Zukunft Praxis – Karriere mit hoher Flexibilität

Dr. Birgit Münster, Fachärztin für Allgemeinmedizin in Effeltrich, führt seit sieben Monaten ihre eigene Praxis. Auf dem Operation Karriere Kongress in München berichtete sie von ihren Erfahrungen.

Dr. Birgit Münster

Dr. Birgit Münster ist seit sieben Wochen in eigener Praxis niedergelassen. | Reinhart

Die Zeit war nie besser für die Allgemeinmedizin, sagt Birgit Münster. Sie selbst nutzte die Möglichkeit, bereits in der Ausbildung Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen. „Ich habe alles in Teilzeit absolviert, auch über Weiterbildungsverbünde. Es dauert etwas länger, dafür kann man aber in viele Fachrichtungen reinschnuppern." Es sei eine individuelle Entscheidung, ob man sich die Ausbildung in Vollzeit und mit Familie vorstellen könne. Für sie sei das keine Option gewesen.

„Ich hatte noch nie so viel Zeit wie jetzt", sagt Münster. Man könne alles selbst entscheiden, beispielsweise die Öffnungszeiten der Praxis, die Sprechstundenzeiten, die Hausbesuche, die Urlaubsplanung, und wie viele Patienten man am Tag sehen will. Auch wenn man einmal krank wird, könne der Partner in der Praxis den Ausfall abfedern. Man müsse nicht gleich die Praxis komplett schließen.

Der Bereitschaftsdienst sei ebenfalls nicht so schlimm, wie es häufig dargestellt wird. Zumindest in Bayern werde dem diensthabenden Arzt in Bereitschaft zukünftig ein Fahrer gestellt, sodass man auch bei Nachteinsätzen nicht alleine unterwegs sei. „Außerdem steht der Wochenenddienst gar nicht so häufig an", erklärte Münster. Auch finanziell hat die Entscheidung für die Niederlassung einige Vorteile zu bieten. Bereits im Studium bei Famulatur und Praktischem Jahr gibt es Förderungen.

Der Verdienst hänge in erster Linie vom Arbeitsaufwand ab. Die Standortwahl, wie viele Patienten kommen, Hausbesuche etc. entscheiden darüber, wie viel die Praxis abwirft. Die Abrechnung kann entweder über die KV oder über Hausarztverträge erfolgen. Bei den Hausarztverträgen soll der Hausarzt den Patient langfristig betreuen und jede Behandlung koordinieren. „Es handelt sich um ein stärker pauschaliertes System, die Abrechnung erfolgt direkt über die Krankenkassen", erklärte Münster.

Die Abrechnung gehöre dazu, man müsse es wollen und dürfe keine Angst davor haben. „Es ist nicht kompliziert, es gibt viel Unterstützung und Vernetzung, beispielsweise über die KV, den Hausärzteverband, den Austausch unter Kollegen und so weiter", sagte Münster.

Quelle: Dr. Birgit Münster, Fachärztin für Allgemeinmedizin in Effeltrich, Hausärzteverband e.V., München: „Zukunft Praxis - Karriere mit hoher Flexibilität". Operation Karriere-Kongress München, 20. Mai 2017.

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