Studierendenprojekte: Bunte Hunde

Über die bvmd können Studierende ihre lokalen Projekte bundesweit bekannt machen – wie „bunte Hunde“. Auch die europa- oder gar weltweite Verbreitung ist möglich. Wie das genau abläuft, erläutert Christian Döring.

Christian Döring

Christian Döring ist Projektkoordinator der bvmd. | Privat

Welche Projekte umfasst die bvmd?
Döring:
Die bvmd betreut und unterstützt im Augenblick mehr als 20 Projekte. Einige sind sehr groß wie „Land in Sicht“, das Studierenden einen Einblick in Landarztpraxen ermöglicht. Viele sind auch sehr bekannt, zum Beispiel die Teddybärkrankenhäuser, die Kindern die Angst vor Arzt und Krankenhaus nehmen, oder „Mit Sicherheit verliebt“, eine Initiative zur Sexualaufklärung an Schulen.

Warum sollten Studierende eigene lokale Projekte bei der bvmd vorstellen?
Döring:
Weil das eine große Chance ist! Die bvmd vertritt rund 85 000 Medizinstudierende an 38 Fakultäten. Wir bieten mit drei Mitgliederversammlungen pro Jahr und einem Bundeskongress viele Möglichkeiten, die Projekte bundesweit vorzustellen, Unterstützer zu gewinnen und Anregungen zu bekommen. Hinzu kommt unser bundesweiter Mailverteiler, die Website und die Präsenz der bvmd in sozialen Netzwerken. Außerdem hat die bvmd ein paar Geldtöpfe, über die zum Beispiel Projektmaterialien gefördert werden können.

Was müssen Studierende tun, die ihr Projekt bei der bvmd einbringen möchten?
Döring:
Sie sollten eine Projektskizze an uns – also die Projektkoordinatoren der bvmd – schicken. Wir stimmen den Entwurf dann intern ab. Wenn sich das Projekt für die bvmd eignet, sollen die Initiatoren es im zweiten Schritt in einer Mitgliederversammlung vorstellen. Dort stimmen die Vertreter aller Fakultäten ab, ob die bvmd das Projekt aufnimmt und unterstützt.

Welches Projekt hat in der letzten Zeit diesen Weg genommen?
Döring:
Zum Beispiel das Projekt „Viola“. Dabei geht es um eine fundierte Ausbildung Medizinstudierender rund um das Thema Kindesmisshandlung. Hierfür bieten wir in Kooperation mit professionellen Partnern Workshops für Studierende an.

Gibt es Pflichten oder Kosten für die Projektinitiatoren?
Döring:
Kosten gibt es keine, im Gegenteil, die bvmd unterstützt die Projekte ja mit ihren Mitteln, übrigens auch mit Fahrtkostenzuschüssen. Die Projektleiter sollen aber zweimal im Jahr einen Bericht über die Projektfortschritte abliefern und auf den Mitgliederversammlungen vorstellen. Das ist aber auch eine große Chance, weil man sich über das eigene Fortkommen klar wird und über die Vorstellung in der Mitgliederversammlung immer wieder Anregungen, Unterstützung und vielleicht neue Mitstreiter gewinnt.
Übrigens müssen die Projekte nicht auf Deutschland begrenzt bleiben …

Wie das?
Döring:
Über die europäischen Partnerorganisationen der bvmd – das sind die European Medical Students‘ Association (EMSA) und die International Federation of Medical Students Associations (IFMSA) – können die Projektleiter ihre Vorhaben auch international vorstellen und ausbreiten. Wer weiß? Vielleicht werden Projekte, die in Leipzig, Kiel oder Oldenburg gestartet sind, ja in einigen Jahren in der ganzen Welt umgesetzt? Die Teddybärkrankenhäuser, die es weltweit gibt, haben ihren Anfang Ende der 90er Jahre ja auch in Skandinavien genommen …

Quelle: Deutsches Ärzteblatt Medizin Studieren, Heft WS 2016/17, S. 31.

Kindern die Angst vor einer Behandlung im Krankenhaus nehmen und Medizinstudenten praktisch im Umgang mit den kleinen Patienten schulen – diese beiden Ziele erreicht das Konzept des Teddy-Krankenhauses am Universitätsklinikum Bonn.

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