PJ-Blog: Meine Tipps für die Innere

Nach reichlich Theorie im Studium endlich im PJ in den Alltag eines Arztes eintauchen – ein Traum für jeden Medizinstudenten – oder? Fräulein Licht berichtet regelmäßig auf www.operation-karriere.de von ihren Erfahrungen an der Klinik. Teil 58: "Meine Tipps Innere".

Operation Karriere-Bloggerin Fräulein Licht

Liebes Krankenhaus,

im Nachhinein ist man ja bekanntlich immer klüger. Mit ein wenig Hilfe vorab hätte ich in meinem Tertial Innere Medizin viel mehr lernen können und wesentlich weniger Zeit und Nerven verschwenden müssen. Hier also meine Tipps zum Thema Innere für euch:

  • Innere Medizin würde ich mir immer in den ersten Tertial legen. Hier lernt man die Basics, die man dann auch für alle anderen Fächer braucht. Außerdem gewöhnt man sich ans Blutabnehmen.
  • Konzentriert euch auf die wichtigen Dinge. Vieles ist zwar interessant, aber eben nicht nützlich für später. In meinem Tertial habe etwa alle zwei Wochen die Station gewechselt, um auch ja alles kennenzulernen, wurde aber immer zum Herzkatheter zum Zugucken gerufen.

Aus meiner Sicht, sollte man auf jeden Fall gemacht haben:

  • EKG - das braucht ihr immer und könnt ihr super in der Inneren trainieren. Klar, könnt ihr jede Menge Bücher dazu lesen, aber ich habe viel mehr an echten EKGs gelernt und konnte am Ende auch relativ schnell und sicher Lagetypen, Blockbilder sowie Senkungen und Hebungen erkennen.
  • Ultraschall trainieren - damit beeindruckt ihr jeden, wenn ihr es gut könnt und es hilft, bei fast jedem Patienten, den ihr später behandeln werdet.
  • Auskultation – man kann sich wirklich jede Woche einen Patienten schnappen und einfach den Pulsstatus erheben und die Lunge perkutieren. Das habe ich in meinem PJ nämlich nicht geübt und hatte echt Probleme, es dann noch zu lernen. Ich konnte mir nach den Lehrbüchern nie vorstellen, wie ein Pressstrahlgeräusch klingt. Einmal beim Patienten abgehört und ich habe es nie wieder vergessen. Also alles abhören, was ihr könnt.
    Herztöne dagegen habe ich nie unterscheiden können, ob es denn jetzt ein Decrescendo oder Crescendo ist, geschweige denn 2/6 oder doch 4/6.

Alles andere, also etwa Koloskopien, ERCPs und Herzkatheter habe ich mir angeschaut, würde ich aber nicht weiterempfehlen. Schlauch rein, Schlauch raus und aus die Maus. Selber machen durfte ich nichts. Da hätte ich lieber die Zeit für andere Dinge nutzen sollen.

Stationen: Wenn ihr dürft, empfehle ich euch dreimal einen Monat auf einer Station zu verbringen. Am besten Kardio, Pulmo und Gastro. Dazu einen Tag in der Dialyse. Ich persönlich fand Nephro nie interessant und bin der Meinung, dass man da nicht länger auf Station bleiben muss.

Diese war der internistische Streich, doch der chirurgische folgt sogleich.

Fräulein Licht (25) studiert Medizin in Münster und hat Ende 2015 ihr Praktisches Jahr an der Klinik begonnen. Alle Blog-Inhalte beruhen auf den Erfahrungen der Bloggerin im PJ und geben nicht die Meinung der Redaktion wieder. Die Namen von eventuell vorkommenden Personen wurden geändert.

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