Blog zum Medizinstudium: Der Nebenjob

Bewerbung, richtiges Lernen, Physikum und Pflegepraktikum: Andrej Weissenberger gibt Tipps zu allen Themen, die Medizinstudenten bewegen. Selbst an der Universität Bonn eingeschrieben, sorgt er in seinem Blog regelmäßig für Einblicke in seine eigenen Erfahrungen. Teil 3: Der Nebenjob.

Blog Medizinstudium

Hier bloggt Andrej Weissenberger über alle Themen, die Medizinstudierende interessieren.

Mit dem Studium ist meistens die Zeit gekommen, das Hotel Mama zu verlassen. Welche Gründe einen zum Auszug bewegt haben mögen, jede/r wird feststellen, dass das eigenständige Studentenleben gar nicht so günstig ist. Um Miete, Rundfunkgebühren, das Internet und das Hobby bezahlen zu können, müssen sichere Geldquellen her. Neben dem BAföG-Amt, der Studienstiftung und der finanziellen Unterstützung der Eltern, kommt für einige Studierende ein Nebenjob in Frage.

Und als Medizinstudierender hat man wirklich gute Chancen, leicht einen Job zu finden, der zum Studium passt, an den eigenen Veranstaltungsplan angepasst und gut bezahlt ist. Dafür bieten Krankenhäuser und Kliniken verschiedene Studierendenverträge an. Wer gerne außerhalb der Kliniken arbeiten möchte, der/dem hilft natürlich das Internet oder die Stellenanzeigen der einzelnen Universitäten sehr gut weiter.

Pflegekräftemangel sorgt für gute Chancen

Ich arbeite neben dem Studium in der Uniklinik Köln als studentische Hilfskraft. Beworben habe ich mich zuvor in vielen anderen Krankenhäusern, die sich alle innerhalb weniger Tage zurückgemeldet und mit mir Termine für Vorstellungsgespräche vereinbart haben. Die Krankenhäuser und weitere Pflegeeinrichtungen leiden alle an einem heftigen Pflegekräftemangel, es wird also an allen Ecken und Enden nach neuen Kräften gesucht. Nach einem Vorstellungsgespräch in einem Kölner Krankenhaus, welches mich während des Gesprächs abgelehnt hat, da ich aus der katholischen Kirche ausgetreten bin, stand das Vorstellungsgespräch in der Uniklinik an. Das Haus war mir durch Praktika sehr bekannt, so war es eindeutig mein Favorit.

Die Koordinatorin des Studierendenpools erklärte mir, was mich in der Klinik erwartet, welche Aufgaben ich haben werde und was mir die Klinik bieten kann. Die Studierendenverträge sind so ausgelegt, dass man seine Dienstzeiten flexibel planen kann. Auch die Bezahlung ist für einen Nebenjob überdurchschnittlich hoch, die Zuschläge für Wochenend-, Feiertags- und Nachtarbeit sind natürlich tariflich geregelt. Vorsicht: Dies kann aber von Haus zu Haus variieren!

Dienstangebote wahrnehmen

Die Uniklinik bietet den Hilfskräften in der Mitte des Monats Diensteinsätze an. Wenn man Zeit hat, kann man Dienste übernehmen. Und wenn mal kein Einsatz vom Termin her passt, dann schaut man im Laufe des Monats oder im nachfolgenden Monat nach, ob es neue Dienstangebote gibt. Mit diesem Verfahren arbeiten viele andere Krankenhäuser, nicht nur Unikliniken. Ich übernehme meistens zwei bis drei Nachtdienste auf verschiedenen Stationen, je nachdem, welche Station Bedarf für den Tag angemeldet hat. Die Klinik stellt außerdem jedem Studierenden frei, wie oft er/sie arbeitet. BAföG- und/oder Halbwaisenrente-Beziehende sollten allerdings schauen, dass ihnen Leistungen nicht gekürzt werden, wenn sie über 400 Euro monatlich verdienen.

Entschieden habe ich mich für einen Nebenjob in der Pflege, um den Klinikalltag einfach viel intensiver kennenzulernen und meine Erfahrungen im Umgang mit PatientInnen zu erweitern. Wichtig war mir auch, dass ich nicht zu Einsätzen verpflichtet werden kann, wenn ich mal keine Zeit habe. Das ist besonders wichtig in Prüfungsphasen, wenn man einen Anatomieatlas in vier Wochen auswendig lernen muss und der Zeitdruck zunehmend stärker wird.

Spaß an der Arbeit

Das Arbeiten neben dem Studium ist also sehr gut machbar. Was für ein Nebenjob für eine/n in Frage kommt, muss jeder Studierender für sich selbst klären. Wichtig ist, dass ihr euch bei der Arbeit wohlfühlt und sie euch Spaß macht! Außerdem sollte der Job flexible Arbeitszeiten haben, sodass das Studium unter der Arbeit nicht leidet. Und das ist alles möglich, wenn man einen guten Arbeitgeber findet, der das Studierendenleben kennt (und meistens viele Studierende beschäftigt).

Andrej Weissenberger (21) studiert Medizin in Bonn und wohnt in Köln. Derzeit befindet er sich im dritten vorklinischen Semester und bereitet sich auf sein Physikum im August vor.

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