Auf eine Tasse Kaffee mit... Moritz Völker

Moritz Völker, Vorsitzender des Ausschusses „Medizinstudierende im Hartmannbund" sprach bei einer Tasse Kaffee auf dem Operation Karriere Kongress Hamburg über die Ergebnisse der aktuellen Hartmannbund-Umfrage zum Thema Promotion und über seinen eigenen Standpunkt dazu.

Moritz Völker

Für Moritz Völker war bereits früh klar, dass er promovieren möchte. | Michael Kottmeier

Die große Mehrheit der künftigen Ärztegeneration möchte der Umfrage des Hartmannbundes ,Dr. med. – Heilen ohne Hut?‘ zufolge promovieren. „Allerdings häufig nicht aus wissenschaftlicher Motivation“, erklärt Moritz Völker, der Vorsitzende des Ausschusses „Medizinstudierende im Hartmannbund“ dem Deutschen Ärzteblatt Medizin Studieren am Rande des Kongresses „Operation Karriere“ des Deutschen Ärzteverlags im Juni in Hamburg. Nur 20 Prozent der 2.291 Medizinstudierenden, die an der Umfrage teilgenommen haben, wollten später wissenschaftlich arbeiten, erläutert er.

Ähnlich geht es auch ihm selbst: Er wolle Hausarzt werden und gehöre zu den anderen 80 Prozent, verrät er in der Kaffeepause. „Trotzdem war für mich schon früh klar, dass ich promovieren möchte – ganz klar auch, um den Titel zu bekommen. Daraus mache ich kein Hehl“, räumt er ein.
Die Mehrheit der Befragten in der Umfrage fühlte sich während des Studiums auf ihre Promotion nicht gut vorbereitet. Das größte Verbesserungspotenzial sehen sie bei der Betreuung während der Erstellung der Dissertation sowie in der Erlangung wissenschaftlicher Kompetenz im Studium. „Die Rahmenbedingungen für eine fundierte wissenschaftliche Ausbildung sind an vielen Fakultäten noch nicht ausreichend etabliert“, meint Völker.

Wissenschaftskompetenz sei für alle Studierenden essenziell, betont der Student. Nicht jeder müsse später wissenschaftlich arbeiten, aber es gehöre zum Medizinstudium dazu, studienbegleitend Kernkompetenzen im wissenschaftlichen Arbeiten zu erlangen. Auch diejenigen, die in der Patientenversorgung tätig sein wollen, sollten über wissenschaftliche Skills verfügen, um Studien und Forschungsergebnisse besser einordnen zu können.

Dem Vorschlag des Medizinischen Fakultätentages, flächendeckend strukturierte Promotionsprogramme einzuführen und die wissenschaftlichen Inhalte im Medizinstudium stärker zu verankern, begrüßt der Student. „Hingegen wird eine im Studium für mindestens neun Monate verpflichtende Forschungstätigkeit, wie sie der Fakultätentag vorschlägt, nicht zu den gewünschten Erfolgen führen. Vielmehr müssen bessere Anreize durch gute Betreuung und interessante Inhalts- und Kompetenzvermittlung geschaffen werden.“

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