LUNGENKREBS - Smoking kills

Wie erklärt man dem Patienten sein Krankheitsbild, so dass er es versteht? In der Reihe „Komplizierte Krankheit - anschaulich dargestellt“, werden exklusiv Auszüge aus dem neuen Buch von Spiegel-Bestseller-Autor Falk Stirkat veröffentlicht. Dieses Mal im Fokus: Der Lungenkrebs.

Falk Stirkat ist Gastautor bei Operation Karriere

Führen Sie sich die drei grundsätzlichen Möglichkeiten der Entstehung bösartiger Krebsgeschwülste vor Augen! Da gibt es zum einen die spontane Mutation, also eine Situation, in der das Kopieren der DNA nicht richtig funktioniert und außerdem der Kontrollmechanismus seitens des Körpers versagt. Dabei entsteht eine Zelle, die sich sämtlicher Kontrolle entzieht und die umliegenden Gewebe aggressiv angreift. Eine andere Möglichkeit ist ein angeborener Fehler im Erbgut, der zu sogenannten vererbten Tumorsyndromen führt. Die dritte und größte Gruppe der Krebsursachen bilden aber die äußeren Faktoren wie Sonneneinstrahlung, Gifte und eben das Rauchen. Obwohl Tabakkonsum auch zu vielen anderen Erkrankungen führen kann, so fällt doch den meisten Menschen der Lungenkrebs als die durch Rauchen verursachte Tumorart ein. Und das ist nicht übertrieben!

Man teilt die Krebserkrankungen der Lunge in zwei große Gruppen ein. Da wären zum einen die kleinzelligen, zum anderen die nicht-kleinzelligen Krebsgeschwüre. Die merkwürdigen Namen rühren von dem her, was der Pathologe unter dem Mikroskop sieht. Dort werden die feingeweblichen Schnitte des Tumors untersucht, um eine Aussage darüber treffen zu können, wie gefährlich er wirklich ist. Mit bloßem Auge kann man das nämlich so gut wie nie sagen. Kleinzellige Krebsgeschwüre werden fast immer durch das Rauchen verursacht, während die sogenannten Nichtkleinzeller wenig oder gar nicht damit in Verbindung gebracht werden.

Andere Ursachen für Lungenkrebs können auch berufsbedingte Giftexpositionen sein. So tritt Lungenkrebs häufiger bei Menschen auf, die beruflich viel mit giftigem Staub zu tun haben. Und natürlich finden die Ärzte auch oft überhaupt keine Ursache für den Tumor. In diesem Fall ist die Erkrankung einfach Pech.

Ganz unabhängig davon ist es sowieso unglaublich schwierig, den wahren Grund für einen Tumor zu finden. Die meisten Forschungsergebnisse basieren nämlich auf großen Studien, in denen die Patienten zu bestimmten Risikofaktoren befragt wurden. So fällt eben auf, dass eine signifikant  hohe Anzahl an Rauchern später an Lungenkrebs erkrankt. Die Schwierigkeit für die Forscher besteht nämlich darin, dass es zum Teil extrem lange dauert, bis sich ein Tumor entwickelt. So kann man kaum sagen, dass der Krebs der Oma durch einen Stoff verursacht wurde, dem sie vor Jahrzehnten ausgesetzt war – man kann es nur annehmen und muss Omi dann mit Hunderten anderen Menschen vergleichen, um zu schauen, ob auch die Kontakt mit der verdächtigen Substanz hatten. Das ist der Grund, weshalb es so unglaublich schwierig ist zu sagen, ob ein Nahrungsmittel krebserregend ist oder eben nicht.

Wie so oft wissen wir also nicht genau, welche Faktoren alle zur Entstehung von Lungenkrebs führen. Irgendwann ist er plötzlich da. Und wie bemerkt man ihn dann?

Die Symptome – und das ist das wirklich Fiese an so gut wie allen Krebsarten – treten leider oft erst sehr spät auf und werden durch tumorbedingte Komplikationen verursacht. Je nachdem, wo der Krebs genau sitzt, kann es sein, dass er über Monate überhaupt nicht auffällt. Wir können also nie wissen, wann genau die Krankheit entstanden ist oder wie lange sie schon im Körper des Betroffenen wütet. Irgendwann kommt der Patient mit ganz unterschiedlichen Beschwerden zum Arzt – und auch der wird wahrscheinlich nicht sofort an ein Krebsleiden der Lunge denken.

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