Medizinstudent entwickelt Energizer

Der Medizinstudent Ferhat Turgut hat einen „Energizer“ entwickelt, der einem bei Müdigkeit und Antriebslosigkeit wieder auf Spur bringen soll. Im Interview erzählt er, wie es zu der Entwicklung von "PerformGut" kam.

Ferhat (links) mit seinem jüngeren Bruder Kani. | Michael Gallner

Du studierst in München Humanmedizin. In welcher Phase des Studiums befindest du dich und welche Spezialisierung strebst du an?

Die ersten fünf Jahre, also bis zum Beginn des Praktischen Jahres, habe ich an der Ludwig-Maximilians-Universität in München studiert. Derzeitig absolviere ich ein PJ-Tertial in Gießen, wo ich meine Jugend verbracht habe. Nach dem Abschluss des Medizinstudiums möchte ich mich zum Augenarzt spezialisieren. Insbesondere die effektiven Therapiemöglichkeiten sowie der nahe Patientenkontakt haben mich überzeugt.

Ging es bislang bei dir immer reibungsfrei durch das Studium oder gab es Prüfungen, bei denen du auf der Kippe standest?

Glücklicherweise musste ich einen Studienabbruch aufgrund nicht bestandener Prüfungen nie fürchten. Klar, hin und wieder musste ich zu einer Wiederholungsprüfung, weil manchmal doch die Zeit für das Lernen zu knapp war. Spätestens beim zweiten Anlauf war alles in trockenen Tüchern.

Waren solche schwierigen Wiederholungsprüfungen „schuld“ daran, dass du angefangen hast, dich mit leistungssteigernden Substanzen zu beschäftigen?

Das ist eine sehr interessante Frage! Um die Lernphasen effektiver zu gestalten, habe ich zu Studienbeginn einiges ausprobiert: Kaffee, Koffeintabletten, Energy Drinks etc. Einen wirklich guten Helfer habe ich leider nicht finden können. Folglich habe ich viel über sogenannte Nootropika gelesen, also über Stoffe, die die kognitive Leistung verbessern. Es war von großer Bedeutung, dass Studien eine gewisse Wirkung bestätigen können und die Substanz pflanzlich ist. Auf diese Weise entstand peu à peu die Vorstellung eine Rezeptur zu entwickeln. 

Jetzt hast du ein eigenes Nahrungsergänzungsmittel entwickelt, die sogenannten "PerformGut"-Kapseln. Was ist in einer Kapsel drin?

Eine Kapsel "PerformGut" vereint Superfoods aus allen Ecken der Welt: Die Guaranasamen aus Südamerika geben einen kräftigen und langanhaltenden Energieschub. Diese Wirkung wird durch den Koreanischen Ginseng, der gegen Müdigkeit wirkt, unterstützt. Der Ginkgo aus Südostasien ist ein bekanntes Mittel, um das Gedächtnis zu fördern. Die Rhodiolapflanze, welche auf den langen Seereisen der Wikinger nicht fehlen durfte, ist ein toller Stresskiller. Dann haben wir noch den allgegenwärtigen schwarzen Pfeffer. Mit dessen Hilfe lässt sich die Nährstoffaufnahme im Darm erhöhen. In Stressphasen gibt es einen erhöhten Verbrauch von B-Vitaminen, daher sind sie auch ein wichtiger Bestandteil von "PerformGut".

Würdest du eine Einnahme grundsätzlich empfehlen oder nur zu lernintensiven Zeiten?

Unsere Empfehlung ist eine Einnahme während stressigen Zeiten wie Prüfungsphasen, langen Seminaren und bei erhöhtem Leistungsdruck. Damit eine optimale Wirkung erzielt werden kann, ist eine etwa siebentägige Einnahme vor Beginn der Stressphase zu empfehlen. Da die Bestandteile pflanzlich sind, ist eine tägliche Einnahme unbedenklich. Insbesondere bei Menschen mit chronischen Erkrankungen, die starke Leistungseinbußen haben, kann "PerformGut" zu einer Stärkung verhelfen. Hier möchte ich gerne noch betonen, dass "PerformGut" kein Wunderheilmittel für Prüfungen ist. Es kann aber durchaus helfen, Wunder zu bewirken.

Du rätst die Einnahme von 2 Kapseln pro Tag. Sie enthalten 440 mg Guaranaextrakt mit einem Coffeingehalt von 44 mg. Eine Tasse Espresso enthält durchschnittlich 50 bis 60 mg Koffein. Es ist also nicht unbedingt das Koffein, das die eigene „Performance“ steigert. Was ist es dann?

Jein. Das Besondere am Koffein der Guaranasamen ist, dass es an Gerbstoffen gebunden ist. Im Körper verdaut, führt diese Bindung zu einer langsamen und kontinuierlichen Freisetzung des Koffeins. Folglich spricht man von einer 6 bis 8-stündigen Wirkung. Im Gegensatz dazu wird das Koffein aus der Kaffee- und der Espressobohne schlagartig freigesetzt, sodass es etwa nur 2 Stunden wirken kann.

Guarana ist nicht der einzige Performance-Helfer in "PerformGut". Ausschlaggebend ist die Kombination aus allen Bestandteilen. So kommt der bemerkenswerte Energieschub durch Teamwork von Guarana, Ginseng und Rhodiola zustande.

Du machst den Vertrieb von "PerformGut" zusammen mit deinem kleinen Bruder Kani. Ihr habt in diesem Frühjahr gegründet. Was ist seitdem passiert?

Seit dem Sommer 2016 arbeiten Kani und ich an "PerformGut". Nachdem die Eckpfeiler des Unternehmens standen, haben wir im Frühjahr gegründet. Mein Bruder Kani macht derzeit das Abitur und weil dies scheinbar nicht genug Zeit einnimmt, wollte er von Anfang an mit im Boot sein. Er nahm das Ruder für Online-Marketing in die Hand.

Seit der Gründung konnten wir einige Erfolge erzielen: Zwei Lebensmitteltechniker haben "PerformGut" getestet und es für verkehrsfähig eingestuft. Desweiteren dürfen wir das Vegan-Label von VEBU tragen. Das Deutsche Patent- und Markenamt hat uns eingetragen. Kürzlich erhielten wir sogar eine Anfrage für ein Sponsoring.   

Wie organisierst du dein PJ neben Vertrieb und Marketing für die "PerformGut"-Kapseln? Tagsüber im Klinikum, nachts Päckchen packen – kann man sich das so vorstellen?

So in etwa kann man es sich vorstellen. Mit dem richtigen Zeitmanagement lässt sich vieles unter einen Hut bringen. Hin und wieder hilft mir "PerformGut", allen Tätigkeiten gerecht zu werden.  

Wo siehst du dich in zehn Jahren? Als praktizierender Augenarzt oder doch lieber als Geschäftsführer eines florierenden "PerformGut"-Handels?

Beides und viel mehr. Das Spannende am Leben für mich war stets, dass man es mit Vielerlei füllen kann. Während des Studiums hatte ich zahlreiche andere Aktivitäten, die zu einer gewissen Balance beitrugen. So war beziehungsweise bin ich auch Doktorand, Generalsekretär der Erich-Frank-Gesellschaft e.V. und aktives Mitglied im Corps Vitruvia. Aus diesem Grund kann ich mir sehr gut vorstellen in zehn Jahren sowohl praktizierender Augenarzt zu sein als auch täglich einige Blicke das Unternehmen zu werfen.