Internationale Initiative sucht nach HIV-Impfstoff

Eine neue großangelegte Initiative soll einen Impfstoff gegen HIV suchen. Die European AIDS Vaccine Initiative-EAVI2020 bringt führende HIV Forscherinnen und Forscher aus Forschungsinstitutionen und Biotech-Unternehmen aus Europa, Australien, Kanada und den USA zusammen.

Blutprobe in Labor

Die European AIDS Vaccine Initiative-EAVI2020 bringt führende HIV Forscherinnen und Forscher aus Forschungsinstitutionen und Biotech-Unternehmen aus Europa, Australien, Kanada und den USA zusammen. | Angellodeco/Fotolia.com

Das Projekt ist mit Mitteln der Europäischen Union in der Höhe von 23 Millionen Euro ausgestattet.

EAVI2020 vereint ein interdisziplinäres Team von Klinikern sowie Spezialistinnen und Spezialisten aus den Bereichen Molekularbiologie, Immunologie, Virologie, Biotechnologie mit dem Ziel, deren umfassende experimentelle Expertise zügig in präklinische Tests umzusetzen und so schnell wie möglich mit Studien am Menschen zu beginnen. 

15 Jahre UNAIDS

Eine Woche vor dem Welt-Aids-Tag am 1. Dezember hat die Aids-Organisation der Vereinten Nationen (UNAIDS) ihren Bericht zur weltweiten HIV- und Aids-Epidemie vorgestellt. Bereits Mitte des Jahres erschien ein Video zur Entwicklung der letzten 15 Jahre.

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Robin Shattock von der Abteilung für Medizin am Imperial College London ist Koordinator von EAVI2020: "Ein wirksamer Impfstoff gegen HIV ist eine der großen wissenschaftlichen Herausforderungen unserer Generation. Dieses Projekt stellt die einzigartige Gelegenheit dar, auf den enormen wissenschaftlichen Fortschritten der letzten Jahre aufzubauen. Diese haben einen beispiellosen Einblick in immunologische Prinzipien gegeben, die für einen wirksamen Impfstoff benötigt werden, wie die Eigenschaften wirksamer Antikörper und Details der anti-viralen Zellantwort. Daher verstehen wir jetzt viel besser, wie schützende Immunantworten zu Stande kommen und welche Impfstoffkandidaten erfolgversprechend sind. Mit diesen Erkenntnissen haben wir eine neue Größenordnung im Verständnis immunologischer Vorgänge auf molekularer Ebene, die bislang nicht zur Verfügung stand.“

Ziel: Neue Impfstoffkandidaten innerhalb von fünf Jahren entwickeln

Emilio Casanova vom Institut für Pharmakologie der Medizinischen Universität Wien forscht am Ludwig Boltzmann Institut für Krebsforschung (LBI-CR). Er ist Mitglied von EAVI2020, der Initiative, die Forschende aus 22 Institutionen vereint. Sie bündeln Wissen und Know-how, um neue Impfstoffkandidaten innerhalb von fünf Jahren in die menschliche Erprobung zu bringen. EAVI2020 wird mit einem Zuschuss der EU in Höhe von 23 Millionen Euro im Rahmen des Rahmenprogramms von „Horizon 2020“ für Forschung und Innovation gefördert.

Das LBI-CR trägt eine innovative Technologie zur BAC-basierten Protein-Produktion bei, die vor kurzem in Zusammenarbeit der Medizinischen Universität Wien mit einer österreichischen Firma entwickelt und für eine effiziente und kosteneffektive Antigenproduktion weiter optimiert und angepasst wurde. "Es ist ein wunderbarer Erfolg für meine sehr junge Technologie zur Proteinproduktion, in so ein ehrgeiziges Projekt einbezogen werden. Ich freue mich sehr darauf, mit diesem aufregenden Konsortium zusammenzuarbeiten", sagt Casanova, Professor für Transgene Modelle in der Krebsforschung an der Medizinischen Universität Wien.