Pinguin-Gang bei Glatteis schützt vor Stürzen

Der Winter bringt aktuell Kälte und Glätte nach Deutschland. Orthopäden und Unfallchirurgen haben in dieser Zeit viel zu tun, da die Zahl an Stürzen, verursacht durch Glatteis, steigt. Daher raten die Experten auf glatten Böden den Gang der Pinguine zu imitieren. Die DGOU zeigt, wie es richtig geht.

Pinguin-Gang

Das Schaubild der DGOU verdeutlicht, wie der sichere Gang auf glatten Wegen gelingt. | DGOU 2016/2017

Ein Sturz aufgrund von Glatteis oder schneebedeckten Böden kann böse Folgen haben: Knochenbrüche, Prellungen, Bänderdehnungen und Kopfplatzwunden. Besonders gravierende Folgen resultieren aus Stürzen auf den Kopf oder auf die Hüfte: Dabei kann es zu einem schweren Schädel-Hirn-Trauma oder zu einem Oberschenkelhalsbruch kommen. Daten aus dem TraumaRegister DGU® zeigen, dass die Zahl der Schwerverletzten durch Stürze bei über 70-Jährigen in den Wintermonaten stark steigt. Experten sehen hierbei einen unmittelbaren Zusammenhang zu den jährlichen Glatteis-Unfällen.

Als Sturz-Prävention rät die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) Fußgängern bei Glatteis dazu, sich äußerst langsam und mit kleinen Schritten über den Boden zu schieben. Ganz nach dem Vorbild eines Pinguins: Beim Pinguin-Gang wird der Körperschwerpunkt über dem vorderen, also dem auftretenden Bein ausgerichtet – der Fuß setzt jeweils mit ganzer Sohle auf und zeigt leicht nach außen. Das belastete Bein steht damit im rechten Winkel zum Boden. Die leicht nach vorn geneigte Körperhaltung sorgt so für mehr Stabilität mit dem Ergebnis, dass die Gefahr, auf spiegelglattem Untergrund das Gleichgewicht zu verlieren und zu stürzen, reduziert wird.

„Der Pinguin-Gang ist eine einfache Methode, um sicher auf überfrorenem Boden zu gehen und einen Sturz zu vermeiden“, unterstreicht DGOU-Generalsekretär Prof. Dr. Reinhard Hoffmann. Dr. Christopher Spering, Leiter der DGOU-Sektion Prävention, erklärt zudem: „Im Winter verschärft sich die Gangunsicherheit insbesondere von älteren Menschen. Hinzu kommen verzögerte Reflexe. Im Falle eines Sturzes können sich betagte Menschen nicht ausreichend abfangen und stürzen ungebremst auf den harten Boden. Aufgrund des oftmals gebrechlichen Allgemeinzustandes fallen die Verletzungen dann besonders schwer aus.“

5 weitere Tipps von Orthopäden und Unfallchirurgen für das Gehen auf spiegelglattem Boden:

  • Halt suchen: Mit einer Person eingehakt gehen oder sich an der Häuserwand oder einem Geländer entlang tasten.
  • Im Winter nur Schuhe mit Profil tragen: Wer im Arbeitsleben elegante Schuhe tragen muss, sollte diese am besten erst im Büro wechseln.
  • Schuh-Spikes tragen: Durch die Nutzung von Spikes lässt sich auch normales Schuhwerk wintertauglich machen. Die Spikes, auch als Anti-Rutsch-Sohle bezeichnet, lassen sich schnell und unkompliziert am Schuh befestigen und schützen so vor dem Ausrutschen.
  • Fahrrad stehen lassen: Das Fahrrad sollte im Winter keine Saison haben. Da das Rad keine Winterreifen besitzt, rutschen die Räder beim Bremsen auf Schnee und bei Glätte schnell zur Seite weg – eine hohe Unfallgefahr.
  • Für gangunsichere ältere Menschen: Keine unnötigen Gefahren eingehen und bei starker Glätte möglichst zu Hause bleiben.

Quelle: Pressemitteilung der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU), www.dgou.de


Auf dem Operation Karriere Kongress am 11.02.2017 in Frankfurt ist die Deutsche Assoziation für Fuß und Sprunggelenk e.V. – eine Division der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie – zu Gast und beantwortet Fragen zu Nachwuchsförderung, Fachgebiet und Weiterbildung. Hier gibt es alle Infos zum Programm und die kostenlose Anmeldung für den Kongress.