HERZINFARKT - Wenn sich die Brust zusammenzieht

Auch bei ihm funktioniert die Versorgung des Herzens mit Nährstoffen und Sauerstoff nicht mehr richtig – ein Herzinfarkt ist die unmittelbare Folge. Die Beschwerden, also das typische Druckgefühl im Brustbereich, werden übrigens durch Nervenzellen ausgelöst, die das Organ durchziehen und dafür zuständig sind, dem Gehirn ein Notsignal zu senden, wenn etwas nicht in Ordnung ist. Man nennt dieses Symptom Angina pectoris – Brustenge. Dass manche Menschen Schmerzen im linken Arm oder im Kiefer haben, liegt daran, dass die Nervenbahnen nicht direkt vom Herzen ins Hirn gehen, sondern im Rückenmark nochmals verschaltet werden. Hier bündeln sich dann nicht nur die Impulse aus dem Herzen, sondern eben auch die aus anderen Körperregionen, wie beispielsweise dem linken Arm, und ziehen gemeinsam in Richtung Hirn. Dem wiederum fällt es zuweilen schwer, den Ursprung des Schmerzes genau zu identifizieren.

Herr Müller indes wird durch den Notarzt gut betreut. Tatsächlich steht der aber auch vor einer großen Herausforderung, denn nicht jeder Patient, der Brustschmerzen verspürt, hat auch gleich einen Herzinfarkt.

Symptome richtig deuten

Wie also kann der Notarzt nun herausbekommen, was hier los ist? Dafür gibt es mehrere Möglichkeiten. Die erste und auch einfachste ist das EKG, das sogenannte Elektrokardiogramm. Hier werden die Ströme, die vom Herzen erzeugt werden und dafür sorgen, dass es sich ungefähr einmal pro Sekunde zusammenzieht, auf der Körperoberfläche durch Elektroden registriert und grafisch umgewandelt.

Die daraus resultierende Kurve gibt dem Arzt Aufschluss über den Zustand von Herrn Müllers Herz. Übrigens ist es ganz schön kompliziert, ein EKG gut lesen zu können – dafür braucht es oft jahrelange Übung. Tatsächlich kann ein Arzt in den verschiedenen Herzkurven aber eindeutige Zeichen eines Infarktes erkennen. Leider gibt es aber auch Infarkte, bei denen das EKG ganz normal aussieht oder nur unspezifische Veränderungen aufweist. In diesem Fall wird der Notaufnahmearzt das Blut des Patienten so schnell wie möglich auf die sogenannten Troponine untersuchen. Dabei handelt es sich um das, was allgemein als »Herzwerte« bekannt ist. Sterben Herzmuskeln ab, wie es bei einem Herzinfarkt ja in großem Umfang der Fall ist, dann lösen sich die Untereinheiten des Organs langsam auf und geben ihren Inhalt ins Blut ab. Bestimmte Teilchen, sogenannte Enzyme, kann man mittels einer Blutuntersuchung nachweisen und so einen Herzinfarkt erkennen, der nicht im EKG sichtbar ist.

Im Fall von Herrn Müller weist schon das EKG eindeutig auf einen Infarkt hin, was den Notarzt dazu veranlasst, die Dinge jetzt ordentlich zu beschleunigen.

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