Bewerbungsstart für Medizinstudium in Augsburg

Wer sich für ein Medizinstudium interessiert, kann sich ab sofort auch bei der Universität Augsburg bewerben. Der erste Jahrgang des neuen Studienganges Humanmedizin startet im kommenden Wintersemester 2019/20.

In Augsburg gibt es ab dem kommenden Wintersemester einen neuen Medizinstudiengang. Auch sonst hat die Stadt viel zu bieten: zum Beispiel das Rathaus, das zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten gehört. | Otto Durst/fotolia

„Wir sind stolz darauf, dass sich Interessierte jetzt, nur rund zweieinhalb Jahre nach der Gründung unserer Medizinischen Fakultät, für das kommende Wintersemester um einen Platz in unserem neuen Modellstudiengang Humanmedizin bewerben können", erklärt Uni-Präsidentin Prof. Dr. Sabine Doering-Manteuffel. Das sei das Ergebnis von viel harter Aufbauarbeit in den vergangenen Jahren.

Zulassung über Stiftung für Hochschulzulassung

In den ersten vier Jahren stehen 84 Studienplätze zur Verfügung - danach soll diese Zahl schrittweise erhöht werden. Am Ende können insgesamt 1.500 Nachwuchsmediziner in Augsburg studieren, heißt es von der Universität der Fuggerstadt. Die Studienplätze werden deutschlandweit über das zentrale Vergabeverfahren der Stiftung für Hochschulzulassung vergeben. Wie bei anderen medizinischen Fakultäten in Deutschland ist eine direkte Bewerbung bei der Universität nicht möglich.

Dabei zählt neben der Abi-Note vor allem das Ergebnis des Tests für Medizinische Studiengänge (TMS), für das sich Bewerber für das Wintersemester schon im Januar anmelden mussten. In die Auswahlentscheidung fließt aber auch mit ein, ob jemand schon eine medizinnahe Ausbildung abgeschlossen oder einen entsprechenden Freiwilligendienst geleistet hat.

Erster Modellstudiengang Humanmedizin in Bayern

In Augsburg steht damit der erste Modellstudiengang Humanmedizin in ganz Bayern zur Verfügung. Er zeichnet sich durch die Integration der Grundlagendisziplinen (z. B. Anatomie und Biochemie) und der im engeren Sinn medizinischen Disziplinen (Innere Medizin, Chirurgie etc.) aus: Die Inhalte beider Fächergruppen werden vom ersten Semester an vernetzt vermittelt und gelernt. Außerdem wird das erste Staatsexamen durch universitäre Prüfungen ersetzt, die gleichmäßig über die ersten beiden Studienjahre verteilt sind.

„Unser Studiengang ist modular aufgebaut. Die Modulinhalte orientieren sich an Organen und Symptomen“, erklärt Studiendekan PD Dr. Reinhard Hoffmann, „Dadurch wird die klassische Fächerstruktur aufgehoben“. So gibt es im ersten Semester zum Beispiel das Modul "Bewegung", bei dem Knochen, Muskeln und Gelenke, aber auch Herz und Lunge thematisiert werden. Der Unterricht wird dabei gemeinsam von den Grundlagenfächern wie Anatomie, Biochemie und Physiologie und den klinischen Fächern wie Orthopädie, Unfallchirurgie und Kardiologie gestaltet. Außerdem gibt es einen "klinischen Longitudinalkurs", in dem die Studierenden ihr medizinisches Wissen direkt klinisch anwenden können.

Bisher kann man in Deutschland an 35 staatlichen Unis Medizin studieren – Augsburg gehört bisher noch nicht dazu. Aber das soll sich ändern: In der Fuggerstadt wird derzeit ein Modellstudiengang entwickelt – die ersten Studenten sollen sich zum Wintersemester 2019/20 einschreiben können.

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„Unsere Studentinnen und Studenten werden ab dem ersten Semester auf ihre Rolle als professionell handelnde Ärztinnen und Ärzte vorbereitet“, erklärt Gründungsdekanin Prof. Dr. Martina Kadmon das Modell. „Wir möchten die Kompetenzentwicklung der Studierenden über das gesamte Studium hinweg optimal fördern. Eine zentrale Rolle kommt dabei unserem integrierten Curriculum zu mit seinen aufeinander abgestimmten Lehr-Lernformaten und einer schrittweisen Heranführung an die Komplexität realer ärztlicher Situationen. Unsere Studierenden erhalten bereits in einem frühen Stadium ihrer Ausbildung Einblicke in die medizinische Praxis, sie lernen von Studienbeginn an den Kontakt und den Umgang mit Patientinnen und Patienten kennen.“

Kadmon liegt auch die wissenschaftliche Ausbildung der Nachwuchsärzte am Herzen: „Sie sollen in der Lage sein, selbst zu forschen, vor allem aber sollen sie über die Kompetenz verfügen, mit wissenschaftlichen Daten umzugehen, diese Daten richtig zu verstehen und zu deuten. Denn dies ist eine wichtige Voraussetzung, um im späteren Berufsleben die beste Therapie für die Patienten wählen zu können." Um die künftigen Ärzte auch auf die Herausforderungen der Digitalisierung im Gesundheitssystem möglichst gut vorzubereiten, liegen die Forschungsschwerpunkte der Fakultät auf den Bereichen "Medical Information Sciences" und Environmental Health Sciences".

Quelle: Universität Augsburg (3. Mai 2019)

Worauf musst du jetzt als Erstsemester achten? Worum musst du dich direkt bei Semesterbeginn kümmern? Welche Hürden gibt es zu umschiffen? Wo findet man zum Studienbeginn die richtigen Ansprechpartner?