Smartphones und Co.: Blaues Licht ist ein Schlafdieb

Es gibt sie erst seit einigen Jahren, doch trotzdem sind sie für die meisten nicht mehr wegzudenken: Smartphones und Tablets. Laut einer Studie kann die abendliche Nutzung der beliebten Geräte jedoch zu Schlaf- und Konzentrationsstörungen führen.

Mediennutzung

Wer abends vor dem Schlafengehen noch Smartphone und Tablet nutzt, muss mit Schlafproblemen rechnen. | Eugenio Marongiu - Fotolia

Immer erreichbar, immer auf dem neuesten Stand. Egal ob es der Kontakt mit den Kollegen und Freunden ist, oder Ohr und Auge zur gesamten Welt über das Internet – mit Smartphones und Tablets hat man zu jeder Tages- und Nachtzeit alle nötigen sowie unnützen Informationen zur Verfügung, und das nur einen Wisch entfernt.

Dass die späte Mediennutzung negativen Einfluss auf den Schlaf hat, berichtet der Neurobiologe Host-Werner Korf in "Forschung Frankfurt", dem Wissenschaftsmagazin der Goethe-Universität Frankfurt. Verantwortlich für die Schlaf- und Konzentrationsstörungen könnte das blaue Licht der Geräte sein. Bei vielen Menschen lässt die vor der Nutzung bereits eingesetzte Müdigkeit nach dem Blick auf Smartphone und Tablet nach.

Licht steuert die innere Uhr

Die Verwirrung der inneren Uhr ist Vergleichbar mit dem Phänomen Jet-Lag. Verreist der Mensch in eine andere Zeitzone, braucht der Körper einige Tage, um sich darauf einzustellen, dass der Tag-Nacht-Rhythmus (bzw. Wechsel von Licht und Dunkel) sich verändert hat. Das Hormon Melatonin, welches für die Müdigkeit zuständig ist, wird bei Dunkelheit ausgeschüttet, Helligkeit hemmt die Ausschüttung jedoch.

Die 23. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin steht unter dem Motto "Die schlaflose Gesellschaft". Anfang Dezember soll darüber diskutiert werden, welchen Einfluss die "24-h-Non-Stop-Mentalität" auf unsere Gesundheit hat.

weiterlesen

Das von Smartphones und Tablets genutzte Licht hat eine blaue Wellenlänge. Rezeptoren auf der Netzhaut des Menschen reagieren besonders empfindlich auf diese Art des Lichtes. Dem Körper wird durch das Schauen auf die Geräte der Eindruck vermittelt, dass eine andere Tageszeit vorliegt als dies eigentlich der Fall ist. Die Ausschüttung von Melatonin wird gestoppt bzw. reduziert und man fühlt sich in der Folge nicht mehr so müde.

Trotz dieser Erkenntnisse gibt es nach wie vor auch viele offene Fragen, z.B. welche Lichtintensität in Ordnung ist, ob es eine Obergrenze für die Dauer der Bestrahlung mit blauem Licht gibt und welcher Abstand zur Lichtquelle der beste ist.

Software "f.lux" verspricht Hilfe

Für diejenigen, die Schlafprobleme haben, trotzdem aber nicht auf die späte Mediennutzung verzichten können oder wollen, gibt es kleine Helfer wie die Software f.lux. Das kostenlose Tool passt die Farbeinstellungen des Displays passend zum Sonnenstand des Aufenthaltsortes an. Je nach Tages- und Nachtzeit schraubt f.lux an der Farbtemperatur – der User kann auch manuell Veränderungen vornehmen.

Quellen: www.welt.de, www.aerzteblatt.de, www.spiegel.de