Notizen und Mitschriften: Handschrift schlägt Laptop

Ein Forscherduo aus den USA fand heraus, dass sich handschriftlich angefertigte Notizen und Mitschriften besser einprägen als Notizen auf dem Laptop.

Studierende

Handschriftlich angefertigte Notizen und Mitschriften prägen sich besser ein als Notizen auf dem Laptop. | Zinkevych/Fotolia

Die Angewohnheit, Notizen auf Laptops anstelle von handschriftlichen Notizen anzufertigen, nimmt laut den Autoren zu. Viele Forscher hätten bereits darauf hingewiesen, dass Laptop-Notizen zum Lernen weniger effektiv als handschriftliche Anmerkung seien. Frühere Studien hätten sich jedoch in erster Linie auf die Beeinflussung des Multitaskings durch die Benutzung von Laptops und die damit verbundene Ablenkung konzentriert.

Der Artikel, verfasst von Pam A. Mueller (Princeton University) und Daniel M. Oppenheimer (UCLA), basiert auf mehreren Testreihen mit 65 Probanden. Diese mussten sich unter anderem einen Vortrag auf Video anschauen und sich dazu Notizen machen: Ein Teil der Probanden handschriftlich, die anderen hielten ihre Mitschriften auf dem Computer fest. Anschließend wurden die Teilnehmer zunächst mit verschiedenen Aufgaben von ihrer Fokussierung auf das Thema gelöst. Nach einer halben Stunde wurden sie dann mit Fragen zum Inhalt des Vortrags konfrontiert, außerdem stellte man ihnen Verständnisfragen zu dem Gesehenen und Mitgeschriebenen.

Mehr Notizen – oberflächliche Verarbeitung

Die vorliegende Untersuchung lege nun nahe, so die Autoren, dass das Mitschreiben auf dem Laptop das Lernen beeinträchtigen kann, weil das Mitgeschriebene auf dem Laptop im Vergleich zur handschriftlichen Notiz nur oberflächlich verarbeitet werde. In drei Studien fanden die Autoren heraus, dass Studenten, die Notizen auf Laptops anfertigten, deutlich schlechter auf konzeptionelle Fragen antworteten, als Studenten mit Handschrift-Notizen. 

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Die Studie zeige auch, dass die Laptop-Gruppe deutlich mehr Notizen gemacht hatte. Die Probanden waren bemüht, die Vorträge möglichst wortwörtlich festzuhalten. Wer hingegen auf Stift und Papier zugreife, sei gezwungen, schon während des Schreibens mehr in den eigenen Worten zu formulieren und gleichzeitig zu filtern und zu gewichten, was sich positiv auf den Lernprozess auswirke.

Höheres Verständnis für Thematik

Was die bloße Wiedergabe von Fakten anbelangte, zeigten sich zwar keine wesentlichen Unterschiede. Das Verständnis für die Thematik war jedoch bei der Probandengruppe, die ihre Notizen auf Papier niedergeschrieben hatte, deutlich ausgeprägter, so das Autorenduo. Selbst dann, wenn der Zeitraum zwischen Vortrag und Befragung auf eine Woche ausgedehnt wurde. 

„Möglicherweise beschäftigen sich Menschen bei handschriftlichen Notizen mehr mit dem Verarbeiten als beim Tippen auf dem Laptop, sodass sie nur die wichtigeren Informationen für ihre Notizen auswählen“, so Mueller und Oppenheimer.

Quelle: The Pen Is Mightier Than the Keyboard. Advantages of Longhand Over Laptop Note Taking. Pam A. Mueller, Daniel M. Oppenheimer; In: Psychological Science June 2014 25: 1159-1168.

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