Studie: Viele Arztstellen an kommunalen Krankenhäusern unbesetzt

In kommunalen Krankenhäusern bleiben Arztstellen vielfach unbesetzt – oft mo­natelang. Dies hat eine Mitgliederbefragung des Marburger Bundes (MB) unter rund 2.400 Ärzten in kommunalen Krankenhäusern ergeben.

klinikpersonal

Ärzte werden von kommunalen Krankenhäusern dringend gesucht. | Andrey Popov/Fotolia

Die Unterbesetzung in den Kli­nikabteilungen ist der Gewerkschaft zufolge eine der Ursachen für die hohe Arbeits­be­las­tung und beeinträchtigt die Patientenversorgung. So gaben drei Viertel der Ärzte an, nicht ausreichend Zeit für die Behandlung ihrer Patienten zu haben.

Laut MB-Befragung sind in der Hälfte aller Klinikabteilungen kommunaler Häuser derzeit bis zu zwei Arztstellen nicht besetzt. In zwölf Prozent der Kliniken sind drei Arztstellen pro Abteilung vakant, in sechs Prozent der Häuser vier Arztstellen. Acht Prozent der befrag­ten Klinikärzte teilten mit, dass sogar mehr als vier Stellen in ihrer Abteilung nicht besetzt seien. Nur rund ein Viertel der Ärzte (24 Prozent) sieht derzeit kein Stellen­besetzungs­pro­blem.

In der Regel sind Arztstellen in kommunalen Krankenhäusern mehrere Monate unbe­setzt, manchmal aber auch ein Jahr (15 Prozent) oder zwei Jahre und länger (9 Prozent).

Der Marburger Bund verwies darauf, dass die Stellenprobleme im ärztlichen Dienst sich negativ auf die Arbeitsbedingungen der Ärzte auswirken, insbesondere auf die Arbeits­zeitgestaltung.

So arbeiten Ärzte in kommunalen Krankenhäusern im Durchschnitt 49 bis 59 Stunden pro Woche inklusive Überstunden und Bereitschaftsdienste. Ein Viertel der Befragten (23 Prozent) kommt sogar auf eine durchschnittliche Wochenarbeitszeit von mehr als 60 Stunden.

Als Folge würden Schlafstörungen und häufige Müdigkeit 83 Prozent der Ärzte in kom­mu­nalen Krankenhäusern laut Befragung zu schaffen machen. Vor diesem Hintergrund sei es wenig überraschend, dass die meisten Ärzte in kommunalen Krankenhäusern ihre derzeitigen Arbeitsbedingungen lediglich als „mittelmäßig“ einstufen (50 Prozent), so der MB. 

 

Dieser Artikel wurde uns zur Verfügung gestellt von