3D-Druck: Regenerative Medizin im Fokus

Welches Potenzial hat der medizinische 3D-Druck? Um diese Frage geht es beim 1. Internationalen 3D-Print Kongress am 15. und 16. April in Mainz.

3D-Drucker

Der 3D-Druck hat großes Potenzial beim Einsatz in der Medizin. | Pixabay

Der 3D-Druck bietet vollkommen neue Möglichkeiten im Bereich der regenerativen Medizin für die personalisierte Patientenversorgung, es lassen sich zum Beispiel individuell für den jeweiligen Patienten angepasste Implantate herstellen. Weitere Fragen, die auf dem Kongress diskutiert werden sollen: Welche Entwicklungen und Fortschritte gibt es im Bereich des medizinischen 3D-Drucks? In welchen medizinischen Disziplinen wird der 3D-Druck schon heute für patientenorientierte und individuelle Lösungen eingesetzt? Was für Materialien werden bei der Fertigung individueller Implantate verwendet und wodurch zeichnen sich die neu entwickelten Materialien aus? Welche Technologien finden Anwendung und wie werden diese weiterentwickelt? Am Kongress Interessierte können sich online anmelden unter www.3dprint-congress.com/index.html oder per Email an biomatics@uni-mainz.de.

In vielen Gebieten, beispielsweise auch in der Luftfahrt, wird der 3D-Druck bereits erfolgreich verwendet. Auch in der Medizin wird er weitere Einsatzgebiete finden. Eine Studie der Unternehmensberatung A.T. Kearney prognostiziert im medizinischen Bereich bis zum Jahr 2020 eine Zuwachsrate von 20 bis 25 Prozent. Eine immer größere Bedeutung gewinnt die Herstellung individualisierter Transplantate vor allem bei den Gelenkprothesen (Hüft-, Schulter-, Knie- und Kiefergelenk).

Innovative Einsatzmöglichkeiten

Der Fokus des Kongresses liegt in erster Linie auf innovativen Einsatzmöglichkeiten des 3D-Druck-Verfahrens für den medizinischen Bereich. Schon heute kommt der 3D-Druck in allen medizinischen Disziplinen zur Anwendung – durch Verletzung, Krankheit oder durch degenerative Entwicklungen im Alter verloren gegangenes Gewebe wird durch Transplantate ersetzt.

Die renommierten Referenten des Kongresses, unter anderem internationale Mediziner, Materialwissenschaftler und Ingenieure informieren über den Einfluss des 3D-Drucks zum Beispiel in den Bereichen der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie sowie Unfallchirurgie. Die Vorträge verschaffen einen Überblick über die neuen Techniken, die bereits entstanden sind, etwa im Bereich der Traumatologie: Hier können beispielsweise durch einen Unfall oder Krankheit zerstörte Schädelpartien mittels 3D-Implantaten rekonstruiert werden. Ein weiterer Schwerpunkt ist der Einfluss des 3D-Drucks auf die regenerative Medizin, zum Beispiel zur Erstellung künstlicher Adern, Knochenersatzmaterial oder Hornhaut.

Fokus Neuentwicklung Materialwissenschaften

Darüber hinaus wird es um Neuentwicklungen im Bereich der Materialwissenschaften in Bezug auf 3D-Druck und um den sogenannten 3D-Bioprint gehen. Diese Technologie kann organisches Gewebe reproduzieren und ermöglicht die präzise Anordnung lebender, humaner Zellen in dreidimensionale Strukturen. Die 3D-Bioprint-Technologie gilt als Schlüsseltechnologie, mit der in Zukunft funktionelles Gewebe oder sogar ganze Organe hergestellt werden sollen.

Quelle: Universitätsmedizin Mainz