Medinacht in Köln: Feiern und Gutes tun

Am 19. Dezember 2015 findet die 28. "Medinacht" im Maritim Hotel Köln statt. Im Interview stellt Dr. Dr. Lars Benjamin Fritz, Gründer von Domspitzen e.V., den karitativen Abschlussball für Mediziner vor und verrät, wie man feiernd Gutes tun kann.

Lars Benjamin Fritz

Dr. Dr. Lars Benjamin Fritz, Gründer und Vorsitzender des Vereins Domspitzen e.V. | Foto: privat

Herr Dr. Fritz, was genau ist die „Medinacht“ und an wen richtet sie sich?

Die Medinacht ist der vom Domspitzen e.V. veranstaltete karitative Abschlussball der Kölner Medizinstudenten. Der ehrenamtlich organisierte Benefizball findet zum Ende eines jeden Abschlusssemesters statt. Um den erfolgreichen Studienabschluss gemeinsam mit Familie, Freunden, Professoren und interessierten Gästen zu feiern, organisiert eine ehrenamtliche Gruppe aus Vereinsmitgliedern, ehemaligen Studenten, Absolventen des jeweiligen Abschlussjahrgangs und der Fachschaft den festlichen Abend.

Wie kam es zu der Idee, die „Medinacht“ zu veranstalten?

Bis zum Ende der 90er Jahre hatten die Absolventen der medizinischen Fakultät der Universität zu Köln für Jahrzehnte keinen feierlichen Abschlussball. Dieser war wohl schon in den 70er Jahren „verloren gegangen“. Das wollte ein Abschlusssemester vor meinem für sich anders regeln. Da ich schon im Folgejahr meinen Abschluss plante und diesen gerne ebenso festlich feiern wollte, haben wir uns zur Organisation zusammengetan. Der Ball sollte eine wohltätige Veranstaltung sein, die den Grundsatz des ärztlichen Handelns unterstreicht. Das war mir wichtig. So wurde die Medinacht fortan als karitativer Abschlussball des im Mai 2000 gegründeten Domspitzen e.V. zur Unterstützung kranker und hilfsbedürftiger Kinder durchgeführt.

Mit Ausdauer, Arbeitseinsatz und kontinuierlichem Engagement ist die Medinacht in Trägerschaft des Domspitzen e.V. den Absolventen der medizinischen Fakultät der Universität zu Köln erhalten geblieben. Im Laufe der letzten Jahre hat sich auch ein Team engagierter Mitglieder der Fachschaft Medizin gefunden, die mit allen Kräften die Organisation der Medinacht unterstützen. Noch heute, über 15 Jahre nach dem Startschuss, wird die Organisation an die jeweils folgenden Abschlusssemester weiter getragen. Die Medinacht ist zu einem kulturellen Schatz der Kölner Studentenschaft geworden, auf den sie stolz sein kann.

Welche Projekte werden dadurch konkret unterstützt?

Der Reinerlös der Medinacht kommt ausgesuchten Kinderhilfsprojekten zugute. Diese werden vom jeweiligen Organisationsteam des Abschlusssemesters vorgeschlagen. Nach einer Prüfung der vorgeschlagenen Projekte durch den Domspitzen e.V. auf Authentizität, Sinnhaftigkeit und Nachhaltigkeit, wird das Projekt ausgewählt, auf dem Benefizball, in der Abschlusszeitung und online vorgestellt. Der Reinerlös liegt je nach Anzahl der Teilnehmer pro Abschlussball bei durchschnittlich drei- bis viertausend Euro.

Bisher wurden mehr als 25 Kinderhilfsprojekte mit der Medinacht gefördert. Beispiele sind: „FliehKraft“, ein Projekt zur Integrationsförderung von Flüchtlingskindern, „Radio Mama“, ein Projekt für Frühgeborene, die zur Beruhigung im Brutkasten die Stimmen ihrer Eltern hören oder „Nephrokids“ zur Unterstützung nierenkranker Kinder in der Dialyseambulanz der Uniklinik und „Wonne“ der Klinik-Clown, der kranken Kindern in Kölner Kliniken zwei Jahre lang von der Medinacht gefördert zum Lachen brachte. 

Gibt es etwas bei der diesjährigen „Medinacht“ auf das Sie sich besonders freuen?

In diesem Abschlusssemester gibt es die zweite Auflage der seit der letzten Medinacht jedes Semester neu erscheinenden Abschlusszeitung mit dem Titel „He wo ich Aatz jewode ben.“ (Hochdeutsch: Hier, wo ich Arzt geworden bin. Anm. d. Red.)  Auf diese Auflage freue ich mich riesig. Der Titel entstammt im Übrigen dem Refrain eines Liedes, dass eine Gruppe von Absolventen vor etwa 10 Jahren zu ihrem Abschluss frei nach „Hey Kölle“ (Höhner) komponiert haben und was immer wieder auf der Medinacht gesungen wird.

Können Sie einen konkreten Fall benennen, bei dem die Spenden aus der „Medinacht“ in ganz besonderem Maße etwas bewirkt haben? Gab es einen Fall, der Sie besonders gerührt hat?

Es gibt viele Momente und Dankesbriefe, die mich sehr berührt haben. Konkret durfte ich mir im Rahmen des Kinderhilfsprojektes „Radio Mama“ auf der Frühgeborenenstation an der Uniklinik Köln die Brutkästen mit den installierten kleinen Lautsprechern ansehen und zuhören, wie die Eltern über diese auf Band zu ihren Frühgeborenen sprachen und für sie sangen. Neben der Reduktion des Stresses und damit auch der Herzfrequenz der Frühgeborenen, meine ich auch ein kleines Lächeln bei einem Kind gesehen zu haben. Das hat mich schon sehr berührt.

Herr Dr. Fritz, vielen Dank für das Interview.

Infobox: 28. Medinacht 2015

Wann: Samstag, 19. Dezember 2015, 17:00 Uhr - Sonntag, 20. Dezember 2015, 03:00 Uhr

Wo: Maritim Hotel Köln, Großer Ballsaal, Heumarkt 20, 50667 Köln

Was: Die Medinacht – der karitative Abschlussball der Mediziner in Köln – startet am Samstag, den 19. Dezember 2015 um 17 Uhr im großen Ballsaal des Maritim Hotels. Tickets können ab sofort hier online bestellt werden

Am Abend der Veranstaltung kümmert sich ein Helfer-Team, zusammengestellt aus Kursen der jüngeren Semester, ehrenamtlich um das Wohl der Absolventen und ihrer Gäste. Nach Sekt und Selters im Foyer begibt man sich in den großen Ballsaal des Maritim Hotels, wo ein Büffet auf die Gäste wartet. Im Anschluss an die Vorstellung der Absolventen und des Domspitzen e.V. erhalten von den Absolventen ausgesuchte Professoren das Wort. Nach den Reden wird für alle die Tanzfläche eröffnet. Eine Live-Band, Live-Comedy und die große Tombola mit wertvollen Hauptgewinnen runden den Abend ab.

Weitere Projekte, die Domspitzen e.V. unterstützt, finden Sie unter www.domspitzen.org.