • Den Zufall bei der Fachwahl akzeptieren, schauen, wohin es einen verschlägt
  • Sich ins Team einbringen
  • Freiräume schaffen
  • Vorbilder suchen
  • Aktiv werden, Einzelkämpfermodus abschalten
  • Hauseigene Fortbildung nutzen
  • Fachgesellschaften, Berufsverbände, Ärztekammer nutzen
  • Netzwerke schaffen
  • Arztpersönlichkeit entwickeln (Das wichtigste Tool bei der Behandlung)

Quelle: Dr. med. Günter Jonitz: "Im Wandel des Gesundheitssystems – Karriere- und Lebensplanung junger Mediziner", Operation Karriere Kongress Berlin, 14.11.2015.

Operation Karriere Berlin 2015: Grußwort Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery

Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery, Präsident der Bundesärztekammer und des Deutschen Ärztetages, wandte sich mit einer Grußbotschaft an die Besucher des Operation Karriere Kongresses 2015 in Berlin.

Prof. Dr. Montgomery

Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery, Präsident der Bundesärztekammer und des Deutschen Ärztetages, wandte sich mit einer Grußbotschaft an die Teilnehmer | Foto: Jardai/Modusphoto

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

noch nie waren Ärztinnen und Ärzte so gefragt wie heute. Der Ärztemangel ist allgegenwärtig. Die Krankenhäuser suchen händeringend nach Nachwuchs. Bis 2020 werden in Deutschland mehr als 50.000 Ärztinnen und Ärzte altersbedingt aus dem Berufsleben ausscheiden. Gleichzeitig steigt in unserer alternden Bevölkerung der Behandlungsbedarf. Der Anspruch, vor diesem Hintergrund einen Kongress zu den Karriereperspektiven im Arztberuf zu veranstalten, mag auf den ersten Blick ambitioniert klingen. 

Auf den zweiten Blick wird aber deutlich: Ein großer Teil der jungen Ärztinnen und Ärzte entscheidet sich nach dem Studium gegen eine Karriere in der Krankenversorgung. Viele wandern in andere Berufsfelder oder gleich ins Ausland ab. Die Gründe dafür sind vielfältig. Für viele der angehenden Kolleginnen und Kollegen hat sich die Attraktivität des Arztberufs durch die sich verschlechternden Rahmenbedingungen ganz erheblich relativiert. Dabei geht es keineswegs nur um finanzielle Aspekte. Es geht ebenso um strukturelle Fragen, etwa die steigende Bürokratisierung ärztlicher Tätigkeit in Klinik und Praxis. Um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Um eine ausgewogene Work-Life-Balance. Das sind lauter berechtigte Fragen, und es ist die Aufgabe der Politik und der Klinikträger, darauf überzeugende Antworten zu geben. 

Alle diese Herausforderungen können jedoch bewältigt werden und es gibt keinen Grund zu der Annahme, dass der Traumberuf Arzt der Vergangenheit angehört. Ganz im Gegenteil! Wie befriedigend ist es, wenn ein Patient nach langer Krankheit genesen ist, oder wenn ein komplizierter Eingriff gut gelingt. Wie oft überträgt sich das Glück des Patienten, dessen Schmerzen gelindert werden konnten, auf den behandelnden Arzt. Und wie spannend ist es, im Kollegenkreis schwierige Fälle zu erörtern und nach geeigneten Therapien zu suchen. Das sind die Erlebnisse, die den Arztberuf trotz mancher Widrigkeiten tatsächlich zum Traumberuf machen. 

Ich hoffe, dass die „Operation Karriere“ Ihnen beim Einstieg in diesen Traumberuf helfen wird. Der Tag bietet Ihnen die Möglichkeit, Kontakte zu knüpfen, sich mit Experten auszutauschen, und die Weichen für ihren weiteren beruflichen Weg zu stellen. Dabei wünsche ich Ihnen viel Erfolg! 

Ihr Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery 

Präsident der Bundesärztekammer und des Deutschen Ärztetages   

Operation Karriere Berlin 2015: Grußwort Dr. Andreas Gassen

Anlässlich unserer Operation Karriere Kongresses am 14. November 2015 in Berlin richtete Dr. Andreas Gassen, Vorsitzender des Vorstandes der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Grußworte an die Kongressteilnehmer.

Gassen Portrait-Foto

Dr. Andreas Gassen, Vorsitzender des Vorstandes der Kassenärztlichen Bundesvereinigung | Foto: G.J.Lopata/Axentis.de

Sehr geehrte Damen und Herren Studierende, liebe Kolleginnen und Kollegen,

Sie haben sich für einen Beruf entschieden, der spannend, vielseitig, verantwortungsvoll und vor allem zukunftssicher ist. Sie werden Arzt. Und damit händeringend gesucht. Im Inland genauso wie im europäischen Ausland. Allein hierzulande werden bis zum Jahr 2021 etwa 51.000 Haus- und Fachärzte altersbedingt aus der ambulanten Versorgung ausscheiden. Der Großteil von ihnen aus den grundversorgenden Fächern in ländlichen Regionen. Deshalb ist es wichtig, dass Sie sich so früh wie möglich über sämtliche Facetten des ärztlichen Arbeitens informieren.

Die beruflichen Rahmenbedingungen haben sich verändert. Fast alle Medizinstudierenden wünschen sich – das hat die KBV im vergangenen Jahr im Rahmen einer Umfrage herausgefunden – die Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie flexible und geregelte Arbeitszeiten. Sie möchten ein breites Krankheitsspektrum behandeln und ein intensives Verhältnis zu ihren Patienten pflegen. Was viele von ihnen jedoch nicht wissen: Das alles bietet eine Niederlassung im ambulanten Bereich. 

In der Niederlassung kommt es heutzutage viel mehr denn je auf Flexibilität an. Ob selbstständig, in einer Gemeinschaftspraxis oder als angestellter Arzt – die Niederlassung bietet viele Möglichkeiten. Die KBV stellt diese in ihrer Nachwuchskampagne „Lass dich nieder!" detailliert vor. Auf der dazugehörigen Website gibt es zudem seit vergangenem Dezember eine bundesweite Famulaturbörse mit mittlerweile fast 1.200 Einträgen. 

Die Famulatur ist neben dem PJ eine der wenigen Gelegenheiten während der Ausbildung, die Arbeit in der Praxis kennenzulernen. Studentinnen und Studenten, die bei unserer Kampagne mitgemacht haben, haben genau in dieser Zeit festgestellt, dass ihre berufliche Zukunft in der ambulanten Praxis liegt. Doch vielleicht liegt Ihre berufliche Zukunft im Krankenhaus oder in einem ganz anderen Bereich. Herausfinden können Sie das nur, wenn Sie alle Möglichkeiten kennen und vergleichen. Genau dabei will Ihnen dieser Kongress helfen. Nutzen Sie die vielfältigen Informationsangebote am heutigen Tage, besuchen Sie Vorträgen und stellen Sie Fragen – denn nur so können sie verhindern, dass Ihr Start in die Zukunft als Arzt oder Ärztin ein Fehlstart wird.

Ich wünsche Ihnen viel Spaß und Erfolg dabei!

Ihr Dr. Andreas Gassen
Vorsitzender des Vorstandes der Kassenärztlichen Bundesvereinigung