Blog zum Medizinstudium: Der Test für Medizinische Studiengänge (TMS)

Bewerbung, richtiges Lernen, Physikum und Pflegepraktikum: Andrej Weissenberger gibt Tipps zu allen Themen, die Medizinstudenten bewegen. Selbst an der Universität Bonn eingeschrieben, sorgt er in seinem Blog regelmäßig für Einblicke in seine eigenen Erfahrungen. Teil 12: Der Test für Medizinische Studiengänge (TMS).

Operation Karriere-Blogger Andrej Weissenberger

Hier bloggt Andrej Weissenberger über alles, was Medizinstudenten interessiert.

Der TMS, auch bekannt als Medizinertest, ist ein seit 1986 existierender Eignungstest für das Medizinstudium. Dieser wurde im Auftrag der Kultusminister 1978 entwickelt. Der TMS soll als psychologisch-fachspezifischer Test die Chancengleichheit unter den BewerberInnen für das Studium der Human- und Zahnmedizin verbessern.

Kaum vorstellbar, aber in der Zeit zwischen 1996 und 2007 wurde er nicht als Zulassungskriterium gewertet, da es weniger BewerberInnen als zur Verfügung stehende Studienplätze gab. Seitdem berücksichtigen Universitäten in Köln, München, Göttingen, Leipzig und Lübeck (aber auch andere) das Ergebnis des TMS in der hochschuleigenen Auswahl der Medizinstudierenden. Doch nicht alle deutschen Universitäten erkennen das TMS-Ergebnis als Zulassungskriterium an. Aus diesem Grund ist eine Teilnahme, je nach gewünschtem Studienort, nicht zwingend notwendig, um eine Zulassung zu erhalten.

Lernrhythmus: Test gleich nach dem Abi machen

Um am Medizinertest teilnehmen zu können, darf man den TMS in Deutschland noch nicht absolviert haben und sollte bereits im Besitz einer allgemeinen oder fachgebundenen Hochschulzugangsberechtigung sein. Eine Teilnahme ist aber auch dann möglich, wenn man die Hochschulzugangsberechtigung im laufenden oder darauffolgenden Schuljahr erwerben wird. Es wird empfohlen, den Test zeitnah zum Abitur abzulegen, da man in dieser Zeit an das intensive Lernen noch gewöhnt ist. Des Weiteren wird deutschlandweit geprüft. Wichtig zu wissen ist, dass eine Teilnahmegebühr von 73 Euro (Stand: August 2016) fällig wird und man nur zur einmaligen Teilnahme berechtigt ist. Eine Wiederholung ist eher die Ausnahme, wird aber bei wichtigen Gründen, die zum Abbruch der Testdurchführung geführt haben, durchaus genehmigt.

Der TMS besteht aus 220 Fragen bzw. Lerneinheiten, für deren Bearbeitung man circa fünf Stunden Zeit hat. Zwischendurch hat man eine einstündige Pause. Auffällig ist, dass der TMS Ähnlichkeiten mit dem IQ-Test hat: Es müssen Muster zugeordnet und quantitative sowie formale Probleme gelöst werden. Auch das medizinisch-naturwissenschaftliche Grundverständnis sowie die persönliche Merkfähigkeit werden getestet.

Aus Urheberrechtsgründen kann ich hier keine Beispielaufgaben aufführen, doch in der Info-Broschüre des TMS findet man zahlreiche Aufgaben, die einen kleinen Einblick in die Themen, die geprüft werden, gewähren.

Es wird empfohlen sich anhand von TMS-Übungsbüchern, die im Buchhandel erworben werden können, auf den Test vorzubereiten. Auf der einen Seite kann man durch die Vorbereitung sein Ergebnis deutlich verbessern. Andererseits ist die Teilnahme am Test nur einmal möglich. Da das Ergebnis nicht verbessert werden kann und man sich mit diesem in den Auswahlverfahren bei einer nicht geglückten Zulassung bewerben möchte, ist ein gutes Abschneiden im Test selbstverständlich von Vorteil.

Für weitere Informationen empfehle ich die Website des TMS: http://www.tms-info.org/

Andrej Weissenberger (22) studiert Medizin in Bonn und wohnt in Köln. Derzeit befindet er sich im dritten vorklinischen Semester und bereitet sich auf sein Physikum im kommenden Jahr vor.

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