Reform- und Modellstudiengänge Medizin: Heidelberger Curriculum Medicinale (HeiCuMed)

In der Serie "Reformstudiengänge in der Humanmedizin" stellen wir Hochschulen vor, an denen Modellstudiengänge für Medizin angeboten werden. Diesmal: Das Heidelberger Curriculum Medicinale (HeiCuMed) der Universität Heidelberg am Campus Heidelberg.

Medizinstudierende

Seit dem Wintersemester 2003 studieren alle an der Medizinischen Fakultät Heidelberg eingeschriebenen Studierenden der Medizin nach dem reformierten Curriculum. | ACP Productions Fotolia

Seit dem Wintersemester 2003 studieren alle an der Medizinischen Fakultät Heidelberg eingeschriebenen Studierenden der Medizin nach dem reformierten Curriculum, dem sogenannten Heidelberger Curriculum Medicinale – kurz HeiCuMed. 

Inhalt des Studiums

Das Medizinstudium dauert mindestens 6 Jahre und 3 Monate und schließt mit dem Staatsexamen und anschließender Approbation ab. Es gliedert sich in den vorklinischen Studienabschnitt von zwei Studienjahren bis zum ersten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung und in den klinischen Abschnitt von weiteren drei Studienjahren bis zum zweiten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung. Es folgt das Praktische Jahr mit anschließendem 3. Abschnitt der Ärztlichen Prüfung.

Die Universität Heidelberg hat zwei Fakultäten, das bedeutet zwei unterschiedliche Studienstandorte mit unterschiedlichen Lehrkonzepten (Heidelberger Curriculum Medicinale HeiCuMed und Mannheimer Reform Curriculum Medizin MaReCuM). Bereits bei der Bewerbung entscheidet man sich für den Studienstandort Heidelberg oder Mannheim, ein Wechsel ist wegen der unterschiedlichen Studienprogramme in der Regel nicht möglich oder aber mit einer eventuellen Studienzeitverlängerung verbunden.

HeiCuMed: Aufbau des Studiums

Gut 60 Prozent der Medizinstudierenden der Universität Heidelberg studieren am Studienstandort Heidelberg, an einer der größten und ältesten Medizinischen Fakultäten Europas.

Vorklinischer Studienabschnitt

Im ersten Studienjahr des vorklinischen Studienabschnitts lernen die Studierenden laut Lehrplan die menschliche Anatomie im Präparierkurs an der Leiche sowie durch Ultraschallübungen am gesunden Menschen kennen. naturwissenschaftliche Fächer sind weiterer Schwerpunkt. Hinzu kommt das Heidelberger Hospitationsprogramm, das erste Erfahrungen mit Patienten und das Kennenlernen des Berufsbildes von Ärzten und Ärztinnen vorsieht. 

Im zweiten Studienjahr werden die medizinischen Grundlagen fächerübergreifend und themenbezogen gelehrt. Hier geht man beispielhaft auf verschiedene Krankheitsbilder ein. Praxisnähe und eine Vermittlung sozialer und kommunikativer Kompetenz werden hierbei laut Fakultät in den Mittelpunkt gestellt. In Skills-Labs üben die angehenden Ärzte und Ärztinnen an Modellen oder an sich selbst, Patientengespräche werden mit Schauspielern trainiert.

Fallbasierte, interaktive Lernprogramme sind in die Unterrichtsveranstaltungen von HeiCuMed eingebunden. Heidelberg hat zahlreiche Partnerschaften mit ausländischen Universitäten. Studierende werden laut Hochschule dabei unterstützt, Teile ihrer Ausbildung im Ausland zu absolvieren und dadurch Einblick in andere Gesundheitssysteme zu gewinnen. 

Besonderheit: keine Semesterferien

Eine Besonderheit stellt die ganzjährige Unterrichtsdurchführung (die sogenannten Semesterferien entfallen) ermöglicht den Studierenden innerhalb der Mindeststudienzeit einen achtmonatigen Freiraum für die Promotion. In Heidelberg promovieren laut Hochschulangaben gut 90 Prozent aller Medizinstudierenden, die Promotionsarbeit wird meist bereits während des Studiums begonnen. Besondere Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Neurowissenschaften, kardiovaskuläre Erkrankungen, Onkologie, Infektionskrankheiten, Transplantation und Genetik/Genomik.

Klinischer Studienabschnitt

Die klinischen Fächer werden in Modulen gelehrt, die in interdisziplinären Blöcken zusammengefasst sind. Unterrichtet wird in Modulen von zwei bis vier Wochen Dauer, wobei die Studierenden in Gruppen ähnlich fester Klassenverbände mit jeweils einem festen Ansprechpartner die verschiedenen Module nach dem Rotationsprinzip durchlaufen. Die Kursmodule werden dabei mehrmals jährlich angeboten, um eine durchgehende tutorielle Betreuung der Studierenden in kleinen Gruppen zu gewährleisten. Jedes Modul schließt mit mündlich-praktischen Prüfungen und Wissenstests ab. Damit herrscht eine fortlaufenden Leistungskontrolle der Studierenden.

Praktisches Jahr

Das Praktische Jahr besteht aus einer Ausbildung in der Klinik von jeweils 16 Wochen in den Fächern Chirurgie, Innere Medizin und einem Wahlfach. Als PJ-Studierender kann man bereits eine Reihe ärztlicher Aufgaben eigenständig bzw. unter Supervision durch den Stationsarzt durchführen, hierzu zählen Patientenaufnahmen, das Organisieren der Diagnostik, Blutentnahmen und Legen von Braunülen, die Vorstellung des Patienten in Indikationsbesprechungen; idealerweise können die  PJ-Studierende die Betreuung eines eigenen Patienten übernehmen.

Bewerbung ins erste Fachsemester

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Um sich für einen Studienplatz in das erste Fachsemester für Medizin zu bewerben, ist die Stiftung für Hochschulzulassung (Hochschulstart.de) die richtige Adresse. Zusätzlich muss man sich für das Auswahlverfahren der Hochschule (AdH) bei der Universität Heidelberg bewerben in dem der Test für Medizinische Studiengänge (TMS) ein wichtiges Auswahlkriterium für die Zulassung zum Medizinstudium in Heidelberg ist.