Notwendige Versicherungen als Assistenzarzt

Für viele ist das ein leidiges Thema: Die Wahl der erforderlichen Versicherungen. In diesem Artikel wird dargestellt, welche Versicherungen man als angestellter Assistenzarzt benötigt.

Junge Menschen beraten sich

Als Außenstehender ist die Vielfalt an unterschiedlichen Versicherungspolicen kaum zu überblicken | shutterstock

Eine Sozialversicherung ist Pflicht

Zu den Sozialversicherungen in Deutschland zählen die Kranken- und Unfallversicherung, die Renten- und Arbeitslosenversicherung und die Pflegeversicherung. Das Gute hierbei ist, dass man sich als Angestellter oder Angestellte um nichts mehr kümmern muss. Die Beiträge für die Sozialversicherung werden einem automatisch vom Lohn abgezogen. Die negative Kehrseite dieses automatischen Abzugs ist, dass man kaum Einfluss auf die Beitragshöhe hat. Etwa die Hälfte der Beitragszahlung übernimmt der Arbeitgeber, die andere Hälfte zahlt man selbst.

Ebenfalls notwendig: Die Berufshaftpflichtversicherung 

In der Regel ist man als praktizierender Arzt über das Klinikum abgesichert. Allerdings sollte man prüfen, wie weit der Versicherungsschutz reicht. Sprich, ob zum Beispiel auch eine grobe Fahrlässigkeit am Arbeitsplatz versichert ist. Eine grobe Fahrlässigkeit ist etwa dann gegeben, wenn man als unerfahrener Arzt einem bejahrten Patienten ein Medikament in eine laufende intravenöse Infusion spritzt, das für die orale Einnahme vorgesehen war. Wenn der Patient daraufhin verstirbt, dann tritt - bei ausreichender Versicherung - die Berufshaftpflichtversicherung des Krankenhauses in Kraft. 

Zu empfehlen: Eine private Berufshaftpflichtversicherung

Mit der Berufshaftpflichtversicherung ist man nur während der Arbeitszeit im Krankenhaus und auf dem Fahrtweg zur Arbeitsstelle bzw. auf dem Weg nach Hause abgesichert. Eine private Haftpflichtversicherung deckt zudem Schäden im privaten Bereich ab, die zum Beispiel im Urlaub oder beim Sport entstehen. Gerade als Arzt ist und bleibt man in der Regel Überzeugungstäter, d.h. man hilft auch in seiner Freizeit Notleidenden. Fügt man einem Mitmenschen nun versehentlich bleibende Schäden zu, dann kann dies den privaten finanziellen Ruin bedeuten. Eine private Berufshaftpflichtversicherung, die man in der Regel bis zu einer Schadenshöhe von 5 Millionen Euro abschließt, sichert einen hier ab. 

Die letzte Sektflasche ist geleert, der Strandurlaub vorbei und der erste Arbeitstag im Krankenhaus rückt langsam näher. Bevor man die Schwelle des Krankenhauses das erste Mal als werdender Facharzt überschreitet, müssen aber noch einige Formalitäten erledigt werden.

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Langfristig wichtig: Die Berufsunfähigkeitsversicherung

Über die Krankenversicherung ist man als Angestellter bei Krankheit versichert. Man bekommt seinen Lohn ausgezahlt und kann sich in Ruhe auskurieren. Aber was passiert, wenn man einen schwerwiegenden Unfall erleidet oder aus anderen Gründen seinen Beruf nicht mehr ausüben kann? Mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung sichert man sich gegen solche Eventualitäten ab. Die einzelnen vertraglichen Parameter (wie Zeitraum der Versicherung, Beitragshöhe etc.) sind in der Regel frei verhandelbar. Der Inhalt des Vertrages bestimmt dann die Höhe der zu zahlenden Prämie. Grundsätzlich gilt: Je jünger und gesünder man ist, desto niedriger sind auch die Vorsorgekosten. Aber auch bei der Berufsunfähigkeitsversicherung muss man auf Fallstricke, wie zum Beispiel die sogenannte „abstrakte Verweisung“, aufpassen. Sie besagt, dass zum Beispiel ein Chirurg, der aufgrund eines Unfalls seine Hand nicht mehr zum Operieren benutzen kann, für eine Krankenkasse tätig sein könnte und der Versicherungsschutz deshalb nicht greift. 

Die Verbraucherzentrale hilft weiter

Ganz gleich, wo man sich nach einer Versicherung erkundigt, oft steht das Interesse eines bestimmten Versicherers dahinter. Deshalb ist es sinnvoll sich zunächst an ein neutrales Beratungsinstitut, wie die Verbraucherzentrale, zu wenden. Verbraucherzentralen gibt es in jeder Stadt. Sie sind gemeinnützig und die Angestellten dort werden von dem jeweiligen Bundesland bezahlt. Deshalb beraten sie unabhängig. Die Beratung ist kostenpflichtig und erfolgt nach Terminvergabe. Für ein 30-minütiges Beratungsgespräch zur gesetzlichen Versicherung zahlt man in Nordrhein-Westfalen zum Beispiel 40 Euro. Eine Übersicht über alle Verbraucherzentralen Deutschlands gibt es hier.