Do it! 4 Hamburger Medizinstudenten gründen einen gemeinnützigen Verein

Studenten in Hamburg haben den gemeinnützigen Verein StudMed gegründet. Auf der Agenda des Vereins steht auch die Auseinandersetzung mit psychischen Erkrankungen, wie z.B. Depressionen, unter Medizinstudenten. Luke und Niklaas erzählen im Interview, wie es zur Gründung kam.

Die Mitgliederversammlung von StudMed Hamburg e.V. mit Niklaas Feldmann (fünfter von links) und Luke Hopf (sechster von links). | Privat

Vielleicht könnt ihr zu Beginn etwas zu euch selbst sagen?

Luke: Mein Name ist Luke Hopf, ich bin 26 Jahre alt, bin im Praktischen Jahr meiner Ausbildung und studiere im 12. Semester Humanmedizin. Im Fachschafstrat (FSR) bin ich als Referent für Öffentlichkeitsarbeit & Social Media für die Außenwirkung verantwortlich. Ich kümmere mich um die Kommunikation mit verschiedenen Partnern und Projekten, habe den Kontakt zum Dekanat maßgeblich geführt und habe die Facebook-Seite und einen Teil der Homepage betreut. Ich habe außerdem an einigen studentischen Projekten mitgearbeitet. Im Verein bin ich als Schriftführer Teil des Vorstands. Ich kümmere mich um die Protokolle der Vorstandssitzungen und Mitgliederversammlung sowie die Aktualität der Mitgliederlisten. 

Niklaas: Ich, Niklaas Feldmann, bin 25 Jahre alt, und studiere seit 2012 Medizin am UKE. Im FSR bin ich seit meinem ersten Semester und habe in meinen nunmehr knapp 5 Jahren dort viele verschiedene Aufgaben inne gehabt. Aktuell bin ich studentischer Vertreter in einigen hochschulpolitischen Gremien und im FSR u.a. Teil des Finanzreferats. Ich war an der Gründung unseres Vereins beteiligt und bin so auch zum Vorsitzenden des Vereins gewählt worden. 

Ihr habt den gemeinnützigen Verein StudMed Hamburg e.V. im Januar dieses Jahres gegründet. Er existiert nun neben der Fachschaft als Anlaufstelle für Medizinstudierende in Hamburg. Wie kam es zu der Gründung? 

Luke: In den vergangenen Jahren hat sich der Fachschaftsrat immer weiter professionalisiert. Unsere Projekte sind erfreulicherweise gewachsen und wir haben uns weiterentwickelt. Mit dieser Professionalisierung ist aber auch ein gewisses Maß an Verantwortung dazu gekommen. 

Niklaas: Der FSR an sich ist keine rechtliche Person und deshalb mussten Kooperationsvereinbarungen und Mitverträge de facto immer als private Person unterschrieben werden. Das wurde uns irgendwann etwas zu heikel und um Haftungsfragen deutlicher zu klären, haben wir uns entschieden, einen Verein zu gründen. Weiterer Vorteil ist, dass wir nun einen festen Inhaber unserer Domains und Konten haben, der nicht mehr geändert werden muss, wenn der bisherige Finanzreferent, bzw. Webmaster aus dem FSR ausscheidet. 

Ein Thema, mit dem ihr euch im Rahmen des Vereins beschäftigt, sind Depressionen und andere psychiatrische Erkrankungen bei Medizinstudierenden. Damit wir alle auf einem Level sind: Wie definiert ihr eine Depression? 

Luke: Der Überbegriff „Depression“ ist im allgemeinen Sprachgebrauch geläufig. In der Medizin ist er etwas anders zu verstehen. Genau genommen sprechen wir hier über die Gruppe der affektiven Störungen. Also Störungen der Stimmung, die dann sowohl gehoben als auch vermindert sein kann. Eine „depressive Verstimmung“ ist eher ein umgangssprachlicher Begriff, der die Kriterien einer manifesten depressiven Episode nicht erfüllt. 

 

Niklaas: Jeder von uns wird in seinem Leben bestimmt mal eine depressive Verstimmung erlebt haben, bei der die Gefühle und Gedanken denen einer „richtigen“ Depression sehr nahekommen. Anders als diese hat eine depressive Verstimmung aber einen klaren Auslöser und verfliegt nach einer bestimmten Zeit wieder, ist also zeitlich limitiert. Hellen die Gefühle und Gedanken nicht wieder auf oder nehmen Dimensionen an, die tiefer gehen, z.B. dass bisher erfreuliche Aktivitäten vermehrt vermieden werden, sollte man unbedingt Hilfe aufsuchen. Aus einer anfänglichen depressiven Verstimmung kann sich eine Depression entwickeln. Wichtig ist uns, dass eine Depression, genauso wie Krebs oder Asthma, als Krankheit wahrgenommen wird, sowohl von Betroffenen als auch von Mitmenschen. Zu einem Asthmatiker würde man niemals „Ach komm, atme doch einfach normal und stell dich nicht so an!“ sagen; ebenso ist die Niedergeschlagenheit und Antriebslosigkeit von Patienten mit Depression nichts, was sie so leicht ändern können oder woran sie selbst „schuld“ sind.