Telemedizin gegen Ärztemangel auf dem Land

Die in­ten­siv­me­di­zi­ni­sche Ver­sor­gung im länd­li­chen Raum ist oft un­zu­rei­chend. Mit ihrem Modellprojekt "Tele-Intensivmedizin" will das Uni­ver­si­täts­kli­ni­kum Würzburg dies in Zukunft verbessern.

Symbolfoto | Coloures-pic/Fotolia.com

Auf dem Land müssen Patienten teils weite Strecken zurücklegen, um sich von einem Arzt behandeln zu lassen. Gerade für die intensivmedizinische Versorgung, wo eine schnelle Diagnose und Behandlung sichergestellt werden muss, ist das problematisch. Mit einem intensivmedizinischen Telemedizin-Projekt will das Universitätsklinikum Würzburg gemeinsam mit dem Zentrum für Telematik e.V. in Gerbrunn bei Würzburg, dem Ärztemangel im Umland entgegenwirken.

Künftig sollen Ärzte in einem Krankenhaus Patientendaten mit einem Tablet-PC erfassen können. Digital senden sie anschließend Vital- und Laborparameter, radiologische Bilder sowie weitere Informationen, die für eine profunde Fallbesprechung notwendig sind, an den Spezialisten. Die Zeiten, in denen Patientendaten per Fax geschickt wurden, sollen damit endgültig vorbei sein. 

Datenübertragung per Tablet

"Im Unterschied zu bestehenden Telemedizin-Systemen, die vorwiegend auf teuren stationären Kommunikationseinheiten beruhen, soll unser System preiswert und hochmobil sein", sagt Prof. Peter Kranke, Oberarzt und Leiter der klinischen Forschung an der Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie.

Die Software für das Telemedizin-System wird zurzeit programmiert. „Die übermittelten Daten müssen ohne Medienbrüche direkt in die jeweilige Klinik-IT integrierbar sein. Dabei muss allen Aspekten des Datenschutzes und der Datensicherheit Rechnung getragen werden", sagt Kranke. Wichtig ist ihm außerdem eine hohe Usability: Der Nutzer muss alle Funktionen in kürzester Zeit finden und verstehen, damit im Notfall keine Zeit verloren geht.

Das Bayerische Gesundheitsministerium fördert das Projekt des Uniklinikums Würzburgs mit 250.000 Euro.

Quelle:www.ukw.de / Foto: Coloures-pic/Fotolia.com