Führungskompetenz: eine wichtige Eigenschaft

Warum die eigene Persönlichkeit in den vergangenen Jahren ein immer wichtigerer Faktor für Bewerber geworden ist, und was man unter diesem Stichwort genau versteht, verrieten Dr. Tanja Fandel-Meyer und Prof. Dr. Jens Kubitz, beide Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, beim Operation Karriere-Kongress in Hamburg.

Kubitz

Prof. Dr. Jens Kubitz | Michael Kottmeier

Neben der Fachkompetenz sind es vor allem die Social Skills, also die Sozialkompetenzen, die im ärztlichen Beruf zählen. Dies erkenne man mittlerweile auch in Stellenanzeigen (z.B. für Chefärzte), wo neben einer umfänglichen Fachkenntnis auch Führungskompetenz gewünscht wird.

Vier wichtige Eigenschaften in diesem Zusammenhang sind Kommunizieren, Entscheiden, Kooperieren und Vertrauen. "Dazu kommt ein Grundverständnis des ökonomischen, unternehmerischen Denkens. Ohne das kommt man heute in Führungspositionen nicht mehr zurecht", sagte Kubitz.

  • Kommunizieren: Ein Arzt muss fokusgruppenspezifisch kommunizieren, unterschiedlich mit Kollegen und Patienten sprechen, damit sie ihn bei der Aufklärung auch richtig verstehen.
  • Entscheiden: Ein gutes Selbstmanagement und eine gute Organisation sind wichtig, auch um den eigenen Karriereweg selbst auszuwählen und die Weichen richtig zu stellen.
  • Kooperieren: Ein Arzt muss Teamplayer sein. Das gilt für die Zusammenarbeit im eigenen Team, aber im Sinne der interdisziplinären Zusammenarbeit auch mit anderen Fach- oder Berufsgruppen
  • Vertrauen: Eine Führungsperson muss seinen Mitarbeitern ausreichend Freiraum geben, damit diese sich entfalten können und Erfahrungen sammeln. Eine große Offenheit muss stets spürbar sein.

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Fandel-Meyer und Kubitz stellten das 70:20:10-Modell vor. Danach lerne man 70 Prozent bei der täglichen Arbeit in der Klinik und durch die Reflexion dessen, was dort geschieht. 20 Prozent kommt durch kollegiale oder professionelle Unterstützung durch Mentoring und Coaching. 10 Prozent deckt das Selbststudium ab, das kann in Seminaren oder durch Literaturrecherche erfolgen.

"Dieses System hat Erfolg, wenn man es möglichst systematisch umsetzt und ausreichend Zeit dafür einplant", sagte Fandel-Meyer. In der Klinik müsse man immer gemeinsam lernen, auch mit den Pflegekräften, den medizinisch-technischen Assistenten usw.

Quelle: Dr. Tanja Fandel-Meyer und Prof. Dr. Jens Kubitz, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf: "Führungskompetenz für Ärztinnen/Ärzte - Ein wichtiger Karrierefaktor", Operation Karriere-Kongress Hamburg, 16.06.2017.