Pflegekräfte: Unzufriedenheit sorgt für Auswanderungswunsch

Nicht nur einige Ärzte fühlen sich überfordert im Klinikalltag. Auch das Pflegepersonal ächzt unter der Last auf ihren Schultern. Viele Pfleger erwägen eine Beschäftigung im EU-Ausland, wo die Perspektiven besser scheinen.

Krankenschwester

In Deutschland betreuen Krankenschwestern und -pfleger im Durchschnitt zehn Patienten gleichzeitig. | drubig-photo - Fotolia

Die Webseite www.pflege-wandert-aus.de der TU Berlin fasst einige Statistiken zu den Pflegeberufen in Deutschland zusammen und vergleicht diese mit anderen EU-Ländern. Eine der grundsätzlichen Fragen, die auf die Belastung der Arbeitskräfte abzielt, lautet: "Für wie viele Patienten bin ich denn eigentlich zuständig?"

Ärztin mit Stress

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In Deutschland sind es im Durchschnitt zehn Patienten pro Krankenschwester bzw. -pfleger. Das sind mehr Patienten als in den anderen untersuchten Ländern (Niederlande 5, Norwegen 4, Schweiz 6, England 8, Schweden 6). Das Fazit: Wer in Deutschland unter der Belastung durch zu viele gleichzeitig zu betreuende Patienten leidet und auch die Versorgung dieser teilweise nicht befriedigend zu erfüllen ist, sei in anderen europäischen Ländern besser aufgehoben.

Positives Feedback: Lob für die Arbeit

Eine weitere Frage: Wie sieht es mit der Wertschätzung aus? "Bekomme ich Lob und Anerkennung für meine Arbeit?" In Deutschland liegt der Wert bei den Befragten bei 35 Prozent und liegt auch hier im Vergleich mit den anderen Ländern hinten. In den Niederlanden sind es 51 Prozent, 56 Prozent in Norwegen, 61 Prozent in der Schweiz, 46 Prozent in Schweden und 47 Prozent in England.

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Auch die Zufriedenheit mit dem Gehalt wurde erfragt. Hier liegen die Deutschen mit 34 Prozent Zufriedenheit im Mittelfeld. In Holland sind es 42 Prozent, 22 Prozent in Norwegen, 66 Prozent in der Schweiz, 20 Prozent in Schweden und 54 Prozent in England.

Stichwort Burnout: Ist die Belastung zu hoch?

Mit circa 30 Prozent fühlt sich ein knappes Drittel der deutschen Pflegekräfte emotional erschöpft und ist damit Burnout-gefährdet – dies kann auch für die Patienten gefährlich werden. In den Niederlanden fühlen sich nur 10 Prozent ausgelaugt, 24 Prozent in Norwegen, 15 Prozent in der Schweiz, 29 Prozent in Schweden und 42 Prozent in England.

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Bei der generellen Zufriedenheit mit dem Arbeitsplatz sind in Norwegen 71 Prozent der Befragten zufrieden (Bewertung mit "ausgezeichnet" oder "gut") – der beste Wert. In Deutschland sind es mit 48 Prozent deutlich weniger, so ähnlich wie in England und Schweden mit 44 bzw. 43 Prozent. Besser beurteilen Pflegekräfte ihr Arbeitsumfeld in den Niederlanden (56 Prozent), der Schweiz (63 Prozent).

Fazit: Bringt der Gang ins Ausland etwas?

Die Autoren halten fest, dass das Personal in den anderen europäischen Ländern die Situation zum Teil deutlich besser einschätzt. Andererseits ließen sich nicht in allen "Wunsch"-Auswanderungsländern jegliche Hoffnungen und Erwartungen an bessere Arbeitsbedingungen erfüllen. Daher sei es für potenzielle Auswanderer wichtig, sich umfassend über das Zielland zu informieren. Außerdem gelten die gleichen Bedenken und Risiken wie bei jeder anderen Auswanderung: Ob die deutsche Pflegekraft sich am Arbeitsplatz im Ausland genauso Wohl fühlt wie die Befragten inländischen Arbeitskräfte, ist fraglich.

Quelle: www.pflege-wandert-aus.de, TU Berlin, pressestelle@tu-berlin.de. Dipl.-Kffr. Britta Zander & Professor Dr. Reinhard Busse, Fachgebiet Management im Gesundheitswesen, TU Berlin, Straße des 17. Juni 135, 10623 Berlin.

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