Staatsexamen Medizin: Tipps zur Vorbereitung

Eine effektive Vorbereitung und ein positives Auftreten - Wer diese beiden Aspekte beherzigt, kann das Examen ohne Sorgen angehen. Das sagt der erfahrene Ausbilder Prof. Dr. Wolfgang Schröder, Oberarzt an der Klinik und Poliklinik für Allgemein-, Viszeral- und Tumorchirurgie des Universitätsklinikums Köln.

„Die Vorbereitung auf die Prüfungen ist nicht immer effizient“, sagte Prof. Dr. Wolfgang Schröder (Foto), Oberarzt an der Klinik und Poliklinik für Allgemein-, Viszeral- und Tumorchirurgie des Universitätsklinikums Köln, zu Beginn seines Vortrages über das Examen. Er gab den Studierenden wertvolle Tipps aus seiner langjährigen Erfahrung und zeigte unter anderem eine Checkliste für das Zeitmanagement bei der Vorbereitung auf die schriftliche Prüfung.

Ein durchschnittlicher Arbeitstag sollte wie folgt aussehen:

  • Frühen Arbeitsbeginn erzwingen, denn der Peak der Leistungsfähigkeit ist bis zum späten Vormittag erreicht. Das gilt auch für Studierende, die denken, sie könnten später am Abend oder Nachts effektiv arbeiten
  • Die wichtigsten und schwierigsten Dinge zuerst angehen
  • Das Erlernte vom Vortag wiederholen
  • Zeitdiebe eliminieren (facebook, Smartphone etc.)
  • Die tägliche Arbeitszeit begrenzen (man ist maximal für sechs Stunden aufnahmefähig)
  • To-Do-Liste für den kommenden Tag erstellen
  • Entspannungsphasen einplanen und einhalten

In der praktischen Prüfung ginge es laut Schröder nicht nur um das Fachwissen, sondern vor allem auch um den Umgang mit den Patienten. Ein sympathisches und souveränes Auftreten sei einer der wichtigsten Faktoren. Für die Vorstellung der Patienten während der mündlichen Prüfung nannte Schröder auch einige Punkte, die einen Leitfaden zum Erfolg darstellen können:

  • Name, Alter, Geschlecht
  • Hauptdiagnose
  • Leitsymptom und klinischer Befund
  • Relevante Nebendiagnosen
  • Diagnostik
  • Therapeutisches Konzept
  • Verlauf und Prognose

Der Prüfer stelle zu Beginn eine offene Frage und schränke diese immer weiter ein, bis es schließlich zu einer Ja/Nein-Frage kommen könne. Zum Schluss heißt es dann „keine Fragen mehr“ und die Prüfung ist beendet. Am ersten Tag solle der Prüfling im sauberen Arztkittel erscheinen – bestenfalls bequem und schweißsicher. „Sie müssen wie ein Arzt aussehen und wirken, sich nicht als einer verkleiden“ – weniger sei hier häufig mehr. Am zweiten Tag der Prüfung sei eine legere Garderobe angemessen, die allerdings eine gewisse Eleganz nicht vermissen lassen soll.

Do´s und Dont´s

Schröder nannte noch einige leicht zu vermeidenden Fehler, die ihm in seiner Tätigkeit als Prüfer tatsächlich schon häufiger begegnet sind:

  • Nicht die Frage des Prüfers wiederholen, um Zeit zu gewinnen
  • Keine Antworten im zweifelnden Konjunktiv geben
  • Dem Prüfer nicht widersprechen
  • Ausschließlich Fachsprache verwenden, um die Auseinandersetzung mit der Materie zu demonstrieren
  • Keine eigenen Fallen bauen und versuchen, Dinge zu erklären, die gar nicht gefragt waren
  • Nicht die Klinik des Prüfers diskreditieren
  • Nicht ganz und gar schweigen. Wenn nichts mehr geht, den Prüfer um ein Stichwort bitten
  • Keine Wissenslücken zugeben, immer souverän bleiben
  • Nicht an einen möglichen Blackout denken, denn dann tritt er wirklich ein

Operation Karriere 5. & 6.12.2014, Berlin. „Das Examen – Mit Elan und Freude zum Erfolg“. Prof. Dr. Wolfgang Schröder, Oberarzt an der Klinik und Poliklinik für Allgemein-, Viszeral- und Tumorchirurgie des Universitätsklinikums Köln.