Vorsicht vor doppelter Rentenbeitragszahlung als Arzt

Als junge Ärztin oder junger Arzt ist man Pflichtmitglied bei der Rentenversicherung und bei der Ärzteversorgung. Damit man nicht doppelt in die Rentenkasse einzahlt, muss man sich von einer der beiden Kassen befreien lassen.

Rentenbeitrag

Vergisst man bei einer der beiden Versorgunskassen zu kündigen, zahlt man doppelt ein. | psdesign1/Fotolia

Um im Alter ausreichend abgesichert zu sein, zahlt man in Deutschland während der Berufszeit in eine Altersvorsorge ein. Anders als andere Berufstätige hat man als Arzt jedoch die Wahl, ob man Mitglied der gesetzlichen Deutschen Rentenversicherung (DRV) bleibt oder sich über das berufsständische Versorgungswerk absichert. Bei Arbeitsbeginn ist man sowohl bei der Rentenversicherung als auch bei der Ärzteversorgung Pflichtmitglied. Damit man nicht doppelt einzahlt, muss man sich von einer der beiden befreien lassen. Es gibt bei der DRV eine Kündigungsfrist von 3 Monaten nach Arbeitsaufnahme, bei der Ärzteversorgung beträgt die Kündigungsfrist 6 Monate nach Arbeitsaufnahme. Kündigt man zu spät, können zuvor abgeführte Beiträge nicht mehr zurückgezahlt werden. 

DRV vs. Versorgungswerk

Das ärztliche Versorgungswerk, auch die „Ärzteversorgung“ genannt, ist das berufsständische Versorgungswerk der Ärzte. Es wird also von Ärzten selbst verwaltet und aufgrund dieser Selbstverwaltung ist man als Mitglied über ein anderes Verfahren abgesichert als bei der gesetzlichen Rentenversicherung. Ist man Mitglied bei der Ärzteversorgung, wird die eigene Beitragszahlung so gewinnbringend wie möglich angelegt. Der Vorteil: Anders als bei der gesetzlichen Rentenversicherung ist man nicht darauf angewiesen, dass spätere Generationen die eigenen Rentenbeiträge zahlen. Während bei der gesetzlichen Rentenversicherung das Umlageverfahren greift, das heißt die Mitglieder von heute zahlen die Rente der jetzt Berenteten, bestimmt bei der Ärzteversorgung die Rendite am Aktienmarkt die Höhe der Rente. Schwierig wird es hier, wenn ein Crash der Finanzmärkte zu hohen Aktienverlusten führt. Dann können sich die Vorsorgebeiträge unter Umständen stark reduzieren. 

Junge Menschen beraten sich

Für viele ist das ein leidiges Thema: Die Wahl der erforderlichen Versicherungen. In diesem Artikel wird dargestellt, welche Versicherungen man als angestellter Assistenzarzt benötigt.

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Welche Form der Altersabsicherung die bessere ist, lässt sich nicht sicher sagen, weil hierfür ein sicheres Wissen über zukünftige Entwicklungen notwendig wäre. Die meisten jungen Ärztinnen oder Ärzte nutzen aber das Angebot der Ärzteversorgung, weil es, durch Kollegen entwickelt, besser auf den eigenen Berufsstand zugeschnitten ist als die gesetzliche Rentenversicherung. So beinhaltet die Ärzteversorgung auch eine Hinterbliebenenrente und eine Berufsunfähigkeitsrente, außerdem stellt sie höhere Erträge und eine höhere Altersrente in Aussicht als die GKV. Wer sich noch einmal umfassend informieren will, der findet in der unabhängigen Verbraucherberatung passende Ansprechpartner. 

Abmeldung – so geht’s

Bei Arbeitsantritt ist man, wie bereits erwähnt, automatisch bei der gesetzlichen Rentenversicherung und bei der Ärzteversorgung angemeldet. Will man sich von der GKV abmelden, muss man eigentlich nichts tun außer abzuwarten, denn das zuständige Versorgungswerk schickt einem die Mitgliedsbescheinigung und die Befreiungsbescheinigung für die GKV ungefragt zu. Will man in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen und aus der Ärzteversorgung austreten, macht man die Mitgliedschaft in der Ärzteversorgung einfach rückgängig und füllt die Befreiungsbescheinigung für die GKV nicht aus. Dann bleibt man Mitglied in der gesetzlichen Rentenversicherung.

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