PJ-Blog: Überraschungen im Keller

Nach reichlich Theorie im Studium endlich im PJ in den Alltag eines Arztes eintauchen – ein Traum für jeden Medizinstudenten – oder? Fräulein Licht berichtet regelmäßig auf www.operation-karriere.de von ihren Erfahrungen an der Klinik. Teil 16: "Überraschungen im Keller".

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Liebes Krankenhaus,

heute war ich zur Abwechslung mal sportlich aktiv. Ernie, Bert, Augustus (ja, ein neuer PJler, nicht aus dem alten Rom, sondern aus der Republik Moldau – durch alle neuen PJler lerne ich viel mehr über Geographie, als ich mir jemals hätte träumen lassen) und ich haben gestern zusammen Tischtennis gespielt. Ich bin in dieser Sportart sozusagen Profi und wollte gerne etwas mit den anderen unternehmen, damit man sich besser und viel entspannter und stressfreier als in der Klinik kennenlernen kann.

Und ja, es gibt eine Tischtennisplatte mit Netz und Schlägern im dunklen und unbekannten Keller der Klinik. Vermutungen wurden natürlich angestellt, wie die Tischtennisplatte mitten in einen unterirdischen Raum der Klinik kommt und ob die Physiotherapeuten im Haus neue Therapiekonzepte verfolgen oder Streitigkeiten zwischen den Chefärzten der verschiedenen Abteilungen heimlich durch heiße Gefechte an der Platte ausgetragen werden.

OP-Säle im Keller

Den geheimen Tischtennisraum im Keller hatten übrigens Ernie und Bert gefunden, als sie den OP suchten. In Kasachstan befinden sich die OPs immer im Keller, damit man die Säle nicht so stark kühlen muss (für die Patienten muss es sich aber sehr komisch anfühlen, vor dem geplanten Eingriff ganz tief nach unten zu fahren und vielleicht nie wieder aufzutauchen).

Das Spielen war aber gut. Zuerst gab es einige Runden Rundlauf und dann die finalen Einzelduelle. In der klinikinternen Holzhäuser Weltmeisterschaft konnte sich Kasachstan aber nur knapp gegen die stark aufspielende Republik Moldau durchsetzen und einen hauchdünnen Sieg herausspielen (ich vermute ja, dass Ernie und Bert wie im Märchen vom Hasen und dem Igel die Rollen getauscht haben und daher immer so fit waren).

Interkulturelles Kochen

Morgen Abend wollen wir dann zusammen kochen, die Vorspeise soll eine typisch deutsche sein, als Hauptgericht gibt es dann eine kasachische Spezialität und zum Nachtisch ein Gericht aus der Republik Moldau. Und jetzt gehe ich einkaufen und brauche noch eine Inspiration für etwas typisch Deutsches(?).

Fräulein Licht (24) studiert Medizin in Münster und hat Ende 2015 ihr Praktisches Jahr an der Klinik begonnen. Alle Blog-Inhalte beruhen auf den Erfahrungen der Bloggerin im PJ und geben nicht die Meinung der Redaktion wieder. Die Namen von eventuell vorkommenden Personen wurden geändert.

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