Zeitmanagement Teil 1: die Stationsarbeit

Wenn man die Weiterbildung in einem Klinikum absolviert, empfiehlt es sich, von Beginn an auf ein gutes Zeitmanagement zu achten. Denn die bürokratischen Aufgaben als Assistenzarzt sind sehr zahlreich.

Chirurgin

Als Arzt oder Ärztin in Weiterbildung ist ein gutes Zeitmanagement wichtig. | Koszivu/Fotolia

Am besten man beobachtet zu Beginn der Weiterbildung erst einmal die strukturellen Abläufe auf der eigenen Station. Nicht umsonst gibt es eine Einarbeitungszeit von sechs Wochen bis zu drei Monaten, damit man sich in Ruhe an das neue Arbeitsumfeld gewöhnen kann. Wenn man die Abläufe kennt, kann man sie dann analysieren und einem optimalen eigenen Arbeitsrhythmus anpassen. 

Sinnvoll ist es, Visiten oder Patientengespräche zu festen Zeiten durchzuführen, denn dann weiß das Pflegepersonal, wann Sie für diese Fragen ansprechbar sind und Sie können darum bitten, bei bürokratischen Aufgaben nicht gestört zu werden. Bei den Visiten empfiehlt es sich, alle Anordnungen sofort oder möglichst bald umsetzen zu lassen. Nach dem Patientengespräch dokumentiert man idealerweise ebenfalls umgehend, also bevor man das nächste Zimmer betritt, neue Eingaben in die Patientenkurve. Wenn man erst die gesamte Visite erledigt und dann alle Patientenkurven durchgeht, muss man sich noch einmal durch alle Patienteninformationen wühlen. 

Keine Entlassungsbriefe sammeln

Auch wenn das angesichts der hohen Arbeitsbelastung schwierig ist, versuchen Sie trotzdem Arztbriefe zeitnah zu verfassen. Am besten man hält sich in der Woche ein- bis zwei Zeitfenster für das Schreiben der Entlassungsbriefe frei. Wenn man den Patienten noch vor Augen hat und nicht alles aus der Akte rekonstruiert werden muss, schreibt sich der Brief auch viel schneller. 

In den ersten Wochen haben Sie die Kollegen der anderen Fachabteilungen sowie das Pflege- und Verwaltungspersonal schon kennen gelernt und wissen um die Aufgabenfelder Ihrer Kollegen. Scheuen Sie nicht davor zurück, Aufgaben an das Pflegepersonal oder die Stationssekretärin zu delegieren. Ihre Kollegen sind dafür da, Sie bei administrativen und anderen nicht-ärztlichen Tätigkeiten zu unterstützen. 

Überstunden bezahlen lassen

Sehr wichtig bei einem persönlichen Zeitmanagement ist es außerdem, die eigene Freizeit im Auge zu behalten. Wenn Sie eine Opt/Out Regelung unterschrieben haben und sich bereit erklärt haben, mehr als 48 Stunden in der Woche zu arbeiten, dann gibt es eine klare arbeitsrechtliche Grundlage. Die Vergütung der Überstunden steht Ihnen zu. Es empfiehlt sich sie anzugeben, um eine klare Trennlinie zwischen Arbeitszeit und Freizeit zu ziehen.