Die Wahl der "richtigen" Facharztrichtung

Es ist eine Entscheidung, die einen das gesamte Leben lang begleitet: In welchem medizinischen Fachgebiet möchte man arbeiten? Hier einige Fragen, die man sich im Entscheidungsprozess stellen kann.

Studentin

Für die Wahl der Facharztrichtung lässt man sich am besten viel Zeit. | vetkit/Fotolia

33 ärztliche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es in Deutschland. Jede einzelne hat ihre besonderen Vorzüge und natürlich auch Nachteile. Dabei gibt es einige Gebiete, in denen Spezialisierungen möglich sind, wie beispielsweise die Chirurgie oder die Innere Medizin. Wie stellt man fest, welche Weiterbildung die "richtige" ist? Es empfiehlt sich immer mit Experten und Kommilitonen zu sprechen. Auf den Operation Karriere-Kongressen finden zum Beispiel regelmäßig Podiumsdiskussionen zu genau diesem Thema statt. Natürlich hat man auch die Möglichkeit, eine begonnene Weiterbildung zu unterbrechen und eine andere, passendere zu beginnen. Das passiert öfter als man denkt und es ist sicherlich besser einige wenige Jahre zu „verlieren“ als die gesamte Berufstätigkeit mit dem Fachbereich unzufrieden zu sein. Neben solchen, grundsätzlichen Erwägungen, kann man sich noch eine Reihe konkreterer Fragen stellen. 

Allgemeine Fragen

Zunächst sollte man sich fragen, ob man tatsächlich kurativ arbeiten möchte. Ausgebildete Ärzte sind in vielen Berufsfeldern gefragt, möglich wäre zum Beispiel auch eine Anstellung in einem alternativen Berufsfeld

Ist man sich sicher, dass man praktizierender Arzt werden möchte, sollte man sich die Frage stellen, ob man ein patientennahes Fach (direkte Patientenversorgung) oder ein eher patientenfernes Fach (z.B. Radiologie, Arbeitsmedizin etc.) wählen will. Bei den patientennahen Fächern kann man sich dann die Frage stellen, ob man konservativ (z.B. Allgemeinmedizin) oder chirurgisch (z.B. Thoraxchirurgie oder Augenheilkunde) arbeiten möchte. 

Konkrete Fragen

Hat man dies für sich beantwortet, ist die Auswahl der Fächer schon einmal eingegrenzt. Dann kann man sich eingehender mit den Weiterbildungsordnungen der jeweiligen Lieblingsfächer beschäftigen und sich hierzu Fragen stellen. Welche Inhalte werden verlangt? Wo kann die Weiterbildung absolviert werden? Passt das Fach zu der eigenen Art zu arbeiten? Auf welche Vorlieben muss man verzichten?

Diesen Fragen untergeordnet, sind die Aspekte Verdienst und Karriere. Natürlich ist es wichtig zu wissen, wie die Verdienstmöglichkeiten sind und ob es beispielsweise die Möglichkeit der Promotion gibt. Aber viel wichtiger ist, dass einen das Fach interessiert und man wirklich Lust darauf hat. 

 

Mittelfristig können natürlich auch Faktoren der Work-Life-Balance eine Rolle bei der Facharztwahl spielen. Wenn man zum Beispiel eine Familie gründen will bzw. schon Kinder hat, oder einem zeitintensiven Hobby nachgeht, dann sind moderate Arbeitszeiten und verständnisvolle Kollegen mit Sicherheit auch ein Kriterium, das es zu berücksichtigen gilt.