Gehalt: Was verdient man als Arzt?

Den Arztberuf ergreift man nicht in erster Linie aus monetären Gründen. Doch völlig irrelevant ist der Verdienst nicht. Trotz großer Unterschiede aufgrund in den einzelnen Fachbereichen gibt das Durchschnittsgehalt von Ärzten in Deutschland Anhaltspunkte, womit angehende Mediziner rechnen können.

Verdienst als Arzt

Das Durchschnittsbruttogehalt deutscher Ärzte liegt laut Stepstone bei 63.421 € im Jahr. | Foto: Eyetronic/Fotolia.com

Angehende und junge Ärzte müssen sich zunächst einen Überblick im Dschungel der Tarif- und Arbeitsverträge verschaffen. Es gibt eine ganze Reihe von Faktoren, die zu berücksichtigen sind, wie z.B. ob der Weg in die Niederlassung, in die Forschung oder ins Krankenhaus führt, die Größe des Krankenhauses, ob man in Vollzeit oder Teilzeit arbeitet, und wo man in Deutschland oder im Ausland arbeiten möchte.

Vom Berufseinsteiger bis zur Führungsposition: Ärzte gehören zu den Topverdienern

Das Durchschnittsgehalt deutscher Ärzte hat StepStone in seinem Gehaltsreport 2015 analysiert. Deutlich zeichnet sich ab, dass Ärzte noch immer die Spitze der Topverdiener in Deutschland darstellen. Aus der Gehaltsumfrage ergab sich ein Durchschnittsbruttogehalt von 63.421 € im Jahr. Das Gehalt von Ärzten liegt ca. 18.000 € über dem Gehalt von Ärztinnen, was sich unter anderem auf die höhere Zahl von Ärzten in Führungspositionen zurück führen lässt. Zum Beispiel werden nur 26 Prozent der Leitungsfunktionen von Ärztinnen ausgefüllt. Die Personalverantwortung ist jedoch ein wesentlicher Faktor des Gehalts.

Als Berufseinsteiger mit unter zwei Jahren an Berufserfahrung darf man laut des Gehaltsreports im Mittel in einer Klinik ein Jahresbruttogehalt von etwa 51.200 € erwarten. Im späteren Abschnitt der Weiterbildung zum Facharzt (drei bis fünf Jahre Berufserfahrung) sind es im Schnitt 55.840 €. Mit der Berufserfahrung steigt das Gehalt deutlich an: kann man über zehn Jahre Erfahrung als Klinikarzt vorweisen, so steigt das zu erwartende Bruttojahresgehalt auf 83.400 €.

Deutschlands Ärzte im Verdienst-Vergleich

Entscheidet sich ein Arzt für den Karriereweg in der Klinik, so liegt sein Gehalt im Mittel etwa 20 Prozent über dem des niedergelassenen Kollegen. Ausschlaggebend ist zudem die Region. Die Bundesländer mit dem höchsten Einkommen für Ärzte sind Rheinland-Pfalz (67.941 €), Bayern (66.932 €) und Baden-Württemberg (66.350 €). Der Süden Deutschlands ist diesbezüglich attraktiv, der Osten das Schlusslicht. An letzter Stelle steht Thüringen (55.952 €), davor Sachsen (56.977 €) und Sachsen-Anhalt (57.678 €). Auch Berlin bleibt mit einem ärztlichen Jahresbruttogehalt von 58.787 € unter dem deutschen Durchschnittswert für Ärzte.

Neben dem Standort sind die Unternehmensform und die Zahl der Mitarbeiter entscheidend. So liegt der Verdienst im Krankenhäusern mit über 1.000 Mitarbeitern mit einem Durchschnittsbruttogehalt von 77.951 € pro Jahr deutlich über dem Verdienst in einem Krankenhaus, das bis zu 500 Mitarbeiter beschäftigt (58.367 €).

Die Vorstellung vom eigenen Wunschgehalt finden

Wie aussagekräftig solche ermittelten Durchschnittsgehälter für einen selbst sind, lässt sich nicht abschließend beantworten. Denn Statistiken sagen bekanntermaßen nichts über das Individuum aus. Zu groß ist die Bandbreite der zu berücksichtigen Variablen. Trotzdem können diese Angaben hilfreich sein, um seine Vorstellungen von einem Wunschgehalt besser einordnen zu können.

Der vollständige Gehaltsreport kann auf der Website von StepStone angefordert werden.

Wie hoch ist das Gehalt eines Arztes? Was verdient ein Assistenzarzt während der Weiterbildung? Lohnt sich als Facharzt die Gründung einer Praxis? In dieser Rubrik gehts ums Geld.