Physikum – der Abend vor der Prüfung

Man hat Monate lang gelernt und dann ist er da – der Abend vor der Prüfung. Hier ein paar Tipps, wie Sie diesen Abend verbringen können und wie Sie am Tag der Prüfung am besten vorgehen.

Studenten

Das Physikum ist die erste große Prüfung im Medizinstudium | skynesher/iStock

Am Abend vor dem Physikum ist die Nervosität sehr hoch, schließlich hat man sich lange genug auf die Prüfungen vorbereitet. Aber unabhängig davon, wie nervös jemand ist, eines verbindet alle an diesem Abend: Die Angst, etwas Wichtiges nicht gelernt zu haben oder sich am nächsten Tag plötzlich nicht mehr erinnern zu können. Diese Angst ist ganz normal, weil man sich in relativ kurzer Zeit unglaublich viel Stoff angeeignet hat und sehr viel weiß. Aber je mehr man über ein Thema weiß, desto mehr Fragen eröffnen sich einem auch. Dennoch sollte am Abend vor der Prüfung weder neuer Stoff gelernt werden, noch bereits gelernter Stoff wiederholt werden. Das Zauberwort lautet Entspannung! Gehen Sie ins Kino oder ins Theater! Machen Sie einen Spaziergang! Versuchen Sie auf andere Gedanken zu kommen! Wenn das alles nicht hilft Ihre Nervosität zu reduzieren, sollten sie dennoch auf keinen Fall Alkohol trinken oder andere Drogen nehmen, um abzuschalten. Verzichten Sie auch auf Baldriantropfen, wenn Sie mit derlei Mitteln zur Angstreduktion keine Erfahrung haben. Sonst könnte es sein, dass Sie morgen müde sind und paradoxerweise mehr Angst empfinden.

Tag der Prüfung – Tag der Wahrheit

Am nächsten Tag macht man sich am besten etwas früher als gewohnt auf den Weg zur Prüfung. Die Wahrscheinlichkeit ist zwar gering, dass gerade am Prüfungstag die Bahn verspätet ist, man einen Platten am Fahrrad hat oder das Auto nicht anspringt, aber es kann passieren. Und zu spät zur Prüfung kommen, will man ja nicht. Überprüfen Sie noch einmal, bevor Sie sich auf den Weg machen, ob Sie alles haben, was Sie benötigen. Kennen Sie Ort und Zeit der Prüfung? Haben Sie Ausweis, Stifte etc. dabei? Wenn Sie vor der Prüfung Kommilitonen treffen, die in Panik geraten, versuchen Sie ihnen aus dem Weg zu gehen. Denn Panik steckt an, auch wenn man sich eigentlich ausgeruht und gut vorbereitet fühlt.

Operation Karriere-Blogger Andrej Weissenberger

Bewerbung, richtiges Lernen, Physikum und Pflegepraktikum: Andrej Weissenberger gibt Tipps zu allen Themen, die Medizinstudenten bewegen. Selbst an der Universität Bonn eingeschrieben, sorgt er in seinem Blog regelmäßig für Einblicke in seine eigenen Erfahrungen. Teil 17: Das verschobene Physikum

weiterlesen

 

In der Prüfung selbst befindet man sich dann optimalerweise in einem mentalen Tunnel und ist nur auf die Fragen konzentriert. Falls man bei einer Frage einen Blackout hat, obwohl man sich eigentlich sicher ist die Antwort zu kennen, geht man einfach zur nächsten Frage über. Ohnehin ist es sinnvoll, erst alle Fragen zu beantworten, deren Antwort man kennt und dann zu jenen Fragen zurückzukehren, bei denen man sich unsicher ist. Stellt man fest, dass man für einzelne Bereiche viel länger braucht als vorgesehen, sollte man den vorher aufgestellten Zeitplan trotzdem nicht ändern. Denn dann verliert man Zeit für jene Abschnitte, die man vielleicht viel besser beantworten kann.

Ist man fertig, kontrolliert man, ob auf jedem Blatt der eigene Name steht und liest sich Fragen und Antworten noch einmal in Ruhe durch. Auf jeden Fall sollte man jede Minute der Prüfung nutzen und nicht früher abgeben. Man hat schließlich genug Zeit in das Lernen investiert und ist gut vorbereitet. Da wäre es schade, wenn man auf den letzten Metern wertvolle Zeit verschenkt.