DFG zu Universitätsmedizin: Klinische Forschung ausbauen

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat Ende Juni 2015 ihre Empfehlungen zur „Weiterentwicklung der Klinischen Forschung an der deutschen Universitätsmedizin in den Jahren 2015 – 2025“ verabschiedet. Priorität haben darin gezielte und langfristige Investitionen in Infrastruktur und Personal, insbesondere in den Bereichen Klinische Studien, individualisierte Medizin, neue Methoden der Bioinformatik sowie besserer Zugang zu Daten.

Klinische Studien

DFG sieht Defizite in der Universitätsmedizin | Foto: © Alexander Raths/Fotolia.com

Das Papier war im Rahmen der Jahresversammlung der DFG durch den Senat der Forschungsförderorganisation am 30. Juni 2015 verabschiedet worden. Die DFG empfiehlt darin auch, verlässliche Karrierewege in der Klinischen Forschung und ein modernes Personalmanagement innerhalb der Universitätsmedizin zu schaffen.

„Damit die Universitätsmedizin auch weiterhin ihre Aufgaben in den Bereichen patienten-, krankheits- und grundlagenorientierter Forschung sowie der Lehre und Patientenversorgung auf höchstem Niveau leisten kann, sehen wir auf verschiedenen Feldern dringenden Handlungsbedarf“, erläuterte DFG-Vizepräsidentin Professor Dr. Leena Bruckner-Tuderman. Die Universitätsmedizin stehe derzeit vor besonderen wissenschaftlichen und strukturellen Herausforderungen. Diese würden in dem Papier mit weitreichenden strategischen und förderpolitischen Empfehlungen adressiert, fasste Bruckner-Tuderman die Empfehlung zusammen.

DFG sieht zahlreiche Defizite in der Universitätsmedizin

Die erneute Zuwendung zur Klinischen Forschung begründet die DFG in verschiedenen Defiziten, die sie in dem Papier benennt:

  • Die Strukturen sind nicht zukunftsfähig
  • Karriereperspektiven für forschende Ärztinnen und Ärzte sind unzureichend 
  • Mangel an Freiräumen für wissenschaftliche Arbeit im Klinischen Alltag
  • Stagnierende Haushalte
  • mangelnde Hochschulbauförderung
  • Zunehmende Erlösorientierung der Universitätsklinika 

Das aufgehobene Kooperationsverbot von Bund und Ländern in Angelegenheiten der Gemeinsamen Forschungsförderung wertet die DFG als „große Chance für eine tiefgreifende Verbesserung der beschriebenen Situation“.

Die DFG plädiert vor diesem Hintergrund auch für einen themenoffenen und freien Wettbewerb um Fördergelder. Die staatliche Förderung einzelner Teilbereiche der Klinischen Forschung innerhalb festgelegter thematischer und organisationaler Grenzen sei allein nicht ausreichend und erfordere ein Umlenken. „Wir setzen primär auf die erkenntnisgeleitete und themenoffene Projektförderung in unabhängigen, wettbewerblichen Verfahren“, sagte Bruckner-Tuderman.

Quelle: DFG; Foto: © Alexander Raths/Fotolia.com