Die Hospitation als Arzt

Als Arzt kann man in einem Krankenhaus hospitieren, um festzustellen ob die Stelle für einen geeignet ist. Wann ist eine Hospitation sinnvoll und wie wird sie entlohnt?

Hospitation

Als Hospitant begleitet man den Chefarzt auf seiner Visite. | Stockasso/Fotolia

Mit einer Hospitation kann man sich einen ersten Einblick über die Arbeitsabläufe verschaffen. Man lernt die potenziellen Kollegen kennen und sieht, welche Anforderungen einen erwarten. In kleineren Krankenhäusern ist man oft mit dem Chefarzt unterwegs und hat so die Möglichkeit direkt einen Einblick in die Visite zu bekommen. Allerdings muss man sich eventuell auch auf „schlaue“ Fragen gefasst machen. Positiv an kleinen Kliniken ist, dass man sich schnell einen Überblick über das zahlenmäßig eher kleine Kollegium verschaffen kann. So lässt sich relativ schnell feststellen, ob man sich wohlfühlt oder nicht. 

In großen Häusern gibt es ein großes Angebot an Fachbereichen, zudem ist es oft straffer organisiert. Als Hospitant kann man hier, ebenso wie als PJler oder Famulant, an der Frühbesprechung teilnehmen und erfährt so, was der Arbeitstag mit sich bringen wird. Auch bei großen Klinken nimmt einen der Chefarzt gerne einmal mit auf Visite, danach erfolgt in der Regel die Zuteilung zu einem Assistenz- oder Facharzt. 

Hospitation wird in der Regel nicht vergütet

Da die Hospitation einem Praktikum ähnelt, wird sie nicht vergütet. In der Regel handelt es sich auch nur um einen Hospitationstag, den man „verliert“. Anders sieht es aus, wenn man eine mehrwöchige Hospitation ableistet und man weisungsgebunden ist. Längere Hospitationen machen in der Regel eher Ärzte aus dem Ausland, die sich auf diese Art und Weise auf die Prüfung zur Anerkennung ihrer ärztlichen Approbation vorbereiten. Allerdings wird man bei einer mehrwöchigen Hospitation nicht nach Tarifvertrag bezahlt, sondern bekommt minimal den Mindestlohn (8,50 Euro die Stunde). 

Hospitation werden von den Klinikbetreibern nicht extra ausgeschrieben, das heißt man bewirbt sich auf eine konkrete Stelle und wird dann im Rahmen des Auswahlverfahrens gefragt, ob man hospitieren möchte. Aber auch wenn der Arbeitgeber nicht aktiv nachfragt, kann man das Thema zum Beispiel im Vorstellungsgespräch selbst ansprechen. In der Regel wird das Interesse an einem Hospitationstag von Arbeitgebern positiv bewertet. Es zeigt, dass man es mit der Arbeitgeberwahl ernst meint und später mit Sicherheit eine gewissenhafte Arbeitsweise an den Tag legen wird. Stellen als Arzt findet man auf Operation Karriere und Ärztestellen

Sieben häufige Fehler im Anschreiben

Das "Betreff" wird in der Betreffzeile weggelassen. 

Nicht: Betreff: Ihr Stellenangebot vom 15.10.2016, Bewerbung als Arzt in Weiterbildung in der Anästhesiologie.

Die Betreffzeile ist die einzige fettgedruckte Zeile.

Es ist immer gut, den Namen des Personalverantwortlichen zu wissen. Dieser sollte aber unbedingt richtig geschrieben sein. Außerdem ist es besser förmlich zu bleiben. Ein zu lockerer Ton bei der Grußformel macht keinen guten Eindruck.

Im ersten Satz sollte nicht der Text der Stellenanzeige wiederholt werden, sondern lediglich ein direkter Bezug zu dieser genommen werden. Auch zu lange und verschachtelte Sätze wirken abschreckend.

Es geht bei einem Bewerbungsanschreiben nicht darum, Fachinhalte wiederzugeben, sondern seine Eignung für die Stelle – möglichst überzeugend – darzustellen. Protziges Wiederkauen von Fachwissen wirkt daher eher großspurig und wenig authentisch.

Lobhudeleien haben keinen Informationswert, auch wenn man begründen muss, warum man sich gerade für diesen Arbeitgeber entschieden hat und nicht für einen anderen. Am besten stellt man eine Übereinstimmung mit dem persönlichen Profil her. Sehr gut macht es sich, wenn man einen Schwerpunkt in der Biografie aufführt, der zu der entsprechenden Spezialisierung und geführt hat und somit auch die Bewerbung begründet.

Am besten ist es, Freunde oder den Arzt, der Sie während der Famulatur/des PJ betreut hat zu fragen, welche positiven Eigenschaften bei Ihnen besonders hervorstechen. Chefärzten ist immer wichtig, dass man teamfähig ist, deshalb sollte man seine Motivation nicht zu "egozentrisch" hervorheben.

Ein Vorstellungsgespräch hat nicht den Zweck den Arbeitgeber vorzustellen, sondern es geht darum festzustellen, ob das Anforderungsprofil der Stellenanzeige mit dem Persönlichkeitsprofil des Bewerbers übereinstimmt. Ein freundlicher Abschiedsgruß in Verbindung mit der Aufforderung zum Handeln (baldmögliche Rückmeldung) reicht am Schluss des Anschreibens vollkommen aus.

Grundsätzlich gilt: Wenn man das Klinikum und das dort arbeitende Personal nicht kennt, ist eine Hospitation in jedem Fall sinnvoll. Denn während des praktischen Arbeitens erhält man einen authentischeren Einblick in die Abläufe als bei einem Bewerbungsgespräch. Auf der anderen Seite profitiert natürlich auch der Chefarzt vom Kennenlernen, denn er kann nach dem Hospitationstag besser abschätzen, ob man als Persönlichkeit und mit seinem fachlichen Wissen ins Team passt.