Teil 1: Richtig bewerben - der Lebenslauf

Der Lebenslauf ist das zentrale Stück einer Bewerbung. Was muss, was kann und was gehört nicht in den Lebenslauf eines Arztes? Der Artikel listet diese drei Kategorien übersichtlich auf.

Lebenslauf schreiben

Auf den Operation Karriere Kongressen in Köln und Bochum gibt es viele Tipps zur Bewerbung! | Pixabay

Das muss hinein:

Persönliche Angaben: Name und Vorname, Geburtsdatum, Geburtsort und Anschrift.

Seitdem das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz in Kraft getreten ist, sind Angaben zur Staatsangehörigkeit, Familienstand und Konfession nicht mehr verpflichtend, zum Teil dennoch sinnvoll. Bei einer Bewerbung an ein konfessionelles Krankenhaus sollte die Konfessionsangabe nicht fehlen. Bei einer hohen Arbeitsbelastung wie bei dem Arztberuf, kann die Angabe "ledig" positiv wirken.

Zeitangaben: Zur Schulzeit immer mit den Angaben „von bis“. Wenn es um längere Zeitspannen geht, ist die Nennung der Jahre ausreichend. Bei kürzeren Zeiträumen, wie Praktika oder Famulaturen, sollten auch die Monate notiert werden.  

Studium: Studienort und Zeitraum sowie die Zeitangaben zu den Ärztlichen Prüfungen. 

Promotion (falls vorhanden): Titel, Betreuer, Fachabteilung, Klinik und Zeitraum.

Veröffentlichungen (falls vorhanden).

Praktisches Jahr (PJ): Zeitraum, Klinik und Fachgebiet. Wenn es thematisch passt, kann auch der ärztliche Leiter benannt werden. 

Engagement: Erfahrungen als Sanitäter oder andere besondere Begabungen können hier genannt werden, Stipendien oder Preise, die Arbeit in der Fachschaft oder Ehrenämter. Wenn ein Freies Soziales Jahr (FSJ) oder der Zivil- bzw. Bundesfreiwilligendienst in einer medizinisch relevanten Einrichtung erfolgt ist, kann auch dies angegeben werden.

Fremdsprachen: Sind natürlich vor allem relevant, wenn man sich im Ausland/bei einem internationalen Unternehmen bewirbt. In jedem Fall sollte man allerdings seine Kenntnisse benennen, im Idealfall mit einem Verweis auf Sprachtests. 

Unterschrift: Eine Unterschrift unter dem Lebenslauf ist Pflicht. Man muss den Namen aber nicht noch einmal unter die Unterschrift drucken. Bei einer digitalen Bewerbung ist es ausreichend, wenn ein Scan der Unterschrift eingefügt wird.

Da scheiden sich die Geister:

Bewerbungsfoto: Zwar ist es keine Pflicht mehr, ein Bewerbungsfoto beizufügen, die amerikanische Form der anonymisierten Bewerbung ohne Foto ist zumindest in der Gesundheitsbranche in Deutschland aber noch nicht sehr verbreitet. Es lohnt sich, das Bild von einem Fotografen machen zu lassen, auf Passbilder aus dem Automaten sollte man besser verzichten.

Famulaturen und Hospitationen: Müssen im Lebenslauf nicht unbedingt angegeben werden. Wenn bereits genug praktische klinische Erfahrung gesammelt wurde, sollte man diese Angaben weglassen. Bewirbt man sich jedoch als Berufseinsteiger auf ein Fachgebiet, in dem man bereits famuliert oder hospitiert hat, ist die Angabe sinnvoll, da sie die Praxiserfahrung und die Motivation für das angestrebte Fachgebiet stärkt.

Fettdruck: Unterüberschriften und wichtige Passagen, wie zum Beispiel die Promotion, kann man fetten, muss es aber nicht. Auch eine (matte) farbliche Markierung ist möglich. 

Examens-Note: Wenn die Note der Examensarbeit zur beworbenen Stelle passt (z.B. Uni-Klinik, Forschung, Hochleistungsmedizin), kann man sie nennen. Wenn man sich für einen medizinischen Bereich interessiert, in dem Teamarbeit wichtig ist, lässt man die Note besser weg. Sonst läuft man Gefahr, als „Einzelkämpfer“ wahrgenommen zu werden, bei dem es unter Umständen bei der Integration in ein bestehendes Team zu Schwierigkeiten kommt. 

Abiturnote: Sie wurden für das Medizinstudium zugelassen und dieses erfolgreich bestanden. Daher spielt dei Abiturnote bei Ärzten keine große Rolle mehr.

Hobbies: Wenn diese keinen relevanten Bezug zur Bewerbung haben, sollte man darauf verzichten. Niemand interessiert sich für Angaben wie Lesen, Reisen, Kochen. Heben Hobbies wiederum die Persönlichkeit hervor, kann eine Angabe sinnvoll sein. An dieser Stelle ist es geschickt, das Wort Hobby gegen ein Wort mit mehr Berufsbezug auszutauschen, wie "Berufsbezogene Interessen" oder "Engagement" (s.o.).

Nicht empfehlenswert: 

Vorlagen: Kostenlose Vordrucke aus dem Netz, die nicht ohne Grund bei den Suchmaschinen ganz oben gelistet werden. Lieber selbst gestalten, das ist persönlicher. 

Ganze Sätze: Ausformulierte Sätze stehen im Anschreiben, Stichpunkte stehen im Lebenslauf. 

Dekorative Schriftarten: Mit den Standardschriften Times New Roman und Arial macht man nichts falsch. Etwas schicker und moderner sind serifenlose Schriftarten wie Helvetica oder Lato. Die Schriftgröße sollte nicht kleiner als 10 Punkt und nicht größer als 12 Punkt sein.

Extraordinäres Layout: Am besten ein schlichtes und übersichtliches Layout verwenden. Farbige Rahmen, Grafiken oder Unterstreichungen lenken nur ab. 

Lücken: Auszeiten sollte man nicht verheimlichen, sondern ehrlich dazu stehen. Längere Zeitabschnitte ohne berufliche Tätigkeit, wie Urlaubszeiten oder die Betreuung eines eigenen Kindes, machen den Lebenslauf individuell und damit besonders. Kürzere Urlaubsreisen gehören nicht hier hin. 

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