Serie Berufsstart: Erfolgreicher Auftritt im Vorstellungsgespräch

In unserer Serie zum Thema Berufsstart geben wir wertvolle Tipps zu allen Schritten von der Stellensuche über die Bewerbung und das Vorstellungsgespräch bis zum Arbeitsbeginn in der Klinik. Teil 3: Erfolgreicher Auftritt im Vorstellungsgespräch

Serie Berufsstart: Das Vorstellungsgespräch

Teil 3 unserer Serie Berufsstart: Das Vorstellungsgespräch | Foto: Syda Productions/Fotolia.com

Damit das Vorstellungsgespräch ein Erfolg wird, ist Vorbereitung angesagt. Ein Teil davon ist bereits mit dem Ausarbeiten des Lebenslaufs erfolgt. Der gute Eindruck, der durch die Bewerbungsmappe entstanden ist, wird nun noch einmal im persönlichen Kontakt überprüft. Ziel der Vorbereitung ist es, sprachfähig zu werden in Bezug auf die eigene Qualifikation, die beruflichen Ziele und die eigenen Person.

Wichtig: eine gute Vorbereitung

Das Vorstellungsgespräch läuft häufig nach einem bestimmten Schema ab, sodass eine gute Vorbereitung auch hier die meisten Schwierigkeiten aus dem Weg räumen kann. Nehmen Sie sich genügend Zeit für die Anreise, damit Sie entspannt ins Gespräch starten können. Bedenken Sie im Vorfeld auch die Kleiderfrage. Tendenziell wird die Kleiderordnung zwar lockerer als früher gesehen, aber absolut korrekt und sauber muss sie immer sein. Dunkle Farben, so die Psychologen, assoziieren wir mit Seriosität, kontrastreiche Kleidung mit Strenge usw. Wer sich angemessen kleidet, wird nicht nur von seinen Gesprächspartnern ernster genommen, sondern erreicht auch ein größeres Maß an persönlicher Sicherheit.

Dieser Tag ist Ihr Tag! Mit dieser Einstellung sollten Sie Ihrem Gesprächspartner gegenübertreten. Das Wichtigste zum Verhalten beim Vorstellungsgespräch in Kürze: Setzen Sie sich ungezwungen und vermeiden Sie Blendung durch Licht oder Sonne. Nehmen Sie Unterlagen und Schreibgerät zur Hand. Sprechen Sie zum Thema, flüchten Sie nicht in Ausschweifungen und falsche Behauptungen. Beseitigen Sie Missverständnisse sofort. Äußern Sie sich nicht negativ über vergangene berufliche Stationen und Personen. Wahren Sie Augenkontakt, insbesondere bei Ausführungen des Gesprächspartners. „Durchbohren“ Sie ihn aber bitte nicht mit Ihren Blicken. Reden Sie Ihren Gegenüber häufig mit Namen an. Machen Sie sich gegebenenfalls Notizen.

Typischer Ablauf eines Vorstellungsgesprächs

  • Empfang durch die Sekretärin, einige Minuten Wartezeit (Seien Sie pünktlich, ca. fünf Minuten zu früh!)
  • Aufwärmphase, wenige Minuten. Allgemeines Gespräch über das Wetter, die Anfahrt oder sonstiger Smalltalk
  • Gespräch über Sie: "Wer sind Sie?" Unterschiedlich lang, Selbstpräsentation
  • Fragen an den Bewerber. Es geht selten um Fachwissen – das hat jeder, der das Studium geschafft hat
  • Gespräch über die Tätigkeit: Aufgaben, Kollegen etc. Artet nicht selten in längere Monologe des Chefs aus, gekonnte Rückfragen zeugen von Interesse. Manchmal Überleitung in eine Besichtigung des Arbeitsplatzes. Häufiger: Fragen an den Bewerber. Möglichkeit zur weiteren Selbstpräsentation, Bekräftigung des eigenen Interesses
  • Verabschiedung, oft sehr kurz und knapp. Treffen Sie Verabredungen: "Wann kann ich mit einer Entscheidung rechnen?"

Hinweis: Es ist durchaus legitim und professionell, sich nach Verstreichen der abgesprochenen Frist noch einmal höflich zu erkundigen, wann man mit einer Antwort rechnen kann.

Was Sie in der Selbstdarstellung nicht vergessen sollten

Kernstück des Vorstellungsgesprächs ist Ihre Selbstpräsentation. Die Selbstdarstellung sollte mindestens anderthalb Minuten aber nicht mehr als drei Minuten dauern. Das ist Trainingssache! Wenn Sie bereits Vorlieben des künftigen Chefs kennen, sollten Sie Ihre Affinität zum Thema (so vorhanden) deutlich machen. Seien Sie selbstbewusst, ernst und konzentriert. Versuchen Sie, eine Struktur in die Präsentation zu bringen und einzelne Themen zu gewichten. Das erleichtert das Zuhören und es können mehr Details behalten werden. 

  • Beginnen Sie mit den wichtigen Fakten zu Ihrer Person
  • Name, Alter, Familienstand
  • Haben Sie dem Studium eine medizinische Ausbildung vorgeschaltet?
  • Streichen Sie den Praxisvorteil heraus!
  • Fahren Sie fort mit Fakten zum Studium
  • Begründen Sie, warum Sie diese und keine andere Wahl getroffen haben oder warum Sie sich zwischenzeitlich anders entschieden haben (dies nur kurz)
  • Betonen Sie Highlights in Ihrem Lebenslauf
  • Auslandsaufenthalt/-famulaturen, Praktika, Fremdsprachenkenntnisse, Thema der Promotion
  • Zeigen Sie den Zuhörern Ihre ganz persönliche Seite, damit diese sich ein Bild von Ihnen als Menschen machen können
  • Außeruniversitäre Aktivitäten, Interessen und Hobbys
  • Weist Ihr Lebenslauf eine Lücke oder einen Bruch auf? Gehen Sie in die Offensive und sprechen Sie den Umstand an. Man kann für alles eine plausible Erklärung parat haben
  • Stehen Sie zu Ihren Fehlern. Zeigen Sie, dass Sie nicht gedankenlos waren

Lächeln Sie dabei und halten Sie Blickkontakt bei dem Gespräch. Denken Sie immer an den positiven, ersten Eindruck, den Sie im Gespräch vermitteln wollen.

Quelle: Kirschner, Georg, Mechthild Rottkemper und Hans Binsch: Neue Perspektiven für Assistenzärzte – Sicher entscheiden bei Stellensuche, Weiterbildung und Finanzen. Dritte, überarbeitete und aktualisierte Auflage. Deutscher Ärzte-Verlag, Köln, 2014.