Wenn der Berg ruft!

Bewerbung, richtiges Lernen, Physikum und Pflegepraktikum: Andrej Weissenberger gibt Tipps zu allen Themen, die Medizinstudenten bewegen. Selbst an der Universität Bonn eingeschrieben, sorgt er in seinem Blog regelmäßig für Einblicke in seine eigenen Erfahrungen. Teil 26: Wenn der Berg ruft!

Operation Karriere-Blogger Andrej Weissenberger | Deutscher Ärzteverlag/privat

Die Uniklinik Bonn befindet sich auf dem berühmten Venusberg, etwa 15 Minuten von der Bonner Innenstadt entfernt. Inzwischen hat es sich eingebürgert, dass Physikums-Bestehende mit dem Motto „Wenn der Berg ruft!“ zum ersten Mal auf der Ersti-Party begrüßt werden.

Und so schnell kann es gehen: Nach Erhalt der Urkunde vom Landesprüfungsamt vergingen etwa drei Wochen bis zum Beginn des klinischen Semesters. Neue Umgebung, neue Fächer, neue Dozenten und neue Kommilitonen. Und ein Lächeln über beide Ohren.

Da in Bonn die Kapazitäten der Studienplätze pro Semester beschränkt sind, aber allen Studierenden der Abschluss des Studiums in Regelstudienzeit gewährleistet werden muss, kann man entweder im ersten oder im zweiten klinischen Semester studieren. Ich entschied mich für das zyklische Studieren, für mich ging es also ins erste klinische Semester.

Was genau ist aber dieses „klinische“ Semester? In den vorklinischen Semestern beschäftigt man sich hauptsächlich mit der Theorie, teilweise sehr trocken. Patientenbezug steht wenig bis gar nicht im Lehrplan. Anders als in der Klinik. Hier gibt es Unterricht von Stations- und Oberärzten, man steht im Kittel in kleinen Gruppen am Patientenbett und lernt anhand der echten Fälle Untersuchungsmethoden und Therapiemöglichkeiten. Premiere!

Und so stehe ich da, zum ersten Mal in einem Kittel, mit einem Stethoskop um den Hals und einem kleinen Notizblock in der Kitteltasche auf der Station und warte auf die wohl größten Herausforderungen meines Studiums.

Andrej Weissenberger (24) studiert Medizin in Bonn und wohnt in Köln. Derzeit befindet er sich im ersten klinischen Semester.