Dr. med. – Die Doktorarbeit gut vorbereiten

In seinem Vortrag zur Doktorarbeit informierte Paul Windisch, selbst Medizinstudent und Lehrbuchautor, die Besucher des Operation Karriere Kongresses in München über das richtige Herangehen an die Promotion.

Paul Windisch teilte seine Tipps zur Doktoarbeit mit den Medizinstudenten auf dem Operation Karriere Kongress. | Wolf

Die erste Etappe auf dem Weg zur Doktorarbeit ist genommen, wenn man das richtige Projekt für sich gefunden hat. Das kann entweder ein eigenes Projekt sein oder ein ausgeschriebenes, auf das man sich bewirbt. Wichtig sei laut Windisch, sich zu fragen: „Warum mache ich das eigentlich?“ Denn die eigenen Beweggründe hängen mit der Note zusammen, die es für die Doktorarbeit zu erreichen gilt. Die Vergabe der Note sei meist sehr genau in der Promotionsordnung festgelegt.

Zeit bestimmt Note – Note bestimmt Zeit

Ist man als Medizinstudent der Meinung, dass eine Doktorarbeit einfach dazu gehört, jedoch keine weiteren Bestrebungen dahinter stecken, so wird mit dem eingesetzten Zeitaufwand wahrscheinlich die Note „rite“ erreicht. Wird eine Karriere außerhalb der Universitätsklinik angestrebt, laute „cum laude“ das Ziel der Doktorarbeit. Hat man Spaß am Experimentieren und möchte man an der Uni Karriere machen, so sollte mindestens „magna cum laude“ das Ergebnis der Promotion sein. Um diese Note zu erreichen, sei meist eine Zweitautorenschaft bei einer veröffentlichten Publikation Pflicht. Wird die Bestnote angestrebt, sollte man zum einen viel Spaß an der experimentellen Arbeit haben und zum anderen Erstautor einer veröffentlichten Publikation sein. Durch diese Doktor-Note werde eine exzellente Unikarriere ermöglicht, der Zeitaufwand für das Erreichen der Note liege dafür aber deutlich höher.

Thema – Fragestellung – Hypothese

Diese drei Begriffe bildeten die Grundlage der wissenschaftlichen Arbeit, erläuterte Windisch. Das Thema könnte zum Beispiel „Bauchspeicheldrüse“ sein. Die mögliche Fragestellung der Arbeit „Spielt Enzym XY eine Rolle beim Wachstum von duktalem Adenokarzinom?“ und die abgeleitete Hypothese sollte dann sehr konkret sein und nur noch zwei Möglichkeiten der Beantwortung offen lassen. Entweder sie stellt sich als wahr heraus, dann wird sie verifiziert, oder als falsch, dann wird die Hypothese falsifiziert.

Aus der Hypothese leite sich der Arbeitsplan ab. Die Methoden für die experimentelle Arbeit sollten am besten bereits in der Abteilung etabliert sein. Zwei weitere wichtige Faktoren seien die Betreuungssituation und der Ethikantrag. Der Ethikantrag muss genehmigt sein, bevor mit der Arbeit begonnen wird. „Je nachdem, wie oft der Ethikrat tagt, kann dies eine Weile dauern“, informierte Windisch.

Nach der Pflicht kommt die Kür

Wer sich für ein Doktoranden-Stipendium bewerben möchte, der sollte beachten, dass die Bewerbungsfristen sehr früh sind. Zeit zum Einlesen und das Besuchen von Kursen für bestimmte Software sind zusätzliche Kür-Bestandteile. Ein weiterer wichtiger Tipp von Windisch: „Schreibt euren Teil zu 'Material & Methoden' während des experimentellen Arbeitens. Wer dazu keine Zeit hat, der macht sich am besten zumindest Notizen, damit später der genaue Versuchsaufbau beschrieben werden kann“. Als nächsten Schritt mache es Sinn die Ergebnisse zu schreiben und sich dabei an den Grafiken und Tabellen entlang zu hangeln. Anschließend folge die Diskussion und Zusammenfassung und erst am Schluss widme man sich der Einleitung, so der Rat von Windisch.


Quelle: Operation Karriere Kongress 2016 München, Dr. med. – Die Doktorarbeit gut vorbereiten, Paul Windisch, Medizinstudent an der Universität Heidelberg und Lehrbuchautor, Heidelberg

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