Vorbereitungs-Kongress "Staatsexamen & Karriere" in Berlin

Im November stehen die nächsten Prüfungen für das Staatsexamen an. Der Nachwuchs-Kongress "Staatsexamen & Karriere" gab Studierenden ein Intensivtraining für die Hauptfächer Chirurgie und Innere Medizin im Dritten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung.

Seminarteilnehmer "Staatsexamen & Karriere" 2015 in Berlin

Rund 200 Teilnehmer informierten sich auf dem zweitägigen Kongress. | Foto: BDI

Das Staatsexamen will gut vorbereitet sein. Im November findet der Dritte Abschnitt der Ärztlichen Prüfung, das sogenannte Staatsexamen (früher auch Hammerexamen genannt), statt. Nur noch wenige Tage trennen die Medizinstudierenden vom lang erarbeiteten Ende des Studiums und dem Ziel Approbation. Doch neben der Vorfreude mischen sich auch Nervosität, Aufregung und vielleicht sogar Angst vor der Prüfung ein. Mit einer guten Vorbereitung haben angehende Absolventen jedoch nichts zu befürchten.

Auf dem 7. Nachwuchs-Kongress "Staatsexamen und Karriere ", veranstaltet und organisiert von den Berufsverbänden der Deutschen Chirurgen (BDC) und Deutscher Internisten (BDI), konnten sich die 200 Teilnehmer am 2. und 3. Oktober 2015 in Berlin intensiv und kompakt auf die Prüfungen vorbereiten. In Frontalvorträgen, Falldiskussionen und Videositzungen gaben die ärztlichen Referenten neben der Zusammenfassung der wichtigsten Prüfungsthemen viele praktische Tipps für den Prüfungsablauf.

Videoclips und Fallbeispiele zeigen das richtige Vorgehen bei der Prüfung

So zum Beispiel in der Videositzung zu den Untersuchungstechniken. Privatdozent Dr. med. Armin Imhof von der Klinik für Innere Medizin II des Universitätsklinikums Ulm gab den Prüflingen zur Untersuchung des Herzens auf den Weg: "Immer wieder gefragt sind die Auskultationspunkte. Beschreiben Sie beim Auskultieren, was Sie gerade suchen, was Sie erwarten und welche Geräusche zu hören sind." Ein weiterer Tipp des Referenten: "Nehmen Sie ein hochwertiges Stethoskop!" Einigen Prüfern fällt es negativ auf, wenn ein 20 Euro Stethoskop benutzt wird. Imhof findet das zwar nicht in Ordnung, doch dieser Stolperstein lässt sich leicht vermeiden. "Leihen Sie sich zur Not eins." Dr. med. Andreas Jerrentrupp, Klinik für Innere Medizin-Pneumologie, Philipps-Universität Marburg, ergänzt zum Stethoskop: "Für die Qualität ist das Interface entscheidend. Sie kennen das von Ihren Kopfhörern.

Dr. med. Marc Dreimann vom Universitätsklinikum Eppendorf widmete sich der Untersuchung des Kniegelenks und der Hüfte. Sein Tipp: "Bei Extremitäten haben Sie den Vorteil, dass Sie rechts und links vergleichen können. Ist das linke Knie geschwollen sehen Sie das im Vergleich zum rechten." Außerdem empfiehlt er den Patienten persönlich abzuholen und dabei zu beobachten: "Wie geht der Patient? Kann er gut aufstehen?" So lassen sich erste Informationen sammeln. "Untersuchen Sie nicht zu schnell. Nehmen Sie sich die Zeit, die Sie mit dem Patienten haben", lautet der Rat von Privatdozent Dr. med. Stephan Kersting aus der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie des RKK Klinikums Freiburg. Führe man seine Untersuchung zu schnell durch, entgingen dem Prüfling eventuell Details und dem Prüfer bliebe nach der Untersuchung mehr Zeit, um Fragen zu stellen.

Prof. Dr. med. Wolfgang Schröder, Leitender Oberarzt der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Tumorchirurgie der Universitätsklinik Köln, ging mit den Teilnehmern in der Sitzung zu den Chirurgischen Grundlagen seine Checkliste zur Beurteilung des postoperativen Verlaufs durch. Sein Tipp: "Machen Sie sich ein Bild wie der Patient analgetisch eingestellt ist. Kennen Sie die Medikamente und Dosierungen."

Medizinstudenten aus ganz Deutschland kamen zur Prüfungsvorbereitung

Die Prüfungsvorbereitung nutzten nicht nur Medizinstudenten aus Berlin. Zwei Studentinnen aus Jena reisten beispielsweise an, um sich auf ihr jetzt anstehendes Staatsexamen vorzubereiten. Eine Studentin aus Tübingen nahm den langen Weg auf sich für ihr Examen im Frühjahr 2016. "Ich habe Familie in Berlin, daher konnte ich einen Heimatbesuch verbinden." Aus dem Rheinland reiste Max an, der an der Uni Witten/Herdecke studiert und sein Praktisches Jahr gerade am Universitätsklinikum Köln absolviert. "Die Teilnahme lohnt sich. Der Kongress ist eine gute Wiederholung des Studiums und die Referenten geben hilfreiche Tipps."

Die nächsten Kongresstermine für "Staatsexamen & Karriere" stehen bereits fest:

•    26. - 27. Februar 2016, Nürnberg, Messe NCC Ost
•    30. September - 01. Oktober 2016, Berlin, KARL STORZ GmbH & Co. KG

Staatsexamen & Karriere, 02.-03. Oktober 2015, Berlin. Wissenschaftliche Leitung Prof. Dr. med. Michael Denkinger (BDI), PD Dr. med. Carsten J. Krones (BDC), Prof. Dr. med. Wolfgang Schröder (BDC). Weitere Informationen: www.staatsexamen-und-karriere.de

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