Medizinstudium bestanden: Checkliste für den Berufsstart als Assistenzarzt

Die letzte Sektflasche ist geleert, der Strandurlaub vorbei und der erste Arbeitstag im Krankenhaus rückt langsam näher. Bevor man die Schwelle des Krankenhauses das erste Mal als werdender Facharzt überschreitet, müssen aber noch einige Formalitäten erledigt werden.

Einige Formulare müssen noch ausgefüllt werden, bevor es mit der Weiterbildung im Krankenhaus losgehen kann. | MSchuppich/Fotolia

Der Arbeitgeber verlangt verschiedene Nachweise, ohne die man den Dienst im Krankenhaus nicht antreten kann. Hier gibt es die übersichtliche Checkliste für einen guten Start in die Weiterbildungszeit.

 1. Approbationsurkunde

Die Approbationsurkunde beantragt man beim zuständigen Landesprüfungsamt (LPA). Üblicherweise werden mit den Anträgen für das zweite Staatsexamen das Antragsformular und ein Merkblatt zur Approbation beigelegt. Wer die Blätter im Prüfungsstress verlegt hat, kann sich die Formulare aber auch auf der jeweiligen Homepage des LPAs herunterladen. Neben dem Antragsformular benötigt man vom Einwohnermeldeamt:

  • Polizeiliches Führungszeugnis Belegart 0
  • Beglaubigte Kopie des Personalausweises
  • Wenn das LPA noch keine Geburtsurkunde hat: Beglaubigte Kopie der Geburtsurkunde

Außerdem muss der Hausarzt eine gesundheitliche Eignungsuntersuchung vornehmen und schriftlich erklären, dass sein zukünftiger Kollege für die Ausübung des Berufs als Arzt/Ärztin geeignet ist.

Von zu Hause aus können dann die beiden letzten noch fehlenden Dokumente erstellt werden:

  • Eine formlose Erklärung, dass kein Strafverfahren gegen einen in Gang ist
  • Ein tabellarischer Lebenslauf

Zwei Wochen benötigt das LPA, um den Antrag zu bearbeiten und die Urkunde zuzusenden. Die Bearbeitung kostet 200 Euro. Spätestens zum ersten Arbeitstag muss die Approbationsurkunde dem Arbeitgeber vorliegen. Um sicherzugehen, dass man zum erforderlichen Zeitpunkt auch wirklich im Besitz der Urkunde ist, sollte der Antrag also am besten vier Wochen vor dem Berufsstart abgeschickt werden.

2. Mitgliedschaft in der zuständigen Landesärztekammer (LÄK)

Hier bestehen grundsätzlich unterschiedliche Anmeldeformalitäten, am besten man informiert sich über den Onlineauftritt der jeweiligen LÄK. Dort findet man die Anmeldeformulare und Informationen zu den Beitragssätzen. Sie liegen für einen Assistenzarzt im ersten Jahr bei 150 bis 250 Euro im Jahr.

3. Arztausweis

Den Arztausweis erhalten nur Mitglieder der Landesärztekammer, daher ist eine vorher abgeschlossene Mitgliedschaft dringend Voraussetzung. Mit dem Arztausweis weist man sich als approbierter Arzt aus. Außerdem können mit dem Arztausweis verschreibungspflichtige Medikamente erworben werden. Erforderlich ist nur ein Passfoto, dass man idealerweise bereits mit dem Mitgliedsantrag für die LÄK mitschickt. Denn sie stellt nicht nur die Mitgliedsbescheinigung, sondern auch den Arztausweis aus.

 

4. Beitritt in die Rentenkasse für Ärzte

Und aus einem weiterem Grund ist die Mitgliedschaft in der LÄK wichtig. Ein Beitritt ist zugleich auch die Eintrittskarte in die gesetzliche Rentenkasse für Ärzte. Als eine ärztliche Beschäftigung ausübender Mediziner muss man sich nämlich bei der deutschen Rentenversorung ab und beim Versorgungswerk (VW) anmelden.

5. Berufshaftpflichtversicherung

Nicht verpflichtend, aber unbedingt empfehlenswert ist außerdem eine Berufshaftpflichtversicherung. Denn laut BGB § 823 heißt es: „Wer vorsätzlich oder fahrlässig das Leben, den Körper, die Gesundheit, die Freiheit, das Eigentum oder ein sonstiges Recht eines anderen widerrechtlich verletzt, ist dem anderen zum Ersatz des daraus entstehenden Schadens verpflichtet.“ Daher ist genau zu prüfen, ob und in welcher Höhe eine Berufshaftpflichtversicherung über den Arbeitgeber gewährleistet ist. Grobe Fahrlässigkeit am Arbeitsplatz ist oftmals zum Beispiel nicht versichert. Zudem gilt, dass man nur im Krankenhaus über den Arbeitgeber versichert ist. Eine private Berufshaftpflichtversicherung, die auch außerhalb der Klinik gilt, ist daher in jedem Fall sinnvoll. Wer sich hier weiter informieren will, kann sich auf den Webseiten der Berufsfachverbände umschauen.

Nun aber erst einmal Herzlichen Glückwunsch zum bestandenen Examen! Wer das schwierige Medizinstudium erfolgreich abschließt, schafft die Weiterbildung im Krankenhaus mit links!