PJ-Blog: Meine Ratschläge

Nach reichlich Theorie im Studium endlich im PJ in den Alltag eines Arztes eintauchen – ein Traum für jeden Medizinstudenten – oder? Fräulein Licht berichtet regelmäßig auf www.operation-karriere.de von ihren Erfahrungen an der Klinik. Teil 56: "Meine Ratschläge".

Fräulein Licht

Operation Karriere-Bloggerin Fräulein Licht

Liebes Krankenhaus,

tempus fugit, die Zeit verfliegt. Heute haben sich schon die neuen PJler Neurologie auf Station vorgestellt. Unsere Zeit geht langsam zu Ende. Zumindest werden wir uns alle vier Wochen Urlaub nehmen, um schon einmal fürs Examen zu lernen. Mal sehen, wie das so funktioniert. Mein immerwährender Vorschlag, doch jetzt schon eine Lerngruppe dafür zu bilden, stößt leider auf Ablehnung. Naja, besonders gemocht habe ich meine Mit-PJlerin Anna ja noch nie so richtig. Aber man sollte den Kopf nicht hängen lassen, auch die erfahreneren Assistenzärzte sind manchmal überfordert: so standen heute Morgen in der Notaufnahme 4 Ärzte zunächst ein wenig ahnungslos um einen Patienten mit dem Verdacht auf eine Hirnblutung da. Der eine wollte ein CT, der andere wegen der möglichen Strahlenbelastung wieder eher nicht und so weiter und so fort. Also, Kopf hoch, das wird schon alles auch ohne Lerngruppe. Mehr als vorschlagen kann ich es nicht.

Meine Tipps:

  • Lerngruppe schon im letzten PJ-Tertial gründen (mit den anderen PJlern auf deiner Station oder mit deinen Freunden aus dem Studium, denn Innere und Chirurgie haben ohnehin alle als Fächer).
  • man sollte hier die klinischen Untersuchungen üben, so dass sie professionell aussehen.
  • man sollte das Lampenfieber trainieren und vor mindestens drei anderen Menschen sprechen üben, um später während der Untersuchung vor einem Patienten klar, deutlich und strukturiert sprechen zu können. 
  • den Assistenz- oder Oberarzt fragen, ob er einmal Lust und Zeit hätte eine Prüfung kurz zu simulieren (man weiß ja gar nicht, wie so etwas abläuft) und wenn einer nett ist, dann kann man hier schon mal eine Prüfungssituation trainieren und ist dann während der richtigen Prüfung nicht so überrascht.
  • schon mal im PJ Tertial an Patienten üben (alle Gebiete, also Herz abhören und vielleicht eine Knieuntersuchung durchführen, auch wenn es ein Patient auf der Neuro ist). Schließlich ist das viel besser als nur Blut abzunehmen. ;)
  • sich die wichtigsten Themen des Fachgebietes rausschreiben und eine strukturierte Übersicht anfertigen (z.B.: Erkrankung, Ätiologie, Symptome, Diagnostik, Therapie).
  • die Themen mit den Fachgebieten schon mal vor dem jeweiligen Patienten mit der Erkrankung üben (typische klinische Zeichen, etc.) und die Struktur beibehalten. Struktur ist sehr entscheidend bei der mündlichen Prüfung. Das kommt kompetent rüber, auch wenn man mal etwas nicht so gut weiß und ist viel besser, als wenn der Prüfer merkt, dass man rät. Dann fragt der nämlich ganz besonders gerne nochmal nach).
  • nicht verzweifeln, es ist die letzte Prüfung und dann seid ihr endlich Arzt!!!

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