Mehr Ärzte im Jahr 2015

Trotz des medizinischen Fachkräftemangels wächst die Zahl der praktizierenden Ärzte an deutschen Krankenhäusern. Dies geht aus einer Erhebung des Statistischen Bundesamts hervor.

Sehr umworben: Ärzte und Ärztinnen an deutschen Krankenhausern | Syda Productions/Fotolia

Im Jahr 2015 wuchs die Zahl der Ärzte und Ärztinnen um 3.100 Vollzeitkräfte auf 153.900, dies entspricht einem prozentualen Zuwachs von 2,1 Prozent. Die Zahl nicht-ärztlicher Mitarbeiter erhöhte sich ebenfalls von 19.700 Vollzeitkräfte auf 728.400 (+ 2,8 Prozent). Die Zahl der Pflegekräfte stieg hingegen nur gering an, im Jahr 2015 gab es 1.400 Vollzeitkräfte an nicht-ärztlichem Pflegepersonal mehr als im Vorjahr, eine Steigerung von 0,5 Prozent auf 320.000.

Aus dem Bericht des Statistischen Bundesamt (Destatis) geht außerdem hervor, dass alle drei Krankenhausträger mehr Ärzte eingestellt haben. In den kommunalen Kliniken wuchs die Zahl ärztlicher Voll­zeit­kräfte seit 2011 um 7.091 (+ 9 Prozent). In den freigemeinnützigen Häusern stieg sie im gleichen Zeitraum um 4.874 Vollzeitkräfte (+ 12,1 Prozent), in den privaten Einrichtungen um 3.269 Vollzeitkräfte (+ 16 Prozent).

Zahl der Krankenhausbetten sinkt 

77,6 Prozent der Betten sind im Jahr 2015 insgesamt belegt worden. Die höchste Belegungsrate gab es in den kommunalen Krankenhäusern (79,4 Prozent), bei den freigemeinnützigen Krankenhäusern lag die Rate bei 76,1 Prozent, private Kliniken hatten mit 75,4 Prozent die geringste Belegung.

Die Zahl der Behandlungsfälle in der stationären Behandlung in Vorsorge- oder Rehabilitationseinrichtungen sank um 0,2 Prozent auf 1,9 Millionen. Die meisten der 165.000 Betten stehen in Krankenhäusern privater Träger (66 Prozent), gefolgt von kommunalen (19 Prozent) und freigemeinnützigen Trägern (16 Prozent). 

Marktanteile privater Krankenhausträger wachsen nicht weiter

Von 2002 bis 2011 stieg der Anteil privater Krankenhausträger gemäß dem Krankenhaus Rating Report von 8,2 auf 16,3 Prozent. Der Anteil kommunaler Träger verringerte sich im gleichen Zeitraum von 55,3 auf 49,3 Prozent. Diese Entwicklung setzte sich nicht fort. Seit 2011 hat sich der Anteil privater Krankenhausträger nicht wesentlich verändert.

 

Ist ein Erhalt der Trägervielfalt positiv? Ludwig Kuntz von der Wirt­schafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität zu Köln äußerte sich im Deutschen Ärzteblatt hierzu folgendermaßen: „Alle Konzepte haben Vor- und Nachteile. Deshalb ist es nicht klar, ob Trägervielfalt gut oder schlecht ist.“ Zumindest werde mit einer Trägervielfalt das Risiko einer einseitigen Entwicklung reduziert. 

Quelle: fos/aerzteblatt